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Alles öko und trotzdem günstig

Schulzentrum Lütjenburg Alles öko und trotzdem günstig

Die Agora des Schulzentrums Lütjenburg schreibt ein kleines Kapitel in der Geschichte des Klimaschutzes. Neue Technik hilft 77 Prozent an Strom und Wärme einzusparen, ohne dass auch nur eine Dämmplatte an die Fassade kommt. Der Kreis Plön will alle seine Liegenschaften so umrüsten.

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Die Agora des Schulzentrums Lütjenburg ist in den Sommerferien eine große Baustelle. Moderne Technik sorgt für große Einsparungen bei Strom und Heizung. Zum Baustellenbesuch kommen die Vertreter des Kreises (von links): Norbert Maroses (Schulausschuss), Hausmeisterin Irmhild Vogelsang, der stellvertretende Landrat Werner Kalinka, Klimaschutzmanagerin Ines Kraus und Hans-Herbert Pohl (Bauausschuss).

Quelle: Hans-Jürgen Schekahn

Lütjenburg. „Genaues Hinsehen lohnt sich“ lautet die Philosophie der Klimaschutzmanagerin Ines Kraus, die in dieser Funktion seit einem Jahr beim Kreis arbeitet. Technisch ausgedrückt: Energie-Monitoring. Beim Blick auf die Heizungsanlage in Lütjenburg fiel der hohe Verbrauch auf. Die Ursachen waren schnell gefunden. Das heiße Wasser aus dem Blockheizkraftwerk floss in den Rücklauf statt in den Vorlauf. Irgendwann in der Vergangenheit hatte ein Monteur die Rohre falsch angeschlossen. Die Vorlauftemperatur betrug daher satte 80 Grad, um die Räume überhaupt warm zu bekommen. Jetzt reichen 30 Grad und keiner der Schüler kommt ins Frieren. Außerdem: Die 40 Jahre alte Lüftungsanlage saugte einfach die warme Luft ab und pustete sie nach draußen. Wärmetauscher? Den gab es damals nicht. Der kommt aber nun. Hausmeisterin Irmhild Vogelsang bei einem Baustellenbesuch von Vertretern des Kreises: „Uns war schon lange klar, dass hier nicht alles optimal läuft.“ Aber die Ursachen habe man nicht finden können, zumal es immer wieder andere Firmen waren, die sich um die Anlagen kümmerten. Über die Zusammenarbeit mit der Klimaschutzmanagerin urteilt sie: „Das begeistert mich.“ Allein durch das richtige Einregulieren der Heizung spart der Kreis in dem Block, in dem die Agora untergebracht ist, zehn Prozent Heizkosten. Das sind umgerechnet etwa 10000 Euro pro Jahr.

Der Versammlungsraum erhält auch ein neues Licht. Die alten stromfressenden Neonröhren weichen 91 energiesparenden LED-Leuchten. In nur viereinhalb Jahren hat sich allein diese Investition amortisiert. Insgesamt 160000 Euro lässt der Kreis sich die technische Sanierung in Lütjenburg kosten. Davon schießt der Bund rund 40000 Euro zu. Die Agora in Lütjenburg ist eines der ersten Projekte Deutschlands, die aus dem Klimaschutzprogramm des Bundes Geld bekommen. Und weil der Antrag problemlos und schnell bewilligt wurde, schob der Kreis Plön vier weitere hinterher – unter anderem für die beiden Standorte des Berufsbildungszentrum in Preetz.

Die Investitionen lohnen sich. Kraus schätzt, dass der Kreis allein durch die technische Sanierungen in diesen Sommerferien 90000 Euro pro Jahr an Energiekosten spart. „Die Summe hat uns selbst umgehauen.“ Das ist nicht nur gut für die Kreiskasse, sondern auch für die Umwelt. Der Ausstoß von Kohlendioxid sinkt um 224 Tonnen pro Jahr. Kraus und der stellvertretende Landrat Werner Kalinka appellieren an andere Kommunen mit großen Liegenschaften, sich die Umrüstung der Agora in Lütjenburg zum Vorbild zu nehmen.

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