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Fischen den Weg ebnen

Fast einer Million Euro von der EU Fischen den Weg ebnen

„Wir haben unheimlich viel von der EU-Wasserrahmenrichtlinie profitiert.“ Diese Bilanz zog Norbert Langfeldt als Vorsitzender des Gewässerunterhaltungsverbandes Schwentinegebiet im Kreis Plön. Rund zehn Millionen Euro seien bereits investiert worden. Und 2016 folgen die nächsten Projekte.

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Die Reste der ehemaligen Klostermühle in Preetz werden im kommenden Jahr abgerissen. Dort soll eine Sohlgleite entstehen.

Quelle: Silke Rönnau

Dammdorf. Der Verband, der ein Gebiet von 40000 Hektar betreut, hat zwei große Aufgabenbereiche, erläuterte Langfeldt in der Verbandsversammlung in Dammdorf (Gemeinde Lehmkuhlen). Dies seien einerseits die Bauwerke, die der Verband als Träger im Rahmen der Wasserrahmenrichtlinie erstelle. Dazu gehöre zum Beispiel das Kraftwerk I in Schwentinental. Nach umfangreichen Arbeiten seien der Altarm der Schwentine und das Kraftwerk wieder durchgängig für Fische. „Das ist ein Riesen-Bauwerk geworden.“ Nun solle noch Geld in ein Monitoring investiert werden, um die Fischentwicklung zu beobachten.

 Im kommenden Jahr soll in Preetz eine Sohlgleite am ehemaligen Klosterwehr gebaut werden. Die Kosten von 974000 Euro werden zu 100 Prozent von der EU bezahlt, erklärte Langfeldt. Bei einem Blick über die Kreisgrenze verwies er darauf, dass auch in Eutin eine neue Sohlgleite entstehe. Danach könnten die Fische in der Schwentine von der Ostsee bis nach Ostholstein aufsteigen. Weitere 20000 Euro seien für ein Entwicklungskonzept der Honigau eingeplant. „Wir wollen auch eine Durchgängigkeit vom Postsee bis zum Honigsee herstellen“, erklärte Gewässeraufseher Hans-Joachim Schröder. Dazu müsse in einem Bereich der Au die Fließgeschwindigkeit erhöht werden.

 Der zweite Aufgabenbereich umfasse die Unterhaltungsarbeiten, die oft ein „Spagat“ zwischen Landwirtschaft, Wasserwirtschaft und Naturschutz seien, so Schröder. „Wir müssen Hand in Hand arbeiten.“ Durch personelle Veränderungen in der beauftragten Firma habe es in diesem Jahr Irritationen gegeben, weil die Schwentine andersherum – von Norden nach Süden – gemäht worden sei. Das solle sich 2016 wieder ändern. Die maschinellen Arbeiten seien bereits abgeschlossen, jetzt beginne die Handräumung in den Gräben.

 Langfeldt schlug vor, ein Entwicklungskonzept für die untere Schwentine zwischen Preetz und Schwentinental zu entwickeln. Ein Anlieger in Preetz habe sich beschwert, dass sein Grundstück öfter unter Wasser stehe. „Aufgrund der vielen baulichen Veränderungen flutet das Wasser anders an als früher“, meinte er. „Das ist zu kurz gesprungen“, entgegnete der Preetzer Umweltamtsleiter Jan Birk. Man müsse die gesamte Schwentine betrachten. Auch der Plöner Bürgermeister Jens Paustian betonte, dass ein gemeinsames Stau-Management sinnvoll wäre.

 Detlef Seelig von der Kreis-Wasserbehörde meinte, dass man erst die Durchgängigkeit herstellen und dann ein überregionales Gewässermanagement folgen müsse. „Das setzt voraus, dass alle Staustufen steuerbar sind.“ Es gebe noch zu viele Stellen, wo mal eben manuell die Kurbel gedreht werde. Man müsse sich an einem runden Tisch zusammensetzen und die Rahmenbedingungen knüpfen. „Das schwebt uns auch vor“, so Langfeldt.

 Ein Gesamtkonzept könne jedoch erst erstellt werden, wenn alle Bauwerke fertig seien. „Aber in der unteren Schwentine sind es spezielle Probleme, die Einfluss auf die Unterhaltung haben.“ Die Verbandsmitglieder genehmigten deshalb das Entwicklungskonzept einstimmig.

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Ein Artikel von
Silke Rönnau
Ostholsteiner Zeitung

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