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Das Freibad muss erhalten bleiben

Schwentinental Das Freibad muss erhalten bleiben

Im Freibad Schwentinental laufen die Vorbereitungen für den 45. Saisonstart am 1. Mai. Klar ist bereits: In diesem Jahr muss die 103-Meter- Rutsche gesperrt bleiben, mittelfristig steht mindestens eine Grundsanierung an. Die Fraktionen sind sich jedoch einig, dass das Bad erhalten bleiben muss.

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Die große Rutsche war lange ein Zugpferd im Freibad Schwentinental. In der kommenden Saison bleibt sie geschlossen, andere Angebote sollen das Bad attraktiv halten.

Quelle: Jan Köster

Schwentinental. „Wir haben geprüft, ob wir die Rutsche sanieren können, aber der Aufwand wäre enorm hoch“, erklärt Wolfgang Schneider, Geschäftsführer der Stadtwerke Schwentinental (SWS), die das Freibad betreiben. In der vergangenen Saison hatte es Klagen über beschädigte Badekleidung nach dem Rutschen gegeben. Auch eine Reparatur hatte nicht geholfen. Daraufhin musste die Bahn gesperrt werden.

 Doch auch in der kommenden Saison sollen die Besucher ihren Spaß haben: „Wir haben zur Kompensation andere tolle Attraktionen gekauft“, sagt Schneider. Dazu zählt eine kleinere Rutsche, ein aufblasbarer „Knochen“ zum Toben im Wasser sowie die Umzäunung für ein Fußballfeld auf der Liegewiese.

 Abgesehen von der Rutsche sei das Bad „technisch so gut, dass man es nutzen kann“, sagt Schneider. Doch es sei klar, dass irgendwann saniert werden müsse: „Die langfristige Entscheidung muss in Abstimmung mit der Stadt und dem Aufsichtsrat erfolgen.“ Bereits der frühere SWS-Geschäftsführer Bernd Meier hatte auf dieses Thema hingewiesen und die Alternativen „Sanierung oder Neubau“ angesprochen. Wie praktisch alle Freibäder ist das in Schwentinental defizitär – die Verluste tragen die SWS, die allerdings komplett der Stadt gehören. Je nach Sommerwetter hatte das Bad in den vergangenen Jahren bis zu 80 000 Besucher pro Saison. Noch ist das Thema nicht öffentlich in der Stadtvertretung beraten worden. Eine Umfrage unter den Fraktionsvorsitzenden, die trotz Osterferien fast alle erreichbar waren, zeigte aber, dass man sich in einem Punkt einig ist: Das Freibad soll bleiben.

 Als „unverzichtbaren Bestandteil der Schwentinentaler Identität“ sieht Norbert Scholtis (CDU) die Einrichtung, die nicht nur erhalten, sondern auch weiter möglichst attraktiv für die Bürger bleiben soll. „Es gibt gegenwärtig allerdings noch keine verlässlichen Untersuchungen und Zahlen, für welche Maßnahme welches Geld benötigt würde“, so Scholtis.

 Das Bad habe „ein Alleinstellungsmerkmal für die Stadt“, meint Volker Sindt (SPD), gemeinsam mit dem Schwentinepark sei es aber auch „ein seit Jahrzehnten unterbewertetes Angebot unserer Stadt an unsere Nachbarn“. Dies sei aber nur mit der entsprechenden Wirtschaftskraft zu leisten, so Sindt mit Blick auf den Streit um die Ostseepark-Entwicklung. Eine „Luxussanierung“ werde nicht zu finanzieren sein, man müsse dabei untersuchen, „was die Nutzer wirklich wollen“. Aus Sicht der Grünen ist die Beschäftigung mit dem Thema „mehr als überfällig“, diese Diskussion müsse öffentlich geführt werden, so Andreas Müller. Das Bad sei unverzichtbar für das soziale Miteinander der Stadt. Gern würden die Grünen auch die Rutsche oder eine neue Rutsche als Attraktion erhalten. Er hofft, dass man für die Sanierung Zuschüsse oder Sponsorengelder einwerben kann.

 Auch für die FUW ist das Freibad „aus den Angeboten der Stadt nicht mehr wegzudenken“. Die Kosten „muss die Stadt sich leisten können“, so Wilhelm Kirschstein. Er erinnert daran, dass man sich bei der Schließung der Raisdorfer Lehrschwimmhalle darauf gestützt hat, dass die Schulen im Sommer das Freibad nutzen können. Der Erhalt des Bads sei „unbedingt notwendig“, meint auch WIR-Vertreter Joachim Harting und verweist darauf, dass er nichtöffentlich im Herbst dazu bereits eine Anfrage gestellt habe. Er wünscht sich von SWS und Verwaltung ein Konzept zur weiteren Beratung in den Gremien.

 So wird es wohl auch kommen: Während der Betrieb für die kommende Saison ablaufen wird wie vorgesehen, sollen die Weichen für die Zukunft gestellt und Prioritäten gesetzt werden: „Wir müssen dieses Jahr dafür nutzen“, so Bürgermeister Michael Stremlau.

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