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Gleichstarke Gegner messen sich

Schachturnier in Schwentinental Gleichstarke Gegner messen sich

Man könnte eine Stecknadel fallen hören. Nur das leise Ticken der Uhren durchdringt die Stille. Konzentriert beugen sich die Spieler im großen Bürgersaal des Rathauses in Schwentinental über ihre Bretter und Figuren. Zu dem Turnier hat die Raisdorfer Schachgemeinschaft eingeladen.

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Turnierleiter Dennis Papesch hat mit fünf Jahren angefangen zu spielen.

Quelle: Silke Rönnau

Schwentinental. „Seit März 2015 veranstalten wir das Turnier alle drei Monate, das ist also die fünfte Auflage“, erzählt Dennis Papesch, Turnierleiter und Pressewart der Schachgemeinschaft. In drei Runden treten an einem Tag etwa gleichstarke Spieler in den Vierer-Gruppen gegeneinander an. Die meisten kommen aus der Umgebung, aber es sind auch Teilnehmer aus Hamburg und Rostock angereist.

„Ein Turnier in dieser Form ist in Schleswig-Holstein sehr selten“, sagt Papesch. „Gerade dass es gleichwertige Gegner sind, zieht die Leute an.“ Und normalerweise dauerten Schachturniere mehrere Tage. „Sieben Runden über vier Tage ist das gängigste Format.“ Eine richtige Siegerehrung wird es an diesem Nachmittag nicht geben. Nur die Anmeldegebühr wird an die Sieger der vier Gruppen ausgeschüttet – 15 Euro für jeden. Viel wichtiger ist es für alle, sich miteinander zu messen.

Neben den Brettern liegen die Zettel, auf denen die Spieler jeden Zug notieren. „Nach 60 Minuten muss man 30 Züge gemacht haben“, erklärt Papesch. Dazu kommen 30 Minuten für die restliche Partie, sodass jeder Spieler maximal 90 Minuten Zeit hat. Die Aufzeichnungen werden für später aufgehoben, „wenn man die Partien nachspielen möchte“. Über das Gesicht von Alexander Ivanov huscht ein leichtes Lächeln. Der Junge aus Rostock, Jahrgang 2008, ist der Jüngste im Feld. An den Tischen sitzen relativ viele Kinder und Jugendliche. „Ich habe selbst mit fünf Jahren Schach gelernt“, erzählt Papesch, der freitags ab 17.45 Uhr im Rathaus Schwentinental zusammen mit Steffen Kirstein das Jugendtraining anbietet und dort die Regeln und einige Tricks vermittelt. „In dem Alter ist man oft noch unkonzentriert“, meint er. „Schach braucht ein bisschen Geduld, aber wenn man mit Begeisterung dabei ist, dann läuft das auch.“ Auch die Gemeinschaft in der Schwentinentaler Gruppe sei toll. Allerdings gebe es immer noch wesentlich mehr männliche Spieler als weibliche, stellt er fest.

Die Faszination dieses Spiels liegt für ihn darin, dass man mathematisch und logisch denken muss. „Man muss die Züge genau planen und berechnen.“ Allein beim jeweils ersten Zug der weißen und schwarzen Figuren gebe es 400 verschiedene Möglichkeiten. „Gute Schachspieler arbeiten mit einer Mustererkennung“, erklärt Papesch. Sie erkennen charakteristische Positionen und versuchen, anhand der Muster ihre nächsten Züge zu finden. „Wer ehrgeizig ist, schaut sich Partien der Großmeister an.“ Es gebe auch Bücher, in denen wichtige Partien kommentiert seien, die man dann auch nachspielen könne.

Der kleine Alexander in seinem roten T-Shirt stützt den Kopf auf seine Hand und starrt nachdenklich auf das Schachbrett. Dann macht er seinen Zug und stoppt die Uhr. Der Blick hängt gebannt an seinem Gegenüber, während er unter dem Tisch leicht nervös die Hände reibt. Als der andere seine Figur zieht, taucht das Lächeln wieder auf. Etwas strahlender als vorher.

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Ein Artikel von
Silke Rönnau
Ostholsteiner Zeitung

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