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Großes Interesse an Tafel-Touren

Schwentinental Großes Interesse an Tafel-Touren

Die Tafel ist eine gute Adresse für alle, die wenig Geld haben. Für die Flüchtlinge in Schwentinental ist die nächste Anlaufstelle aber erst in Preetz – die Fahrtkosten würden den Vorteil wieder zunichte machen. Seit gut einem Jahr bietet deshalb das DRK Raisdorf jeweils dienstags Tafel-Touren an.

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Seit zehn Jahren fährt Dieter Schnack Senioren zu DRK-Veranstaltungen – und jetzt auch Flüchtlinge wie Salah Eddin Haj Mohamed und die anderen, die in den hinteren Reihen sitzen, zur Tafel. Der Bus hat insgesamt acht Sitze.

Quelle: Andrea Seliger

Schwentinental. „5 Euro – Problem“, sagt Abdulhadi Al Fares und meint damit die Kosten, die ihm für die Fahrt mit Linienbus oder Bahn nach Preetz entstehen würden. Der 46-jährige Syrer ist vor drei Monaten mit seiner Frau, zwei Kindern und Schwiegermutter aus Syrien gekommen. Für „Gemüse“ , „Brot“ und „Eier“ benutzt er schon die deutschen Wörter, ansonsten klappt die Verständigung auf Englisch noch besser. Regelmäßig nutzt er das Mitfahrangebot des DRK dienstags zur Tafel nach Preetz, um für seine Familie einzukaufen. Da der VW-Bus neben dem Fahrer nur sieben Plätze hat und das Interesse inzwischen weit darüber hinausgeht, fährt der Bus inzwischen im Durchschnitt dreimal hin und her – bei Bedarf auch häufiger.

 Ursprünglich hatte das DRK den Bus für die Senioren angeschafft: Wie die Vorsitzende Elli Kubach erklärt, werden damit jeweils freitags die Teilnehmer der Sitzgymnastik abgeholt. Die Veranstaltung findet in der Seniorentagesstätte am Dorfplatz statt. Außerdem wird darin das in der neuen Kita am Schulzentrum gekochte Mittagessen zum kleineren Standort in der Dorfstraße transportiert.

 Und seit November 2014, als immer mehr Flüchtlinge in Schwentinental ankamen, bietet das DRK nun auch Touren zur Preetzer Tafel an – mit ehrenamtlichen Fahrern und spendenfinanziert. Dieter Schnack, 76, ist einer von dreien, die sich regelmäßig ans Steuer setzen. Seit zehn Jahren chauffiert er freitags die Senioren, nun auch die Asylsuchenden. „Es bringt Spaß. Ich habe ja Zeit, ich bin Rentner“, sagt er. Da das Interesse an den Tafel-Fahrten so groß ist, wird der Nachmittag aber manchmal lang: „Es geht um 13 Uhr los, manchmal ist man erst gegen 17.30 Uhr wieder zu Hause.“ Über seine Fahrgäste äußert er sich nur lobend. Und nebenbei lernen sie, dass man sich in Deutschland im Auto anschnallen muss.

 Einen Teil der Fahrten finanziert die Stadt über Spenden. So waren beispielsweise im Ostseepark 5000 Berliner zu diesem Zweck verkauft worden (2500 Euro). Andere gaben das Geld direkt ans DRK, wie der Heimatbund (500 Euro). Trotzdem reichte es zuletzt nicht mehr, was der DRK-Vorsitzenden zunehmend Kopfschmerzen bereitete. Mit einer 800-Euro-Spende half nun der neugegründete Förderverein Ehrenamt weiter: „Ich finde es toll, dass sie das Projekt weitergeführt haben“, sagt die Vorsitzende Kirsten Stremlau. Elli Kubach ist erleichtert – weitere Zuschüsse zur Sicherung der Fahrten sind willkommen.

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