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Happy End für den Ebay-Esel

Schwentinental Happy End für den Ebay-Esel

Rund 150 Tiere verkauft der Wildpark der Stadt Schwentinental im Jahr. Über Ebay oder auch direkt vor Ort. Die sechs Monate alte Eseldame Bärbel verdankt es einer Reihe menschlicher Pannen, dass sie nicht den Weg nach Bayern antreten musste. Der kuriose Handel mit einer Züchterin kam nicht zustande.

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Bleibt erstmal hier: Tierpflegerin Gesche Wunsch ist froh, dass Eselin Bärbel vorerst bei ihr und Schwester Babsi (links) im Schwentinepark bleiben kann.

Quelle: Ralph Böttcher

Schwentinental. Die Seite des Online-Auktionshauses liest sich wie der Katalog einer Tierhandlung: Wellensittiche, Puten, Pfauen, Damwild. Nähere Informationen erteilen die Mitarbeiter, heißt es dort. Über die angegebene Mobilnummer hatte sich im Sommer 2015 auch Beate Dingeler aus Hilgertshausen-Tandern (Oberbayern) nach zwei jungen Eselinnen erkundigt. Einen Hengst besaß sie nach eigenen Angaben bereits, nun wollte sie eine Zucht aufbauen.

Die Tiere waren zu dem Zeitpunkt noch gar nicht auf der Welt. Nicht ungewöhnlich, wie Pressesprecherin Regina Blöcker im Schwentinentaler Rathaus erläutert. Über An- und Verkauf sorge der Wildpark dafür, dass die Bestände mit insgesamt 400 Tieren durchmischt würden und stets eine artgerechte Unterbringung gewährleistet sei.

Erste Unstimmigkeiten bei der Bezahlung

Als die Esel geboren waren, machte die Interessentin aus Bayern einen ersten Rückzieher: Sie wollte nur noch ein Tier. Der Kaufpreis von 350 Euro, am 24. Juli vertraglich vereinbart, sollte „innerhalb von 14 Tagen überwiesen werden“, sagt Regina Blöcker. Beate Dingeler behauptet, man habe eine Anzahlung von zehn Prozent und Restzahlung bei Abholung verabredet.

Tatsächlich geschah gar nichts. Mitarbeiter des Wildparks versuchten vergeblich, die Käuferin zu erreichen. Bis zum 19. Januar ging kein Geld ein. Die Kämmerei der Stadt schickte eine erste Mahnung nach Hilgertshausen. Acht Tage später wurde ein Amtshilfeersuchen gestellt. Als die Antwort kam, es gebe in der oberbayerischen Gemeinde keine Vollstreckungsstelle, habe man sich an das zuständige Amtsgericht Dachau gewandt. Blöcker: „Das Konto wurde dicht gemacht.“

Vollstreckung stürzte die Bayerin in Armut

Beate Dingeler brachte das in arge Not. Sie habe nicht mal mehr Geld gehabt, um zu ihrer Bank nach Dachau oder München zu fahren, um die Sache zu regeln. „Ich hatte noch vier Euro in der Tasche“, berichtet die alleinerziehende Mutter. Lebensmittel habe sie sich von den Nachbarn borgen müssen. Ihre Bitte an die Vollstreckungsstelle in Schwentinental, die Kontopfändung zurückzunehmen, sei „sehr arrogant“ zurückgewiesen worden.

Dass sie die Kaufsumme so lange nicht bezahlte und auch nicht erreichbar war, erklärt Dingeler mit dem Tod ihres Vaters, der ihr Leben durcheinander gebracht habe. Inzwischen sei die Sache geklärt, sofern man bei dieser Geschichte von Klarheit sprechen kann: Am Donnerstag habe ihre Bank die 350 Euro überwiesen, am selben Tag bot die Stadt Schwentinental ihr an, von dem Kaufvertrag zurückzutreten. Dieses Angebot habe sie angenommen, wie beide Seiten am Freitag bestätigten. Nun muss nur noch das Geld wieder zurück nach Bayern.

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Ein Artikel von
Ralph Böttcher
Ressortleiter Ostholsteiner Zeitung

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