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Ostseepark rüstet sich gegen Autorennen

Schwentinental Ostseepark rüstet sich gegen Autorennen

Müll, Schäden, illegale Autorennen – bei den Geschäftsleuten im Ostseepark Schwentinental ist der Freitagabend-Treff der Tuningszene vor Ort nicht beliebt. Seit dem Saisonbeginn wird versucht, die Flächen dafür zu beschränken: Der große Real-Parkplatz soll nicht mehr zur Verfügung stehen.

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Keine freie Fahrt mehr auf dem Real-Parkplatz am Freitagabend: Die Fläche war durch Absperrung zweigeteilt, sodass Kunden dennoch ihr Auto abstellen und einkaufen konnten. Auch ein Wachdienst war vor Ort. Die Szene sammelte sich stattdessen auf dem kleineren Lidl-Parkplatz (im Hintergrund).

Quelle: Andrea Seliger

Schwentinental. Ein erstes großes Treffen war bereits an Karfreitag angesagt gewesen, ein weiteres am vergangenen Sonntagabend nach dem Szene-Auftakt in Rendsburg. Doch Real und auch CB hatten erstmals ihre Parkplätze komplett abgesperrt. Eine Polizeistreife war immer wieder präsent. „Über die sozialen Medien spricht sich das schnell rum“, sagt Arnim Wiens, Leiter der Polizeistation in Schwentinental. Viele Fahrer verzichteten dann offenbar auf den Weg, die Teilnehmerzahlen fielen deutlich geringer aus als zuvor auf Facebook angekündigt.

 An den gewöhnlichen Freitagabenden ist der Real-Parkplatz nicht so einfach abzuriegeln, denn der Markt hat bis 23 Uhr geöffnet, die Kunden sollen ja kommen können. Mit umgedrehten Einkaufswagen und Absperrband wurde die Fläche jedoch unterteilt, ein Wachdienst war vor Ort, und die Polizei zeigte erneut Präsenz. Die Fahrer versammelten sich daraufhin vor allem auf der gegenüberliegenden Seite der Mergenthalerstraße, es blieb insgesamt ruhig.

 „Es geht ums Fachsimpeln, Kontakte knüpfen“, sagt ein junger Autoschrauber, der seinen Namen nicht nennen will. „Es gibt auch ein paar Halligalli-Leute, aber dazu gehören wir nicht.“ Man stecke eben viel Zeit und Geld in sein Hobby. Ein anderer versichert: „Wir sind nicht die, die mit 180 Stundenkilometer durch die Ortschaft rasen.“

 „Die Szene ist nicht homogen“, weiß auch Polzist Wiens. Viele wollten einfach nur klönen, und deren Autos seien auch halbwegs in Ordnung. Andere ärgerten sich, wenn sie ihre aufgerüsteten Showcars nicht vorführen könnten. Und dann gebe es jene, die rechtsfreie Räume suchten und bewusst auf volles Risiko fahren: „Die bringen die Szene in Verruf.“ Den Treff im Ostseepark gebe es seit 15 bis 20 Jahren, „es gab mal wildere, mal ruhige Zeiten“. Im Februar prallte einer der Fahrer bei einem missglückten Rennmanöver mit der Breitseite des Wagens gegen einen Mast auf dem Real-Parkplatz. „Wäre das Hindernis massiver gewesen, wäre der Mann tot gewesen“, sagt Wiens. So blieb es bei drei Leichtverletzten, der Mast wurde beschädigt.

 Burnouts auf dem Parkplatz, Rennen auf dem Mergenthalerstraße – das kam auch bei Kunden nicht gut an. Dazu kommen der Müll und die Schäden im Ostseepark, um den sich die Gewerbetreibenden kümmern müssen. Die Absperraktion soll verdeutlichen, dass es sich nicht um öffentliche Verkehrsflächen, sondern um Privatbesitz handelt, und ein Betreten nicht erwünscht ist. Beim jüngsten Treffen der Ostseepark Marketing hatte Real-Geschäftsführer Fatih Alpsoy um Mitstreiter geworben, um das Problem gemeinschaftlich zu lösen. Auch die Stadt könne dazu beitragen – mit den mobilen Berliner Kissen auf der Straße, die Rennen zu verhindern.

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