7 ° / 4 ° Regenschauer

Navigation:
Panzerknackerbande gesprengt

Schwentinental Panzerknackerbande gesprengt

Großer Erfolg für das Landeskriminalamt: Die Polizei hat eine Bande erfolgloser Panzerknacker ausgehoben. Die Gruppe von fünf Männern stahl in der Nacht zum Montag in Schwentinental einen Geldautomaten und sprengte ihn später im Wald. An das Geld kamen sie nicht, drei der Täter wurden festgenommen.

Voriger Artikel
Lernen mit dem Schulsachen-Rap
Nächster Artikel
Plöner singen neue HSV-Hymne

Der Eingangsbereich zur Diskothek Atrium und der Spielhalle ist frei zugänglich – dort stand der Geldautomat, der in der Nacht zum Montag gestohlen und gesprengt wurde.

Quelle: Andrea Seliger

Schwentinental. Die Polizei geht davon aus, dass diese Bande für acht weitere Fälle verantwortlich ist. Ihr jüngstes Objekt der Begierde stand im Eingangsbereich der Großdiskothek Atrium und der Spielhalle im Ostseepark Schwentinental, ein vergleichsweise kleines, freistehendes Modell. Der Raum ist frei zugänglich. Am frühen Montagmorgen gegen 0.45 Uhr – die Disco öffnet nur am Sonnabend – transportierten die Männer dieses Gerät ab, „mit einer Sackkarre“, wie Uwe Keller, Pressesprecher des Landeskriminalamts, berichtete. Sichtbare Schäden sind dort nicht entstanden.

 Um an den Inhalt zu kommen, sprengte die Bande den Automaten später in einem Waldstück zwischen Schwentinental und Preetz. Das Explosionsgeräusch wurde gehört und die Polizei alarmiert. Die Beamten des LKA konnten noch in der Nähe des Sprengortes drei Männer im Alter von 24, 26 und 34 Jahren festnehmen, die aus der Umgebung von Heide stammen. Zwei Täter konnten entkommen und sind auf der Flucht.

 Wie die Polizei bereits ermittelt hat, hatten die Männer bereits im Februar in Kiel einen Pkw gestohlen. Dieses Fahrzeug wurde nun zum Abtransport des Automaten genutzt. Sie hatten versucht das Gerät zu sprengen, indem sie Gas einleiteten und dann zündeten. Der Automat wurde dabei komplett zerstört. Der eigentliche Tresor blieb aber unversehrt – an das Geld war die Bande nicht gekommen. Alle Teile aus dem Wald wurden vom LKA sichergestellt. Es war offenbar nicht der erste Anlauf der Bande: Die Ermittler des LKA sind sich sicher, dass es sich bei dieser Gruppe um diejenige handelt, die seit dem 17. Januar schon in acht weiteren Orten in Schleswig-Holstein versucht hat, in SB-Filialen aufgestellte Geldautomaten zu sprengen. „In keinem Fall gelangten die Täter allerdings an das Bargeld“, so Uwe Keller.

 Die anderen Versuche, die der Gruppe angelastet werden, waren in Heikendorf (am 25. Januar), in Friedrichstadt, Wesselburen, Erfde, Albersdorf, Kremperheide, Wrohm und Hohenwestedt.

 Keller verwies auf die Gefahr, die von solchen Sprengungen ausgeht: Dabei könnten leicht Leute, die sich im Haus oder in der Umgebung befinden, verletzt werden. „Dafür werden die Täter nun zur Verantwortung gezogen.“

 Die Gruppe ist allerdings keineswegs allein in dieser Branche: Wie erst vergangene Woche berichtet, wird seit Herbst vergangenen Jahres bundesweit fast täglich irgendwo versucht, auf diese Weise an Geld zu kommen. Selbst Fahrkartenautomaten sind im Visier. Auch wenn nicht jeder Anlauf zum Erfolg führt, entsteht ein erheblicher Sachschaden. Deshalb wird nun bei Banken und Geräteherstellern über eine bessere Sicherung der Automaten diskutiert. Nicht nur durch die Explosion, auch auf der Flucht gefährden die Banden sowohl ihre Umwelt als auch sich selbst: In Niedersachsen starb ein Täter bei einer Verfolgungsjagd.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten aus Plön 2/3