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Von der Räucher- zur Hochzeitskate

Schwentinental Von der Räucher- zur Hochzeitskate

Die Räucherkate Raisdorf in Schwentinental hat Geburtstag: Am 10. September, genau zum Tag des Denkmals, wird sie 250 Jahre alt. Aus diesem Anlass lädt der Heimatbund zur Feier dort ab 11 Uhr ein – mit Fotos, Geschichten und Räucherware.

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Die Räucherkate ist mit 250 Jahren das älteste Gebäude Raisdorfs. Helmut Ohl (links) und Joachim Haberland vom Heimatbund laden zur Geburtstagsfeier am Sonntag ein.

Quelle: Andrea Seliger

Schwentinental. „Die Räucherkate ist das älteste Gebäude in Raisdorf“ , sagt Ex-Bürgermeister und Heimatforscher Helmut Ohl, 88. Als sie 1765 erbaut wurde, hatte das Dorf nur 281 Einwohner – fast alles waren Bauern, die Höfe lagen rund um den Dorfplatz, das neue Haus somit am Rand des damaligen Ortes. Gedacht war es für einen Rademacher, also einen Handwerker, der sich auf Räder aus Holz verstand. So einen wollte man gerne im Dorf, weil man ihn brauchte: „Die Bauern hatten alle Holzfahrzeuge“, erklärt Ohl. Eine Schmiede gab es schon, direkt nebenan. Die Kate sollte dem Rademacher als Wohnung und Werkstatt dienen, und er sollte dort auch räuchern können. „Benutzt wurde Abbruchmaterial aus einem noch älteren Haus“, berichtet Ohl. Das konnten die Historiker der Denkmalschutzbehörde nachweisen, als sie das Haus 1968 untersuchten. „Man sah es zum Beispiel daran, dass die Dachbalken nicht in der richtigen Reihenfolge nummeriert sind.“

Nach dem Tod der letzten privaten Eigentümerin Emma Leptien übte die Gemeinde 1974 ihr Vorkaufsrecht aus und erwarb das inzwischen denkmalgeschützte Gebäude von den Erben. Es wurde ein Kultur- und Gemeinschaftsraum eingerichtet, in dem auch standesamtliche Trauungen durchgeführt werden konnten. Die erste Hochzeit fand zur 750-Jahr-Feier Raisdorfs im selben Jahr statt.

1995 zündete ein Brandstifter die alte Kate an. „Das Dach brannte aus und innen gab es erhebliche Schäden“, so Ohl. Mauern und Fachwerk blieben jedoch erhalten, das Gebäude wurde wieder hergerichtet und weiter genutzt.

Bei der Feier am Sonntag will Ohl die Gäste „mit ins Jahr 1767 nehmen“ - mit Bildern und Geschichten. Dabei soll auch eine Bank vom Heimatbund gestiftete Bank eingeweiht werden, die an den letzten Raisdorfer Nachtwächter „Korl Pott“ erinnern soll. Außerdem gibt es die Gelegenheit, Räucherware wie Mettwurst und Schinken zu erwerben und sich mit Erbsensuppe zu stärken.

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