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Schwimmhalle Laboe in der Warteschleife

Zukunft ungewiss Schwimmhalle Laboe in der Warteschleife

Am 21. September 2014 stimmten 1490 Laboer in einem Bürgerentscheid für den Erhalt der Meerwasserschwimmhalle. Zwei Jahre später bleibt deren Zukunft ungewiss. Der Förderverein beklagt, dass die Ortspolitiker die Zeit nicht genutzt haben, die Gemeinde verweist auf das gestartete Gutachten.

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Wie es mit der Meerwasserschwimmhalle weitergeht, bleibt auch zwei Jahre nach dem Bürgerentscheid ungewiss.

Quelle: Thomas Christiansen

Laboe. „Ganz zuversichtlich“, dass die Halle auch noch über den Herbst 2017 hinaus bestehen bleibt, ist Karl-Christian Fleischfresser, einer der Initiatoren des Bürgerbegehrens. Ihn ärgert aber, dass die Gemeinde ihr Geld immer wieder für andere Dinge nutze. Bei einer Wahlbeteiligung von 57,7 Prozent hatten vor zwei Jahren 60,2 Prozent für den Erhalt der Halle gestimmt. Die Bindungsfrist dieses Bürgerbegehrens läuft zwar heute ab, doch die Gemeindevertretung hat vor wenigen Wochen beschlossen, die Halle mindestens bis zum Herbst 2017 weiter zu betreiben, um zunächst die Ergebnisse des Gutachtens abzuwarten.

 „Wir wollen das Bürgerbegehren natürlich weiter ernst nehmen“, betont Bürgermeisterin Ulrike Mordhorst. Nachdem die Verhandlungen mit dem Förderverein beendet sind, sei das Gutachten jetzt umso wichtiger, „um zu schauen, welche Möglichkeiten es für die Gemeinde gibt, die Halle weiter zu betreiben“.

 Nach vielen Verzögerungen wurden jetzt die Planungsbüros mit der „Konzeption einer Schwimmhallenversorgung für die Gemeinden des Amtes Schrevenborn und für die Gemeinden des Amtes Probstei für die Jahre 2016 bis 2040“, so der Titel, beauftragt. „Wir warten auf die Erkenntnisse aus diesem Gutachten, um eine Objektivität der Bewertung zu erreichen“, sagt Mordhorst. Martin Göttsch, Assistent der Werkleitung, erwartet von dem Gutachten eine Zustandserfassung, ein Sanierungskonzept und die Berechnung der Kosten für Sanierung oder Neubau. Ein zweiter Gutachter ist damit beauftragt, alles zu bewerten und die Gemeinde zu beraten. Dabei soll er ausdrücklich auch das alte Modell der Bürgergenossenschaft und den Vorschlag des Fördervereins berücksichtigen, betont Göttsch. Das Gutachten soll bis zum 31. März abgeschlossen sein.

 Der Förderverein hatte kurz vor Ende der Verhandlungen mit der Bürgermeisterin ein Konzept vorgelegt. Das sieht aber nicht die Übernahme des Betriebs durch den Verein vor, sondern schlägt einen Zweckverband vor, der eine Tourismusabgabe erheben soll. „Wenn jemand die Halle übernimmt, wird es nicht günstiger als das alte Konzept der Bürgergenossenschaft, das die Gemeindevertretung abgelehnt hat“, begründet Manfred Krutzinna vom Vorstand des Fördervereins, warum der Betrieb der Halle nicht übernommen wurde. Der vom Verein beauftragte Berater hatte stattdessen vorgeschlagen, dass in Laboe und den umliegenden Gemeinden 1 Euro pro Übernachtung als Abgabe für den Zweckverband erhoben wird. „Das wäre eine Möglichkeit, eine Finanzierungsgrundlage zu schaffen und den Gemeindehaushalt zu entlasten“, sagt Krutzinna. Mit diesem Konzept könne man sich unabhängig vom Gutachten beschäftigen. Krutzinna bedauert, dass zwei Jahre vergangen sind, ohne dass eine Lösung in Sicht ist: „Laboe könnte weiter sein, wenn alle es wollten.“

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Ein Artikel von
Thomas Christiansen
Ostholsteiner Zeitung

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