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Ganz bestimmt nicht wasserscheu

Schwimmkurs für Flüchtlinge Ganz bestimmt nicht wasserscheu

Erstmals gab es deshalb vergangene Woche einen Schwimmkurs speziell für geflüchtete Frauen. Zum täglichen Unterricht mit Schwimmhilfen und Anleitung durch ehrenamtliche Helferinnen kamen acht Asylbewerberinnen ins Freibad.

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Die Schwimmnudeln helfen den Schülerinnen von Elisabeth Runge und Jana Busch bei ihren ersten Zügen im Wasser.

Quelle: Andrea Seliger

Schwentinental. „In Schleswig-Holstein ist es wichtig, dass man schwimmen kann“, sagt Sven Michalczyk, Schwimmmeister im Freibad Schwentinental. Das sieht Giuliana Runge, Leiterin des Ehrenamtsbüros, genau so. Meldungen über Badeunfälle von Flüchtlingen gibt es immer wieder: Erst vor zwei Wochen musste ein Syrer am Strand in Möltenort reanimiert werden. Viele von ihnen können nicht schwimmen, sind bei schönem Wetter aber genauso gerne am Wasser wie jeder andere. Im Freibad Schwentinental, das von den örtlichen Stadtwerken betrieben wird, wurden deshalb bereits im vergangenen Jahr erste Kurse für Herren angeboten. Auch in diesem Jahr lernten bereits rund 20 erwachsene Männer schwimmen.

Im Rahmen eines Schulprojektes machten vor zwei Wochen 22 Kinder der DaZ-Klasse (Deutsch als Zweitsprache) an der Albert-Schweitzer-Schule und andere, die bis dahin nicht schwimmen konnten, ihr Bronzeabzeichen. Dieses ist auch die Voraussetzung dafür, dass sie an der Klassenreise teilnehmen dürfen.

„Dann sprach mich eine Frau an: Was ist mit uns?“, berichtet Giuliana Runge. So kam es zum ersten Schwimmkurs für erwachsene Frauen im Freibad. Zwei 15-jährige Schülerinnen des Max-Planck-Gymnasiums, Elisabeth Runge, langjährige Schwimmsportlerin beim TSV Klausdorf, und ihre Freundin Jana Busch, ausgebildete Rettungsschwimmerin, unterrichteten die achtköpfige Gruppe eine Woche lang täglich vormittags – ehrenamtlich.

„Wir hatten eine Woche Zeit und wollten etwas Hilfreiches machen“, sagt Elisabeth Runge und ist sehr zufrieden mit den Fortschritten ihrer Schützlinge, die aus Syrien, dem Iran und Afghanistan kommen. Einige von ihnen tragen Neopren wie ihre Lehrerinnen, andere Sportkleidung. Eine von ihnen ist Nesreen Rfaa, 34, Kinderärztin. „Ich hoffe, ich lerne es“, sagt die Syrerin, die aber sichtlich Spaß an der Bewegung hat und keineswegs wasserscheu ist. Im flachen Nichtschwimmerbecken wird eifrig am korrekten Beinschlag mit Schwimmnudeln als Auftriebshilfe gearbeitet, es werden Ringe hochgetaucht, und am Schluss geht es auch noch auf die kleine Rutsche. Schwimmmeister Sven Michalczyk lobt die Gruppe: „Die waren sogar bei Regen hier“. Schwimmen zu können gehöre in Deutschland einfach dazu, sagt Giuliana Runge. Die Flüchtlinge sollten tolle Freizeitangebote wie das Bad auch sicher nutzen können. Sie freut sich über die gute Kooperation mit dem Freibad und würde am liebsten noch mehr Kurse etablieren. Das Freibad hat sich auf die neuen Gäste eingestellt: Die Baderegeln gibt es auch auf Arabisch und in Zeichenform. Diese Schilder, so berichtet Michalczyk, habe man von den Stadtwerken München übernehmen können, wo bekanntlich besonders viele Flüchtlinge zuerst ankamen.

Die neuen Nutzer verhielten sich „wie andere Badegäste auch“, so der Schwimmmeister. Manchmal müsse man ihnen noch etwas erklären, „dann entschuldigen sie sich“. Zu Saisonbeginn, als das Wetter besonders schön war, hatte es auch einige problematische Besucher gegeben. Dabei habe es sich jedoch nicht um die neu angekommenen Flüchtlinge gehandelt, sondern um eine bereits bekannte schwierige Klientel, die in der jüngsten Zeit aber nicht mehr aufgetaucht sei.

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