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Doch kein Schlussstrich

Seewiesen Doch kein Schlussstrich

Der Planungsverband Seewiesen Plön/Rathjensdorf für ein interkommunales Baugebiet wird nicht aufgelöst. Ein Antrag der Grünen, der durch eine Empfehlung des Stadtentwicklungsausschusses unterstützt wurde, fand in der Plöner Ratsversammlung keine Mehrheit. Die Abstimmung endete mit einem Elf-zu elf-Unentschieden.

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Obwohl die Planungen seit zehn Jahren laufen, heißt es auf den Feldern zwischen Plön und Tramm: Still ruhen die Seewiesen.

Quelle: Dirk Schneider

Plön. Jedem der 23 potenziellen Redner – neben den anwesenden 22 Ratsmitgliedern durfte auch Bürgermeister Jens Paustian in seiner Funktion als Planungsverbandsvorsitzender das Wort ergreifen – wurde „angesichts der Vielzahl der zu erwartenden Beiträge“ eine maximale Redezeit von zehn Minuten eingeräumt. Der Vorsitzende des Stadtentwicklungsausschusses, Bernd Möller (SPD), ließ noch einmal die zehnjährige wechselhafte Geschichte des Vorhabens Revue passieren. 2006 habe man den Verband mit großer Euphorie gegründet, um ein hochwertiges Baugebiet mit 250 Gebäuden rund um einen künstlich angelegten See einerseits und einem kulturellen Zentrum im Bereich der Gutsanlage andererseits zu schaffen. „Erste Auseinandersetzungen mit dem Kreis und der Landesplanung gingen verloren. Ein Investor verschwand, ein neuer kam. Die Ziele wurden halbiert, von der ursprünglichen Idee ist nicht mehr viel geblieben“, so Möller. „Das Ganze hat als Vision begonnen, die sich nicht umsetzen lässt.“ Parallel dazu zeige eine Potenzialanalyse, dass Plön in der Lage sei, den Bedarf an Wohnflächen im eigentlichen Stadtgebiet zu decken. „Junge Familien kaufen alte Häuser und lassen diese in neuem Glanz erstrahlen“, meinte Möller. Auch Sabine Kauf (Grüne) betonte, dass Plön über ausreichende Ressourcen an Wohnflächen verfüge. „Und prinzipiell muss eine innerstädtische Verdichtung immer Priorität vor der Zersiedelung der Landschaft haben.“

 Thorsten Pfau (SPD) hinterfragte die aktuelle Genehmigungsfähigkeit des Vorhabens und damit auch die konkrete Zukunft des Planungsverbands. Sein Fazit: „Das ist der Versuch, einen Wunschtraum zu verwirklichen.“ Ingo Buth (fraktionslos) schlug in die gleiche Kerbe: „Es ist sinnlos, weiter Zeit und Geld in ein Projekt zu stecken, das keine Chance auf Realisierung hat.“

 Bürgervorsteher Dirk Krüger wehrte sich gegen einen vorauseilenden Gehorsam gegenüber übergeordneten Behörden. „Wir dürfen uns von Kreis und Landesplanung nicht ausbremsen lassen“, so Krüger. Vielmehr sollte man den Nachweis erbringen, dass eine innerstädtische Verdichtung und ein Neubaugebiet nicht in Konkurrenz stünden, sondern sich ergänzen könnten. Ein weiterer wichtiger Aspekt: „Wir entscheiden hier heute auch über die Zukunft der Gemeinde Rathjensdorf.“ Die Ratsversammlung sollte das aufgebaute Vertrauen als verlässlicher Partner nicht verspielen, sondern ein Signal setzen, damit das ins Stocken geratene interkommunale Projekt wieder Fahrt aufnehme.

 Gabriele Killig (FDP) warb für mehr Optimismus. Jan Zender (CDU) und Frank Ewers (FWG) sieht in den Seewiesen „die auf lange Sicht letzte größere Erschließungsmöglichkeit“, die von der Stadt initiiert werden könne. Die Chance Neubürger anzusiedeln, mehr Schlüsselzuweisungen zu erhalten und Steuereinnahmen zu erhöhen, müsse man mit einer Angebotsplanung nutzen, betonte Stefan Plischka (CDU). „Wir haben für eine Kleinstadt eine sagenhafte Infrastruktur.“ Wenn man einen Ausbau in thematischen Quartieren wie junges oder altersgerechtes Wohnen vorantreibe, könne das Neubaugebiet im Laufe der Zeit ganz natürlich von Tramm aus in Richtung Plön wachsen.

 Rathjensdorfs Bürgermeister Uwe Koch, zeigte sich am Rande der Sitzung vom Verlauf der Diskussion enttäuscht. „Ich kann mir die 180-Grad-Wende vieler Ratsmitglieder nicht erklären.“ Das Wichtigste sei jetzt aber, nach vorne zu schauen. „Der Planungsverband und insbesondere dessen Vorsitzender sind jetzt in der Pflicht, schnell zu liefern.“

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