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Tod in der Stromleitung

Seltener Bartgeier in Blekendorf Tod in der Stromleitung

Einen ungewöhnlichen Fund meldet der Naturschutzbund (Nabu) aus Blekendorf. Dort lagen die Überreste eines jungen Bartgeiers, den es aus Südfrankreich an die Ostseeküste verschlagen hatte. Das äußerst seltene Tier hatte sogar einen Namen: Larzac.

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Das Bild zeigt Bartgeier in einer Voliere. Die seltene Art soll in den Alpen wieder heimisch werden.

Quelle: dpa

Blekendorf. Der Bartgeier stammt aus einem Auswilderungsprojekt nahe Toulouse, wo Larzac im Mai 2015 freigelassen wurde. Geboren wurde er allerdings in Gefangenschaft in Österreich. Die Wissenschaftler verfolgten seine Wanderung dank eines kleinen Senders, den der männliche Vogel trug. Larzac blieb zunächst in Südfrankreich und flog dabei in Gesellschaft von Layrou, ebenfalls ein Bartgeier-Männchen. Im Juni 2016 begann er seine Reise zunächst in die Niederlande. Am 2. Juli erreichte er sogar Fehmarn. Das letzte GPS-Signal ist vom 4. Juli. Dann war Funkstille. An der Suche nach dem als vermisst gemeldeten Tier beteiligten sich zahlreiche Ornithologen der Region.

Fündig wurde schließlich der Nabu-Landesgeschäftsführer Ingo Ludwichowski, der einen Tipp aus der Bevölkerung erhalten hatte. Er entdeckte die Überreste des Bartgeiers am Hasenberg in Nessendorf in der Gemeinde Blekendorf nur wenige wenige Meter entfernt von einer Stromleitung, die zwar abgeschaltet, aber noch nicht abmontiert war. Ludwichowski vermutet, dass der Vogel gegen die Kabel geflogen sei und dadurch getötet wurde. „Der Fund zeigt, welche Gefahren von ungesicherten Stromleitungen gerade für große, unerfahrene Vögel ausgehen.“

Der Bartgeier – auch Lämmergeier genannt – ist mit einer Flügelspannweite von 2,80 Meter der größte Greifvogel Europas. Mit einem Bestand von nur noch 220 Brutpaaren gehört er zu den seltensten Vogelarten überhaupt. Naturschützer bemühen sich seit 2012, die Gattung in den Alpen, aber auch in Andalusien in Spanien wieder heimisch werden zu lassen. Die wenigen verbliebenen Brutpaare überlebten in den Pyrenäen.

Larzacs Reise nach Blekendorf war nicht seine letzte. Knochen und Federn kehren samt Ring und GPS-Sender auf dem Postweg nach Frankreich zurück. Dort wollen Veterinärmediziner die Überreste des Tieres untersuchen, um die genaue Todesursache festzustellen.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Schekahn
Ostholsteiner Zeitung

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