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So viel Hundesteuer zahlt man in den Gemeinden

Vergleichsgrafik Kreis Plön So viel Hundesteuer zahlt man in den Gemeinden

Der dänische König führte 1807 die Hundesteuer im damaligen Herzogtum Holstein ein. Der König ging, die Hundesteuer nicht. Im Kreis Plön ist die Spannbreite heute groß, die die Kommunen für die Vierbeiner verlangen. Sie reicht von null bis 120 Euro pro Jahr. Eine Übersicht.

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Viele Gemeinden im Kreis Plön erhöhten in den vergangenen Jahren die Hundesteuer. Bis zu 33 Cent pro Tag müsen Herrchen und Frauchen für ihren Vierbeiner aufwenden.

Quelle: Karina Dreyer

Kreis Plön. Wittmoldt gehört zu den kleinsten Gemeinden im Kreis, liegt aber in der Spitzengruppe bei der Hundesteuer. Die nackte Finanznot ließ die Vertretung jüngst den Steuersatz von 40 auf 120 Euro anheben. Zwölf Hundebesitzer sind betroffen. Mehreinnahmen: knapp 1000 Euro. „Wir schieben ein Minus von 67000 Euro im Haushalt vor uns her“, so Bürgermeister Gerold Fahrenkrog. Nun möchte Wittmoldt vom Land eine Fehlbedarfszuweisung. Dafür muss es seine eigenen Steuersätze auf das vom Land geförderte Niveau heraufschrauben. Sonst gibt es weniger Geld. Den Kritikern im Ort hielt er entgegen: „Du streichelst deinen Freund für 33 Cent pro Tag. So viel muss er dir wert sein.“

Preetz verlangt seit zwei Jahren 120 Euro für den ersten Hund von seinen Bürgern. Auch hier spielt die Landeshilfe eine Rolle. Die Steuer spült pro Jahr 120000 Euro in die Stadtkasse. Zumindest ein Teil davon fließt zurück an die Hundebesitzer. Laut Bürgermeister Björn Demmin verteilt die Stadt jedes Jahr 200000 Kotbeutel und unterhält vier Auslaufwiesen. Erfolgreich aus Sicht der Stadt sei 2014 eine Zählung der Vierbeiner gewesen. Die Herrchen von 150 Waldis und Wuffis, die bis dahin nicht registriert waren, kamen auf die Steuerliste.

Ähnlich sieht es in der Gemeinde Heikendorf aus. Wegen der schlechten Finanzen werden dort seit Jahren 120 Euro fällig. „Der Haushalt sieht furchtbar aus“, beschreibt Bürgermeister Alexander Orth die kritische Lage. Immerhin kommen durch die Hundesteuer pro Jahr 50000 Euro zusammen, die helfen, die Gemeindeangelegenheiten zu finanzieren.

Ostholstein: Gemeinden mit der höchsten Hundesteuer
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Noch zu Zeiten der D-Mark erließ die Gemeinde Nehmten ihren Bürgern die Abgabe für die Tiere. Die meisten waren damals sowieso Hofhunde oder Jagdhunde, erinnert sich Bürgermeister Johannes Hintz. Der Aufwand habe in keinem Verhältnis zum Ertrag gestanden. „Es lohnte sich einfach nicht.“ Heute sei den Bürgern im Ort eine Hundesteuer überhaupt nicht vermittelbar. Der Gemeinde gehe es dank einiger Gewerbesteuerzahler gut. Warum also Steuern einführen?

Ostholstein: Gemeinden mit der niedrigsten Hundesteuer
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Der Bürgermeister von Lehmkuhlen , Norbert Langfeldt, fällt noch ein anderes Argument ein, warum seine Gemeinde 1999 Schluss machte mit Steuern für Dackel, Pinscher und Golden Retriever. Lehmkuhlen will das Leben auf dem Lande attraktiv halten. Und eine Hundesteuer unterstütze das nicht. Die Steuerfreiheit hat ihren Preis. Etwa 20000 Euro lässt sich die Gemeinde pro Jahr entgehen.

Amtsfreie Städte und Gemeinden : Preetz 120 Euro, Plön 120, Schwentinental 90, Ascheberg 50, Bösdorf 65, Bönebüttel 40.

Amt Lütjenburg : Behrensdorf 30 Euro, Blekendorf 50, Dannau 35, Giekau 40, Helmstorf 20, Högsdorf 10, Hohenfelde 25, Hohwacht 50, Kirchnüchel 20, Klamp 20, Kletkamp keine, Lütjenburg 72, Panker 90, Schwartbuck 40, Tröndel 40.

Amt Großer Plöner See : Bosau 80 Euro, Dersau 61, Dörnick 40, Grebin 30, Kalübbe 60, Lebrade 30, Nehmten keine, Rantzau 15, Rathjensdorf 120, Wittmoldt 120.

Amt Preetz-Land : Barmissen 40 Euro, Boksee 60, Bothkamp 20, Großbarkau 20, Honigsee 25, Kirchbarkau 36, Klein Barkau 60, Kühren 30, Lehmkuhlen keine, Löptin 15, Nettelsee 35, Pohnsdorf 20, Postfeld 50, Rastorf 20, Schellhorn 24, Wahlstorf 30, Warnau 30.

Amt Schrevenborn : Schönkirchen 120 Euro, Mönkeberg 108, Heikendorf 120.

Amt Bokhorst Wankendorf : Belau 40 Euro, Ruhwinkel 40, Stolpe 60, Wankendorf 40, Großharrie 30, Rendswühren 30, Schillsdorf 30, Tasdorf 40.

Amt Selent-Schlesen : Dobersdorf 40 Euro, Fargau-Pratjau 60, Lammershagen 20, Martensrade 35, Mucheln 40, Schlesen 30, Selent 60.

Amt Probstei : Barsbek 40 Euro, Bendfeld 110, Brodersdorf 42, Fahren 100, Fiefbergen 60, Höhndorf 40, Köhn 50, Krokau 40, Krummbek, 100, Laboe 120, Lutterbek 120, Passade 80, Prasdorf 60, Probsteierhagen 70, Schönberg 90, Stakendorf 20, Stein 60, Stoltenberg 20, Wendtorf 40, Wisch 30.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Schekahn
Ostholsteiner Zeitung

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