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Sorge um die Postseefeldmark

Preetz Sorge um die Postseefeldmark

Die in der jüngsten Bauausschusssitzung vorgestellten Pläne für eine Bebauung der Lehmkuhlenkoppel sorgen für Aufruhr in Preetz. Inzwischen hat sich eine Bürgerinitiative gegründet, die für den Erhalt der Postseefeldmark kämpft und dafür bereits über 300 Unterschriften gesammelt hat.

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Wenige Betreuungsplätze, erhöhtes Verkehrsaufkommen, Sorge um den Erholungswert: Die Liste der Kritikpunkte ist lang.

Quelle: Silke Rönnau

Preetz. „Der Beschlussvorschlag kam für uns völlig überraschend“, klagt Hans Grothmann als Sprecher der Bürgerinitiative. Wie berichtet, hatte eine Einrichtung für therapeutisches Reiten eine Anfrage an die Stadt gerichtet. Außerdem will die Freie Schule Leben und Lernen dort einen Kindergarten errichten. Auch der Naturkindergarten „Die Wühlmäuse“ sucht nach einem Standort für eine Unterkunft.

 Die knapp vier Hektar große Fläche gehört der Kirchengemeinde. Die Gemeinde möchte drei Hektar verkaufen und den Rest verpachten. Rund 30 Wohneinheiten könnten hier entstehen, so die ersten Ideen im Ausschuss. „Wir haben uns die Flächen genau angeschaut: Auf der Lehmkuhlenkoppel würden bis zu 80 Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäuser sowie ein vierzügiger Kindergarten Platz finden“, erklärt Christin Grothmann.

 Dazu komme das Zulageland am Lohmühlenweg, das gleich mit erschlossen werden solle. „Dafür soll in der Tonderner Straße der Spielplatz weg“, schimpfte ein Anwohner. Dort könnten weitere 35 Wohneinheiten gebaut werden.

 Der neue Kindergarten würde wahrscheinlich noch nicht einmal für die Kinder der Neubaugebiete ausreichen. Damit blieben Betreuungsplätze für den Nachwuchs in Preetz weiter knapp, kritisiert die Bürgerinitiative. „Wir haben auch Sorge vor der enormen verkehrlichen Belastung“, erklärt Hans Grothmann. Man rechne mit fast 800 zusätzlichen Fahrten pro Tag durch den Postfelder Weg – auch durch an- und abfahrende Eltern, die ihre Kleinen zum Kindergarten bringen.

 Auch um den Erholungswert der Postseefeldmark und den Erhalt der Natur sorgen sich die Mitglieder der Initiative. „Laubfrösche und Igel kommen im Moment noch bis an unsere Terrasse“, erzählt Grothmann.

 Die Koppel diene außerdem als Sickerfläche bei Regen. Hinzu kommt, dass die Anwohner befürchten, sie könnten für den notwendigen Straßenausbau zur Kasse gebeten werden.

 Kritisiert wird auch, dass die Stadt ein Klimaschutzkonzept entwerfe und nun gleichzeitig Randflächen bebauen wolle.

 Schon aufgrund des demografischen Wandels würden in den kommenden Jahren viele Häuser in Preetz frei werden. Man könne doch keine Neubaugebiete auf der grünen Wiese ausweisen, wenn es gleichzeitig noch viele Baulücken im Stadtgebiet gebe, kritisiert die Bürgerinitiative. Die Initiative habe kein Verständnis dafür, dass die Postseefeldmark immer wieder als Standort für ein Baugebiet ins Gespräch gebracht werde. „Das ist doch der größte Schatz der Stadt Preetz.“

 Die Bürgerinitiative hat inzwischen einen Informationsstand an der Lehmkuhlenkoppel aufgebaut. Dort wird sie auch weiter Unterschriften sammeln. „Wir lassen uns die Feldmark nicht kaputt machen“, stellt Christin Grothmann klar.

Die Homapage der Initiative unter www.postseefeldmark.de ist noch im Aufbau. Informationen zur Bürgerinitiative gibt es bis in der Zwischenzeit bei Christin und Hans Grothmann per E-Mail an info@postseefeldmark.de.

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Ein Artikel von
Silke Rönnau
Ostholsteiner Zeitung

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