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Sorge ums Grün an der Schlosskoppel

Heikendorf Sorge ums Grün an der Schlosskoppel

Die Schlosskoppel gehört durch die Nähe zum Wasser zu den besten Adressen in Heikendorf. Was dort aus der großen Grünfläche wird, die sich im Besitz des Bundes befindet, ist noch ungewiss: Eine Bürgerinitiative hat 960 Unterschriften gesammelt, um sie unbebaut zu lassen.

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Ulrike Schulz (von links), Wolf Stähr und Michaela Brechtel überreichen dem stellvertretenden Heikendorfer Bürgermeister Karl Scharpf die gesammelten Unterschriften für den Erhalt der Freifläche an der Schlosskoppel.

Quelle: Andrea Seliger

Heikendorf. Die Wiese wird zurzeit lediglich regelmäßig gemäht. Gerne würde der Eigentümer, die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), das Grundstück verkaufen, aber nicht als landwirtschaftliche Fläche, sondern lukrativer als Bauland – zumindest teilweise. Auf der Internetseite „Bundesimmobilien“ waren schon einmal „attraktive Baugrundstücke“ in Heikendorf als „Vorankündigung“ angepriesen worden, dies ist inzwischen wieder gelöscht worden. Denn noch besteht dort gar kein Baurecht.

 Es könnte allerdings kommen: Im Februar 2015 hatte die Gemeinde Heikendorf beschlossen, einen Bebauungsplan für die Fläche aufzustellen. Zu dem Gebiet, das überplant werden soll, gehört auch ein kleineres Grundstück auf der gegenüberliegenden Straßenseite, das ebenfalls noch größtenteils im Besitz der Bima ist. Als Planungsziel wird „Ausweisung einer Wohnbaufläche“ sowie „touristisch-kulturelle Nutzung“ angegeben. Noch befindet sich dieses Verfahren ganz am Anfang. Angedacht ist auf der großen Wiese eine Wohnbebauung im oberen Teil, parallel zur Straße. Der untere Teil sollte für die Allgemeinheit zugänglich werden. Die kleinere Fläche südlich der Schlosskoppel könnte möglicherweise auch zur Erweiterung des benachbarten Unternehmens FLS genutzt werden.

 Gegen diese Pläne wenden sich nun Anlieger und weitere Heikendorfer. „Die Wiese prägt sowohl von der Wasser- als auch von der Landseite als unbebaute Fläche das Landschaftsbild in diesem Fördebereich entscheidend und stellt einen besonders schutzwürdigen Naturraum dar“, meint Michaela Brechtel. Sie, Wolf Stähr und Ulrike Schulz sind die Initiatoren des Bürgerbegehrens und haben in den vergangenen Monaten rund 960 Unterschriften gesammelt, um einen Bürgerentscheid dazu herbeizuführen. 703 wären mindestens nötig gewesen. Diese wurden nun an Karl Scharpf übergeben, der zurzeit Bürgermeister Alexander Orth vertritt. „Schade. Wir wollten eigentlich etwas Schönes aus der Wiese machen“, meinte Scharpf, nahm die Sammlung aber entgegen.

 Nach Ansicht der Bürgerinitiative müsste für die Fläche die neue Regelung im Bundesnaturschutzgesetz gelten, nach der ein Abstand von 150 Metern zur Uferzone einzuhalten sei. Das würde ohnehin den größten Teil der Wiese betreffen. Ältere Häuser in der Gegend stehen allerdings teilweise dichter am Wasser. Juristisch gesehen sei die Grünfläche „Außenbereich im Innenbereich“, meint Brechtel. Er würde sie gerne unzerschnitten für die Allgemeinheit erhalten: „Der Bund sollte der Gemeinde das Grundstück zu einem landwirtschaftlichen Preis verkaufen.“ Vorbild ist die Germaniakoppel in Mönkeberg: Dort hat die Gemeinde die Fläche erworben.

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