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Spatelente begeistert Vogelfreunde

Preetz Spatelente begeistert Vogelfreunde

Mit 2,5 Stunden hatte Marcel Hesse noch eine relativ kurze Anfahrt. Anders als manche anderen Hobby-Ornithologen, die noch viel länger unterwegs waren, hatte er auch Glück und konnte die eigentlich in Island und Grönland heimische Spatelente auf dem Kirchsee in Preetz tatsächlich beobachten und fotografieren.

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Die Spatelente ist immer mal wieder auf dem Kirchsee in Preetz zu beobachten.

Quelle: Marcel Hesse

Preetz. „Die werde ich in den nächsten zehn Jahren nicht wiedersehen“, meint der 23-Jährige aus dem niedersächsischen Delmenhorst. Am liebsten entdeckt er selbst seltene Vogelarten, doch wenn er im Internet von solchen Sichtungen erfährt, scheut er auch keine längeren Wege.

 Für Laien ist die Spatelente kaum von der hier brütenden Schellente zu unterscheiden. Der jetzt wieder aufgetauchte Vogel ist aber schon häufiger beobachtet worden und eindeutig eine Spatelente, sagt Wilfried Knief aus Probsteierhagen, stellvertretender Vorsitzender der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft Schleswig-Holstein/Hamburg(OAG). Seit 2010 wird auf den Seen in der Umgebung von Preetz – zum Beispiel auf dem Kirchsee, dem Lanker See und dem Scharsee – offenbar immer mal wieder das gleiche Exemplar beobachtet.

 „Wir kennen das Tier seit 2010“, bestätigt Bernd Koop aus Plön (Avifaunistische Leitung der OAG). Auf allen Fotos seien die exakt gleichen Fleck-Muster zu erkennen. Nachdem damals zunächst noch eine Flucht aus der Gefangenschaft vermutet worden war, stuft Koop das Tier inzwischen als „potenziellen Wildvogel ein, weil er unberingt ist“.

 Weil es 2010 die erste Beobachtung einer frei fliegenden Spatelente in Schleswig-Holstein überhaupt und auch bundesweit erst die zweite war, kommen „jedes Jahr wieder die Gast-Beobachter in Scharen“, sagt Koop.

 Als dieses Jahr die erste Sichtung im Januar gemeldet wurde, kamen sofort wieder Vogelfreunde angereist. Koop selbst war in der vergangenen Woche am Kührener Teich, wo die Spatelente gesichtet worden sein soll und traf dort Beobachter unter anderem aus Osnabrück und Berlin. „Das ist eine Art Sport“, sagt der Ornithologe.

 Die Spatelente bezeichnet Koop als einen „schönen Vogel“, den er selbst aber nur von Island kennt: „Dort ist die Spatelente so verbreitet wie bei uns die Schellente.“ Da manche auf Island brütende Vogelarten jedes Jahr auch hier durchziehen, vermutet Koop, dass diese Spatelente vielleicht ihren Schwarm verloren haben könnte. Schon zur ersten Sichtung 2010 am Kirchsee hieß es, sie „balzte dort Schellenten an“. Auch Koop vermutet, dass das Männchen wegen der Schellenten-Weibchen da ist. Bislang haben die Annäherungsversuche aber offenbar nicht gefruchtet: „Das ist vielleicht auch besser so“, meint Koop.

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Ein Artikel von
Thomas Christiansen
Ostholsteiner Zeitung

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