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Die richtige Musik zieht mit

Landesmeisterschaft in Plön Die richtige Musik zieht mit

Humtata und schräge Töne: Wenn man an Spielmannszüge denkt, kommen sicher vielen solche Klischees in den Sinn. Dass diese Art von Musik aber viel mehr ist als langweilige Altherren-Marschmusik, beweist der Plöner Musikzug, der am Pfingstsonntag, 24.

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Die Gardeuniform des Plöner Musikzuges: ein dreifarbiger Blazer zu schwarzer Hose, Hut und Schuhen.

Quelle: PMZ

Plön. Mai, die Landesmeisterschaft der Spielmannsvereinigung Schleswig-Holstein ausrichtet. Doch mit welchem Erfolgsrezept begeistern die Plöner junge Menschen von ihrer Musik und schaffen es, mit ihnen sogar regelmäßig bei Landes- und deutschen Meisterschaften aufzutreten?

19 „Minis“ (Sechs- bis Zwölfjährige) und 19 Junioren (bis 21 Jahre) – die Jugend ist in dem Verein mit 60 aktiven Spielern gut aufgestellt. So viele junge Menschen, die sich für Musik in einem Spielmannszug interessieren, sind aber in den wenigsten Vereinen die Regel: Der Ruf einer steifen Kapelle haftet dem Spielmannszug-Wesen noch immer an. Einige Vereine versuchen, ihr Bild nach außen zu reformieren. Das führt dazu, dass sich in jüngerer Zeit vermehrt Gruppen moderner klingende Namen wie „Orchester“ oder „Brassband“ geben.

Aber eine Namensänderung allein macht Musikzüge noch nicht modern. Auch inhaltlich ist Beweglichkeit gefragt: „Wir sind keinesfalls antiquiert, sondern sind mit unseren Rock-, Pop, oder auch Hip-Hop-Liedern immer am Puls der Zeit. Damit gewinnen wir junge Spieler“, sagt Maik Gess, musikalischer Leiter und Dirigent des Musikzuges Plön.

Der 27-Jährige kam vor acht Jahren in den Verein, hat vor vier Jahren die musikalische Leitung übernommen und das Konzept aufgefrischt: „Junge Leute gewinnt man, indem man ihnen das Mitspracherecht bei der Songauswahl gibt.“ Dadurch würden die jungen Spieler auch dazu motiviert, für Landesmeisterschaften über einen so langen Zeitraum zu üben. Die Hobbyspieler müssten sich mit der Musik identifizieren können, damit sie auch den Willen haben, fast jedes Wochenende und zwei- bis dreimal in der Woche für das Großevent zu proben – und das seit März.

Die ausgewählten Lieder sind aber nicht nur bei den jüngeren modern, sondern auch bei der parallel laufenden Senioren-Meisterschaft: Während die beiden Jugendensembles unter anderem mit „Let me Entertain you“ oder „Viva la Vida“ überzeugen wollen, geben die über 21-Jährigen „Pearl Habour“ zum Besten. Die Plöner Minis treten bei ihrem Auftritt in Konkurrenz zu den Junioren aus ihrem eigenen Verein. „Es gibt bei den Meisterschaften nur die Unterteilung in Junioren und Senioren. Aber für unsere Jüngsten ist es eine gute Übung, zu sehen, wo sie stehen“, sagt Astrid Röhr, Vorsitzende des Musikzugs.

Beim Wettbewerb selbst kommt es vor allem auf eines an: Ein gutes Gespür für Musik, das für die Bewertungsrichter ausschlaggebend ist. Die Lieder, mit denen die insgesamt 14 Vereine aus Schleswig-Holstein, Hamburg und Neustrelitz in 23 Klassen antreten, werden nicht verglichen. „Es geht bei den Konzertgruppen um die musikalische Umsetzung“, erklärt Thies Thomsen, einer der sechs Juroren der Landesmeisterschaft. Sind die Bläser zu laut oder zu leise? Besteht eine Harmonie im Zusammenspiel? Wird der Song lebendig vorgetragen? Werden die Noten getroffen? Dies sind einige Fragen, die in die Bewertung einfließen.

Bei den Marschformationen, die draußen einen rund 250 Meter langen Parcours abmarschieren müssen, sind die Kriterien anders: Ausführungsfragen wie der Abstand zueinander, die Ausführung der Bewegungen, das Stehenbleiben auf Kommando oder der Gleichschritt in der Kurve bestimmen hier die Note, die zwischen 0,5 (Bestnote) und sechs liegen kann. „Marschgruppen haben es schwerer, sie müssen nicht nur bestmöglich spielen, sondern gleichzeitig den Marsch beherrschen“, sagt Thomsen.

Insgesamt treten Musiker in zehn verschiedenen Klassen gegeneinander an. Jede Gruppe bekommt nach ihrem Auftritt eine Punktewertung und ein Kritikgespräch. „Aus diesen Gesprächen kann man viel Erfahrung für das nächste Mal mitnehmen“, sind sich Röhr und Gess einig.

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Landesmeisterschaft in Plön
Foto: Eine Stadt voller Musik war Plön am Pfingstsonntag, als elf Musikzüge hier um Titel bei der Landesmeisterschaft der Spielmanns-Vereinigung Schleswig-Holstein (SVSH) wetteiferten.

Eine Stadt voller Musik war Plön am Pfingstsonntag, als elf Musikzüge hier um Titel bei der Landesmeisterschaft der Spielmanns-Vereinigung Schleswig-Holstein (SVSH) wetteiferten. Vier Mal Gold und damit vier von sieben Landesmeistertiteln gingen an den Gastgeber, den Musikzug Plön.

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