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Angler mit Faible für Buchhaltung

Sportfischerverein Plön Angler mit Faible für Buchhaltung

Im Ranking der erfolgreichsten Angler im Sportfischerverein Plön belegt er sicher einen der letzten Plätze, für den Verein selbst war er 25 Jahre lang unverzichtbare Nummer eins: Jörg Zimmermann wird am Freitag, 19. Februar (19.30 Uhr, TSV-Sportheim), den Vorsitz des 300 Mitglieder starken Vereins abgeben.

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Jörg Zimmermann – hier auf dem Vereinsgelände am Schluensee – ist seit 25 Jahren Vorsitzender des Sportfischervereins Plön. Am kommenden Freitag macht er Platz für einen Nachfolger.

Quelle: Peter Thoms

Plön. „Ich bin nie ein großer Angler gewesen,“ räumt der scheidende Vorsitzende ein, kann sich aber noch an den größten seiner wenigen Fänge erinnern: ein 106 Zentimeter langer Hecht. Als „Verwaltungsmensch“ sah und sieht er sich lieber am Schreibtisch: bis zu seinem Ruhestand im Sozialministerium in Kiel, danach und bis heute als Sozialberater des Sozialverbandes. Auch ein Sportfischerverein braucht Verwaltungsmenschen mit einem Faible für Buchhaltung. Zimmermann kann mit der Kritik leben, er sei manchmal zu herrisch, aber die Einhaltung behördlicher Vorschriften hatte und hat bei ihm Priorität: „Jahresmarken werden erst vergeben, wenn das Mitglied genau auflistet, wann es wie viel gefangen hat. Nur wenn diese Fangmeldung an das Landesfischereiamt gemeldet werden, gibt es Zuschüsse für Besatzmaßnahmen (das Aussetzen ganz junger Fische), um die Gewässer nachhaltig zu bewirtschaften.“

 Neben der Arbeit am Schreibtisch gibt es aber auch jede Menge Arbeit an der frischen Luft: „Wir sind an Vereinsgewässern gut bestückt“, so Zimmermann. Die Plöner Angler gehen ihrem Hobby am Schluensee, am Schöhsee, am Trammer See und auf dem Großen Plöner See nach, außerdem dürfen sie auf dem Westensee (Kreis Rendsburg-Eckernförde) angeln, nachdem die Landessportfischerverband den See mit Unterstützung der Ortsverbände gekauft hat.

 Dass viele Anlagen auch viel Arbeit bedeuten, hat Zimmermann in den vergangenen 25 Jahren am eigenen Leib erfahren. Zwei Beispiele: 2002 hatte ein schweres Unwetter die Hafenanlage Ochsenkoppel (zwischen Jugendherberge und Koppelsberg) weitgehend verwüstet. Nach dem ersten Schreck hatten die Sportfischer erwogen, den Standort am Großen Plöner See komplett aufzugeben, es sich dann aber doch anders überlegt. Mit viel Geld und noch mehr Eigenleistung richteten sie den Hafen wieder her.

 Teure Folgen gab es auch, als die Steganlage am Trammer See im vergangenen Jahr zum Sorgenkind avancierte: Ohne jede Vorwarnung war eine Brücke zusammengebrochen – zehn Petrijünger landeten im Wasser. Alle wurden nass, aber niemand verletzt, lediglich einige Mobiltelefone fielen dem ungewollten Bad zum Opfer. Die Reparatur wurde dort keine Sekunde in Frage gestellt, gestaltete sich aber recht aufwendig: Die neuen Brückenpfähle aus Lärchenholz sind bis zu 14 Meter lang – die Rammarbeiten sind den Sportfischern noch heute in schlechter Erinnerung.

 Der mittlerweile 75-jährige Jörg Zimmermann blickt aber auch auf höchst erfreuliche Ereignisse zurück: 2002 zum Beispiel wurde mit vielen Ehrengästen der 75. Geburtstag des Vereins gefeiert. 2013 wurde der Kauf des Schöhseeheimes auf dem gemeinsam mit dem Kieler Anglerclub genutzten Gelände am Ende der Friedrichstraße in Plön notariell besiegelt. Seit 2015 ist der gesamte Schluensee im (Pacht-)Besitz des Vereins. Vorher musste man sich das Revier mit einem Berufsfischer teilen, was natürlich nicht ganz ohne Konflikte lief – unter Wasser kann man schlecht Grenzen ziehen.

 Ein ganz persönliches Highlight erlebte Zimmermann mit der Verleihung der Ehrennadel durch Ministerpräsident Torsten Albig am 12. September 2012. Damit wurden unter anderem Projekte gewürdigt, die Zimmermann während seiner Amtszeit angestoßen hat: So zum Beispiel stehen Klassenlehrer der Regionalschule Plön Jahr für Jahr gewissermaßen Schlange, um den Zuschlag für eine Projektwoche zu bekommen.

 Dann nehmen sich die Plöner Sportfischer eine Woche lang Zeit, um den Kindern Tier- und Pflanzenwelt nahe- und ihnen das Angeln beizubringen. Höhepunkt der jährlichen Projektwoche: Räuchern (und essen) der selbst gefangenen Fische.

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Ein Artikel von
Peter Thoms
Redaktion Ostholsteiner Zeitung/stellv. Ressortleiter

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