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Viele Straßenschäden

Eine Bestandsaufnahme: Viele Straßenschäden

Die Sanierung von Scharweg und Hipperstraße ist Vergangenheit, der Zustand des Steinbergwegs und der Ulmenstraße beschäftigt die Stadt Plön in der Gegenwart, und der Blick in die Zukunft verheißt nichts Gutes: Zahlreiche Straßen in Plön sind in einem erbärmlichen Zustand.

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Die Birken in der Seestraße in Plön sind wahre Überlebenskünstler. Der schmale Grünstreifen ist längst zu eng, die Wurzeln der Bäume bahnen sich ihren Weg an Bordsteinen vorbei und unter Gehwegplatten hinweg – und stehen einer dauerhaften Lösung im wahrsten Sinne des Wortes im Weg.

Quelle: Peter Thoms

Plön. Hier einige Beispiele, die Martin Köpke vom städtischen Bauamt gesammelt hat.

 Apenrader Straße

 Unter der löcherigen und nur noch sehr dünnen Asphaltschicht schimmert mittlerweile der blanke Lehm durch. Eine Reparatur kommt dort nicht mehr in Frage, der Unterbau muss komplett erneuert werden. Köpke: „Mit dem normalen Löcherflicken kommen wir hier nicht mehr weiter.“

 Bahnhofstraße/Lütjenburger Straße

 Deutlich sichtbare Risse in der Fahrbahn zwischen ZOB und dem jetzt abgerissenen Aldi-Markt. Köpke: „Wir haben Glück, dass wir einen milden Winter hatten.“

 Eutiner Straße

 Absenkungen am Straßenrand fast über die gesamte Länge. Nach Niederschlägen steht dort das Wasser in riesigen Pfützen, statt in den Gullis zu verschwinden.

 Hans-Adolf-Straße

 Das alte Katzenkopfpflaster (hergestellt aus Flusskieseln oder Feldsteinen) schimmert deutlich zwischen dem „rübergekleckerten Asphalt“ (Zitat Köpke) durch.

 Rodomstorstraße

 Der asphaltierte Gehweg ist nach Ansicht von Köpke „teilweise völlig hinüber“. Risse in der Fahrbahn und „völlig runtergefahrene Bordsteine“ komplettieren das Bild. Diese Straße bereitet Köpke im Moment am meisten Kopfzerbrechen.

 Fünf-Seen-Allee und Behler Weg

 Sie nehmen eine Sonderstellung ein. Bei diesen Strecken handelt es sich um Gemeindeverbindungsstraßen (nach Bösdorf beziehungsweise Grebin), deren Sanierung vom Kreis bezuschusst wird. Außerdem sind die Reparaturen laut Köpke vergleichsweise einfach zu bewerkstelligen: Die Fünf-Seen-Allee erlaubt dank der recht hohen Bordsteine problemlos das Auftragen einer weiteren Asphaltschicht, die Fahrbahn im Behler Weg verträgt ebenfalls eine zusätzliche Schicht, da zwischen dem Gewerbegebiet und dem Gedenkstein auf der Gemeindegrenze zu Grebin keine Einmündungen zu berücksichtigen sind.

 Wassergebundene Wege

 Sie sind wahre „Groschengräber“. Zum Beispiel der Steinberg, der Fußweg entlang der B76 zwischen Plön und Tramm, die Zufahrt zum Gelände des Wassersportvereins Plön-Fegetasche (WPF) an der Ölmühlenallee sowie die Wege vor und auf der Prinzeninsel, die sich zwar nicht im Besitz der Stadt befinden, für die die Stadt aber unterhaltungspflichtig ist. Für die Instandhaltung dieser Wege, laut Köpke „eine Daueraufgabe“, stehen in diesem Jahr 60000 Euro zur Verfügung. Wie wenig man mit dieser Summe ausrichten kann, verdeutlicht die Skepsis von Köpke: Das Planieren der Wege und das Auffüllen der Schlaglöcher sind Arbeiten, für die kein Unternehmen eine Gewährleistungspflicht geben muss. Warum das so ist, verdeutlicht Köpke drastisch am Beispiel Prinzeninsel: „Dort wurden die Schlaglöcher mit Splitt aufgefüllt – das hält von zwölf bis zwei Minuten nach zwölf“

 Gehwege

 Sie werden zwar nicht so stark wie Straßen belastet werden, trotzdem sieht Köpke auch dort überall im Stadtgebiet erheblichen Handlungsbedarf. Auf einigen Abschnitten tun sich zwischen den einzelnen Gehwegplatten bis zu fünf Zentimeter breite Fugen auf. Wenn die Rodomstorstraße das Sorgenkind bei den Straßen ist, übernimmt die Seestraße diese Rolle bei den Gehwegen: „Es wird keine dauerhafte Lösung mit den Birken geben“, verdeutlicht Köpke die dortige Situation: Überall drücken die Baumwurzeln die Gehwegplatten hoch, und wie es darunter aussieht, wo die kräftigen Baumwurzeln auf betagte Kanalisationsrohre treffen, mag sich bei der Stadt eigentlich niemand ausdenken.

 Angesichts der knappen Mittel und der Priorität des Ausbaus von Steinbergweg und Ulmenstraße in den kommenden zwei Jahren schiebt die Stadt Ausgaben von einigen Millionen Euro vor sich her. Ratsherr Klaus Stänner (SPD) sagte ein wenig resigniert in der vorigen Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt: „Da sind Sachen dabei, die hätten wir schon vor 15 Jahren machen sollen.“ Nur der erste Tropfen auf den heißen (Pflaster-) Stein dürften da die 540000 Euro bedeuten, die in diesem Jahr im städtischen Haushalt für Unterhaltung und weitergehende Untersuchungen bereitgestellt sind.

 Ausbausatzung

 Sie ist in Plön seit eineinhalb Jahren gültig und sorgt dafür, dass die klamme Stadtkasse weitgehend geschont wird. Den Großteil der Kosten für die Herstellung, den Ausbau, die Erneuerung und den Umbau von Straßen, Wegen und Plätzen (inklusive vorheriger Planung, Kanalisation und Straßenbeleuchtung) im Stadtgebiet zahlen nämlich die Bürger aus eigener Tasche. Auf die Bewohner von Anliegerstraßen werden 85 Prozent der Gesamtkosten umgelegt. Wer an einer Haupterschließungsstraße wohnt (so wurde 2014 nach längerer Diskussion zum Beispiel die Hipperstraße eingestuft), beteiligt sich mit 60 bis 75 Prozent am Ausbau (die Kosten für Fahrbahn, Fuß- oder Radwege schlagen unterschiedlich zu Buche). Bei den Arbeiten an Hauptverkehrsstraßen teilen sich Stadt und Bewohner in etwa die Zeche.

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Ein Artikel von
Peter Thoms
Redaktion Ostholsteiner Zeitung/stellv. Ressortleiter

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