27 ° / 11 ° heiter

Navigation:
Millionensegen für Lütjenburg

Städtebauförderung „ein großer Gewinn“ Millionensegen für Lütjenburg

Es gibt den Tag der Arbeit, den Tag des Kusses oder den Tag des Handballs. Die Stadt Lütjenburg begeht am Sonnabend, 9. Mai, zum ersten Mal den Tag der Städtebauförderung. Was zunächst recht trocken klingt, ist für den Ort tatsächlich ein Grund zum Feiern. Ohne die sieben Millionen Euro, die seit 2007 in die Stadtsanierung geflossen sind, würde Lütjenburg im wahrsten Sinne des Wortes ziemlich alt aussehen.

Voriger Artikel
Molly Sue hofft auf Karriere
Nächster Artikel
Das Glück liegt am Strand

Arbeiter pflastern Straße und Gehweg der Oberstraße, die bis Ende Mai fertiggestellt wird. Das Projekt wird über einen erheblichen Teil aus der Städtebauförderung finanziert.

Quelle: Hans-Jürgen Schekahn

Lütjenburg. Bereits in den 80er- und 90er-Jahren kam die Stadt in den Genuss einer Städtebauförderung in Höhe von rund neun Millionen Euro. Nach der Wende lagen die Programme im Westen aber brach, weil die Gelder in den neuen Bundesländern gebraucht wurden, so Bürgermeister Dirk Sohn. 2007 dann der Neustart. Zunächst nahm sich die Stadt den südlichen Gildenplatz vor, der aufgeteilt in zahlreiche Flurstücke keinerlei Entwicklungspotenzial hatte. Aber innerhalb nur eines Jahres gelang es der Verwaltung, alle Grundstücke aufzukaufen und als Gesamtpaket an einen Investor weiterzugeben. Heute befinden sich auf dem Platz Wohnungen und Geschäfte in einem Neubau. Der übrige Gildenplatz mit dem Teich, die Niederstraße und derzeit die Oberstraße sind weitere Projekte, die Lütjenburg trotz seiner guten Kassenlage nicht alleine hätte wuppen können. Bis 2016 erhält die Kieler Straße noch einen neuen Straßenbelag.

 Vielleicht kann Bürgermeister Sohn auch Mittel für die Sanierung des historischen Rathauses aufbringen. Dann soll nach seinem Wunsch zunächst Schluss sein. Die großen Straßen sind fertig, die Ziele umgesetzt. Und außerdem: Mit der Konversion auf dem früheren Kasernengelände verfügt Lütjenburg über eine andere große Baustelle neben weiteren im Stadtgebiet. Man dürfe sich bei den Plänen nicht verzetteln. Sohn: „Sonst macht man zu viele Fehler, die man lieber nicht machen möchte.“

 Aus dem Topf der Städtebauförderung flossen auch ganz besondere Zuschüsse für Miniprojekte. Der Beirat Soziale Stadt durfte nach eigenem Gutdünken bisher 60000 Euro verteilen. Die Tafel bekam eine neue Tiefkühltruhe. Der TSV Lütjenburg bekam Hilfe für seine Internetseite. Für Bedürftige wurde eine Weihnachtsfeier ausgerichtet.

 Wie fällt die Bilanz des Bürgermeisters aus? Das Stadtbild Lütjenburg habe sich weiter abgerundet. Fast überall gebe es in der Innenstadt die typische Kombination aus rotem Klinker (Gehweg) und Kopfsteinpflaster (Straße). Die Fördermittel von Bund und Land seien gern gesehen, auch wenn die Stadt mehr als ein Drittel der Kosten aufbringen musste. Unter dem Strich sei die Städtebauförderung ein großer Gewinn gewesen. Aber die sieben Millionen Euro, die in Lütjenburg investiert wurden, verwandelten sich nicht komplett in Mauerstein und Gehwegpflaster. Sohn sieht den sehr hohen Verwaltungskostenanteil kritisch, der wegen der Förderrichtlinien anfällt. Er wünscht sich vom Land schlankere Vorgaben.

 Die Kritik steht am Sonnabend, 9. Mai, aber hintenan. Dann wird zwischen 12 und 14 Uhr der neue Gildenteich mit einem kleinen Fest eingeweiht.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Hans-Jürgen Schekahn
Ostholsteiner Zeitung

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

THW-Liveticker!

Alle THW-Spiele live
online verfolgen. Mit
dem THW-Liveticker

Anzeige