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Start frei für den Kulturknotenpunkt

Tourismuszentrale Start frei für den Kulturknotenpunkt

Die Verknüpfung von Kultur und Tourismus ist der rote Faden, der am Donnerstag endgültig zu einem soliden Paket geschnürt wurde: Kulturministerin Anke Spoorendonk machte ihre Ankündigung von Anfang Februar wahr und ernannte die Tourismuszentrale Holsteinische Schweiz (TZSH) offiziell zum landesweit vierten Kulturknotenpunkt.

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Der Kulturknotenpunkt macht Schluss mit der Kirchturmpolitik einzelner Städte und Gemeinden: Ministerin Anke Spoorendonk überreichte dem Vorsteher des Zweckverbands Tourismuszentrale Holsteinische Schweiz, Jens Paustian, die Ernennungsurkunde.

Quelle: Peter Thoms

Plön. Mit der Ernennung verbunden ist eine jährliche Zahlung von 20000 Euro für die kommenden fünf Jahre, die im weitesten Sinne für die Kulturarbeit ausgegeben werden und im speziellen Fall Personalkosten senken: Es wird sich ein zusätzlicher Mitarbeiter der Tourismuszentrale darum kümmern, dass Kulturschaffende bestmögliche Rahmenbedingungen vorfinden.

 Warum hat ausgerechnet eine touristische Organisation den Zuschlag bekommen, Knotenpunkt für Kulturelles zu werden? „Die Tourismuszentrale hat nach der Ausschreibung ein überzeugendes Konzept vorgelegt, da konnten wir gar nicht nein sagen“, lobte Anke Spoorendonk die Bewerbung der TZSH, der neben den Städten Plön und Eutin die Gemeinden Bosau, Bösdorf, Dersau, Grebin, Malente und Schönwalde angehören.

 Die Ministerin lobte die Kulturlandschaft, die eine einzigartige Natur mit einem besonderen Kulturangebot verbinde: „Lebendig wird die Natur durch kulturelle Attraktionen, nehmen wir beispielsweise die Festspiele in Eutin, die Schlösser und Herrensitze, Kulturzentren und Museen.“ Sie ergänzte, dass eine Tourismuseinrichtung prädestiniert sei, die Aufgabe der Vernetzung von kultureller Infrastruktur zu übernehmen: „Sie sind es gewohnt, alle Akteure einzubinden, Unterstützung zu geben und Selbstbewusstsein zu vermitteln. Ich freue mich, dass sie nun neben der Vermarktung auch die inhaltliche Entwicklung der Kulturregion voranbringen wollen“, so Spoorendonk zum Vorsteher des Zweckverbands TZSH und Plöner Bürgermeister, Jens Paustian.

 Eines stellte die Ministerin unmissverständlich klar: „Es ist eine Ergänzung, eher eine Stärkung und auf gar keinen Fall ein Ersatz für kommunale Kulturarbeit.“ Daher werde kein Verein und kein Verband nach dem Gießkannenprinzip direkt unterstützt, sondern nur strukturelle Hilfe gegeben. Einer Bemerkung, der sich auch der stellvertretende Verbandsvorsteher und Eutiner Bürgermeister Klaus-Dieter Schulz anschloss: „Mit der Ernennung zum Kulturknotenpunkt sind wir keine Institution geworden, bei der Zuschussanträge gestellt werden können.“ Schulz hofft, dass die Einrichtung des Knotenpunkts vielen Initiativen Mut mache, bei den „Kümmerern“ in der Tourismuszentrale Rat zu suchen.

 Geknüpft wird das Netz der Kulturknotenpunkte vom Landeskulturverband. Dessen Vorsitzender, Guido Froese, lobte den Mut der Tourismuszentrale: Die Kommunikation zwischen Kultur und Tourismus sei schon eine besondere Herausforderung. Daher freue er sich, dass das angelaufene Projekt keine „kurzatmige Kulturpolitik“ sei, sondern über die nächste Landtagswahl hinaus wirke. TZSH-Geschäftsführerin Caroline Backmann bereitet diese Herausforderung keine Kopfschmerzen: Bei den Aktionen „Tage des offenen Ateliers“ und „Nachtgeflüster“ habe man bewiesen, dass Kultur und Tourismus gut zusammenpassen.

 Die TZSH hatte sich, wie berichtet, gegen sieben Konkurrenten durchgesetzt, die sich ebenfalls als Kulturknotenpunkt beworben hatten – darunter zum Beispiel das Kulturforum Schwimmhalle Schloss Plön.

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Ein Artikel von
Peter Thoms
Redaktion Ostholsteiner Zeitung/stellv. Ressortleiter

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