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Kleines Paradies in der Innenstadt

Staudenbeet in Preetz Kleines Paradies in der Innenstadt

Diese Farbenpracht lockt nicht nur jede Menge Insekten an. Immer wieder bleiben die Leute stehen, um das Staudenbeet mitten in der Innenstadt von Preetz zu bewundern. Vor sieben Jahren hat Peter Weidel das kleine Paradies angelegt. Und viermal pro Woche kommt er für die Pflege hierher.

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Mitten in der Innenstadt von Preetz hat Peter Weidel (70) ein blühendes Paradies geschaffen.

Quelle: Silke Rönnau

Preetz. Auslöser sei die Teilnahme der Stadt an der Entente Florale unter dem Motto „Preetz blüht auf“ gewesen, erzählt der 70-Jährige. Da sei in ihm die Idee gereift, ein Staudenbeet zu schaffen. In seiner Jugend hatte er eine gärtnerische Ausbildung gemacht, später jedoch beruflich umgesattelt und bis zu seiner Rente 35 Jahre lang für Gewerkschaften gearbeitet. Auch im 650 Quadratmeter großen eigenen Garten werkeln seine Frau Magda (69) und er gerne, erzählt er. Dort haben sie überall kleine Nischen und Sitzecken angelegt.

Auf der Fläche am Garnkorb zwischen Parkplatz und Marktplatz hat er – nachdem er grünes Licht von der Stadt bekommen hatte – mit einem kleinen Beet angefangen. „Ich hatte kein großes Konzept und keine Zeichnung“, sagt er. „Wir gucken einfach mal, wie das aussieht“, sei damals der Gedanke gewesen. Also habe er überlegt, welche Pflanzen überhaupt in Frage kämen, und eine Liste mit 160 Arten angelegt. „Und fröhlich drauflos gepflanzt“, lacht er. Doch längst nicht alles konnte geliefert werden. Manche Pflanzen kamen erst später, einige davon so klein, dass er fast jeden Tag vor Ort war, um sie zu hegen und zu pflegen.

Nach und nach wurde das Areal auf rund 200 Quadratmeter vergrößert, dazu wurden kleine geschwungene Pfade angelegt, die man auf der einen Seite durch einen Rosenbogen betreten kann. Im Herbst wird vieles zurückgeschnitten, und im Frühjahr geht er mit einer Liste herum und schaut, was man noch in die Erde setzen könnte oder wo eine Pflanze wie beispielsweise der Schmetterlingsflieder oder Storchschnabel sich zu stark ausbreitet. „Einige Arten machen die anderen platt, die wachsen so enorm, dass sie andere zurückdrängen.“

Ziel sei es von Anfang gewesen, einen Anziehungspunkt für die Insektenwelt zu schaffen. „Die Pflanzen müssen Nektar und Pollen liefern!“ Er zeigt auf die Begonien, die auf der anderen Seite den Riesenholzschuh umrahmen. „Schauen Sie, da ist nicht eine einzige Biene.“ Einmal habe er auf einer seiner Stauden alleine 40 Hummeln gezählt.

Natürlich sei das Beet sehr arbeitsintensiv, gibt er zu. Vor ihrem Urlaub hätten seine Frau und er im knalligen Sonnenschein den ganzen Tag hier gehockt und zehn Säcke mit dem Schnitt gefüllt. Als sie nach zwei Wochen zurück waren, habe er sich erschrocken gefragt: Wie sieht das denn aus? Wenn es heiß ist, schaut er fast täglich nach dem Rechten. Dann muss er den Gartenschlauch holen, an die Wasseranlage anschließen und den Schlauch nach dem Wässern wieder einrollen und zurückbringen. Eineinhalb Stunden sind schnell um. „Während andere im Garten sitzen und grillen, renne ich hier in Gummistiefeln rum“, sagt er schmunzelnd. Im vergangenen Herbst seien allein 3000 Blumenzwiebeln eingesetzt worden.

Wenn er in der Erde wühlt oder Pflanzen zurückschneidet, wird er immer wieder angesprochen. „Das haben Sie aber schön gemacht“, hört er oft als Lob. Andere haben schon angefragt, ob er nicht vielleicht auch bei ihnen tätig werden könnte. Aber da winkt er ab. Zuviel Aufwand. Tipps gibt er aber gerne. Und er würde sich selbst über zusätzliche Hilfe freuen.

Seine Frau und er wollen weitermachen, „so lange wir können“. Er würde die Fläche sogar gerne noch erweitern. Sein Traum wäre es, auf der anderen Seite des Weges, wo sich jetzt eine Rasenfläche mit dem Holzschuh befindet, einen Präriegarten entstehen zu lassen. Der Unterschied zum Staudenbeet sei, dass die Pflanzen viel dichter stünden und durch Gräser ergänzt würden. „Spätestens in drei Jahren sollte kein Pflegebedarf mehr da sein.“ Der Präriegarten würde einen schönen Übergang zum Begonienbeet bilden. Doch leider hätten die Politiker im Umweltausschuss die Idee abgelehnt, bedauert er.

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