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Kampf gegen Jakobskreuzkraut

Postseefeldmark Preetz Kampf gegen Jakobskreuzkraut

Das kräftige Gelb leuchtet in der Sonne: Das Jakobskreuzkraut blüht an verschiedenen Stellen in der Postseefeldmark in Preetz. Die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein will die weitere Ausbreitung verhindern. Deshalb starten auf ihren Flächen jetzt die Mähmaschinen ein zweites Mal durch.

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In der Postseefeldmark in Preetz wächst das Jakobskreuzkraut an mehreren Stellen. Die Stiftung Naturschutz hat begonnen, ihre Flächen ein zweites Mal zu mähen.

Quelle: Silke Rönnau

Preetz. Vor gut vier Wochen waren landesweit schon einmal laute Mäh-Geräusche auf den Wiesen und Weiden der Stiftung zu hören. Damals war das Jakobskreuzkraut (JKK) vor der ersten Blüte abgemäht worden. „Diese sogenannte Imker-Variante wurde überall dort gewählt, wo die Gefahr besteht, dass die Honigbiene ihren Nektar an der heimischen Wildpflanze sammelt und auf diese Weise die Giftstoffe in den heimischen Sommerhonig gelangen könnten“, erklärt Pressesprecherin Jana Schmidt. Gemeint seien damit die Pyrrolizidin-Alkaloide (PA).

 Jetzt werde es ein zweites Mal laut in der idyllischen Landschaft. Bei der zweiten Mahd gehe es allerdings darum, die Ausbreitung zu stoppen. Das Jakobskreuzkraut erreiche in diesen Tagen seine Samenreife. Ähnlich wie der Löwenzahn säe es sich selbstständig aus, indem die Flugsamen an kleinen Schirmen bis zu einige Dutzend Metern weit vom Wind verbreitet werden.

Zweite Mahd schwächt die Pflanze

 In Preetz würden Teile der Versuchsflächen aus dem Forschungsprojekt „Methoden der Zukunft“ bearbeitet. In diesem Projekt gehe es darum, verschiedene mechanische Maßnahmen zur Eindämmung von Jakobskreuzkraut zu erproben, zu erforschen und weiter zu entwickeln. „Die zweite Mahd schwächt die Pflanze am Nachhaltigsten“, meint Dr. Aiko Huckauf, Leiter des JKK-Kompetenzzentrums bei der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein: „Zum Zeitpunkt der zweiten späten Mahd hat sich die Pflanze schon ordentlich verausgabt und stirbt im besten Fall ab“, sagt der Diplom-Chemiker und Umweltmanager.

 Anders als an vielen anderen Orten in Schleswig-Holstein bleibe das Jakobskreuzkraut auf der Fläche rund um das Versuchs-Szenario stehen. Das sei eine klassische Duldungssituation, erläutert Juliane Kelm vom JKK-Kompetenzzentrum. „Konkret bedeutet das, dass die Fläche durch die naturschutzfachliche Entwicklung bereits so uneben ist, sich Gehölze eingestellt haben oder Teiche für bedrohte Amphibien angelegt wurden, sodass eine Mähmaschine nicht fahren kann oder streng geschützte Arten betroffen sind“, so Kelm. Weitere Gründe wären, dass sich das Jakobskreuzkraut hier kaum ausbreiten könne, weil es an intensiv genutzte Äcker, Wälder oder Seeufer grenze und auch keine Imker oder Tierhalter betroffen seien.

Für ausreichend Futter sorgen

 Zwar liefen auf den Flächen rund um die Versuchsflächen Robust-Rinder. Doch diese – das habe eine aktuelle Studie der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein in Kooperation mit der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel ergeben – fressen das Jakobs-Kreuzkraut nicht. „Die Jungtiere lernen von den erfahrenen, welche Pflanzen genießbar sind und welche nicht“, so Huckauf. Unerfahrene Rinder, die nicht im Herdenverband laufen, könnten auf diese Erfahrung nicht zurückgreifen und probierten die Pflanze eventuell. Da sie aber Bitterstoffe enthalte, „bleibt es meist bei dem ein oder anderen Probier-Happen“, sagt Huckauf. Trotzdem warnt er vor zu nachlässigem Weide-Management: „Auf den Flächen muss immer ausreichend Futter vorhanden sein, damit die Tiere nicht gezwungen sind, aus Hunger doch das schlecht schmeckende Jakobskreuzkraut zu fressen.“

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Landwirtschaft
Foto: Die Bienen fliegen auf das Jakobskreuzkraut, die giftigen Stoffe landen dann im Honig.

Das Aufregungspotenzial scheint groß: „Ich fühle, dass der komplette ländliche Raum hinter mir steht“, sagt Torsten Blunck, Landwirt aus dem Dorf Hasenkrug im Kreis Segeberg und eine Art Kreuzritter gegen das Jakobskreuzkraut. Er kritisiert die Stiftung Naturschutz.

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