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Neue Heimat für Molch und Frosch

Stiftungsland Schwentinental Neue Heimat für Molch und Frosch

Wer auf der B202 von Schwentinental Richtung Rastorf fährt, sieht seit einigen Tagen rechts Bagger in Aktion. Dabei handelt es sich aber nicht etwa um ein neues Baugebiet: Dort hat die Stiftung Naturschutz 8,5 Hektar Fläche erworben und lässt Teiche anlegen.

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Der Lehm ist schon da: Der biologische Bauleiter Wolfgang Lentschow (gelbe Jacke) zeigt Heike Henning von der Stiftung Naturschutz und Schwentinentals Bauhofleiter Ingo Straußfeld, wie wenig an dieser Stelle getan werden muss, um einen Teich zu schaffen.

Quelle: Andrea Seliger

Schwentinental. „Diese Fläche hat Potenzial“, sagt Heike Henning, Flächenmanagerin der Stiftung Naturschutz. Kleine Knickstrukturen sind auf dem bisher als Grünland landwirtschaftlich genutzten Gelände schon vorhanden, Lehmboden für die Teiche ist oft knapp unter dem Gras zu finden, und es gibt sogar ein altes Toteisloch, ein ehemaliges Kesselmoor, das wieder vernässt werden könnte. Dabei müsse man nur wenig Boden wegnehmen, erklärt Wolfgang Lentschow von der Firma Amphi-Consult, der biologische Bauleiter der Maßnahme. Die Samen von Torfmoosen und seltenen Pflanzen könnten sogar noch erhalten sein – diese Erfahrung hat Lentschow schon an anderen Orten gemacht. Die Wiedervernässung von Mooren ist auch Klimaschutz: Nasser Torf speichert Kohlendioxid. Torf, der sich an der Luft zersetzt, lässt das Gas frei.

Feuchtwiesen mit einer abwechslungsreichen Vegetation sind immer noch Mangelware in Schleswig-Holstein. In Schwentinental unterhält die Stiftung Naturschutz bereits im Bereich der Weinbergsiedlung eine sogenannte halboffene Weidelandschaft mit vielen Teichen. Robustrinder sorgen dort dafür, dass die flachen Gewässer nicht zuwuchern. Ähnlich ist es auch auf dem neuen „Stiftungsland Schwentinental“ geplant: Das Gelände wird eingezäunt, ein Pächter wird seine Schwarzbunten darauf treiben, sobald es trocken genug ist. Für ganzjährigen Weidebetrieb sei die Fläche nicht groß genug, erklärt Heike Henning. Der bisherige Reitweg kann weiter genutzt werden.

Um die richtigen Stellen für die Gewässer zu finden, wurden auf dem ganzen Gelände Testlöcher gegraben. „Alle drei Meter ändert sich hier die Bodenstruktur“, sagt Lentschow. Schuld daran ist die Eiszeit: Die Gletscher schoben ganz unterschiedliche Materialien vor sich her. Die Teiche werden höchstens einen halben Meter tief sein und dürfen im Hochsommer auch einmal austrocknen. Damit das Wasser in der natürlichen Senke länger steht, wird vor dem vorhandenen Graben noch ein kleiner Wall aus dem Aushub der Teiche aufgeschüttet. Der Wasserstand kann aber durch einen Abfluss reguliert werden. Und auf keinen Fall soll es in der nahen Siedlung Reuterkoppel feuchter werden. Für Heike Henning ist die neue Fläche eine gute Ergänzung zu der in der Weinbergsiedlung und ein weiterer „Trittstein“, um seltene Arten zu erhalten: „Wir hatten Glück, dass wir sie erwerben konnten.“ Henning hofft nun, dass schon im kommenden Jahr Frösche und Molche in den Teichen laichen. Außerdem könnten sich dort Pflanzen wie Wiesenschaumkraut, Sumpfdotterblume und Kuckuckslichtnelke ansiedeln.

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