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Strandweg hat seine Grenzen

Plön Strandweg hat seine Grenzen

Flurstücksgrenze, Gemarkungsgrenze, Seegrenze, topografische Grenze – Vermessungsingenieur Joachim Uliczka bescherte den Mitgliedern des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt in Plön eine echte Grenz-Erfahrung, als er das Ergebnis seiner Strandweg-Vermessung vorstellte.

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Links Landesbesitz und rechts Eigentum der Bahn - die Besitzverhältnisse auf dem Strandweg in Plön sind endgültig geklärt.

Quelle: Peter Thoms

Plön. Die Stadt Plön hatte den unabhängigen Diplom-Ingenieur beauftragt, die Eigentumsverhältnisse des Strandwegs zu klären. Jahrzehntelang hatte niemand infrage gestellt, dass der Strandweg selbstverständlich der Stadt Plön, der See (und ein kleiner Uferstreifen) dem Land, und die Bahntrasse (natürlich) der Bahn gehört. Als es jedoch um die grundlegende Sanierung und touristische Aufwertung des Wegs ging, meldete die Bahn auch auf den neben den Gleisen verlaufenden Weg Eigentumsansprüche an.

 Uliczka nahm insgesamt 4590 Quadratmeter in Augenschein und hinterließ deutlich sichtbare Spuren. Kleine weiße im Boden versenkte Markierungen mit der Aufschrift „Grenz-Punkt“ lassen Spaziergänger seit einiger Zeit stutzen. Die Verteilung der Marken wirkt willkürlich, hat aber System, wie Uliczka erläuterte: Er habe die amtlichen Grenzen aus dem Jahr 1890 neu berechnet und eine „Grenzherstellung ohne Rücksichtnahme auf örtliche Gegebenheiten“ ermittelt. Daher hält sich die nun amtlich festgestellte Grenze nicht an Rasenkanten, Beet-Umrandungen oder Zäune, sondern an 126 Jahre alte Fakten.

 Die Stadt Plön hat nun etwas in der Hand, um zu gegebener Zeit Grundstücksverhandlungen mit der Bahn aufzunehmen: 3270 Quadratmeter befinden sich im Besitz der Bahn, 1320 Quadratmeter gehören dem Land und der Stadt Plön, wobei die Plöner gerade einmal drei kleine Flurstücke ihr Eigen nennen dürfen.

 Was die Stadt Plön mit diesem Wissen anfängt, steht nach Aussagen des Ausschussvorsitzenden Bernd Möller (SPD) und der Bauamtsleiterin Jutta Kricheldorff in den Sternen: Der Strandweg soll zwar auf jeden Fall für die Öffentlichkeit erhalten bleiben, wird aber vorerst nicht gekauft oder aufgewertet. Im Gegenteil: Die beliebte Flaniermeile dürfte im kommenden Jahr zunächst einmal Baustelle werden. Die Bahntrasse wird zwischen Schwentinedurchfluss („Seeprinz“) und Bootshaus der Butenplöner nach Vorbild des Abschnitts unterhalb des Bahnhofs ausgebaut.

 Anderen städtebaulichen Sorgenkindern (wie zum Beispiel dem Bereich Bahnhofsvorplatz/ZOB) könnte mit einem integrierten Stadtentwicklungskonzept (nach Eutiner Vorbild) zu Leibe gerückt werden. Auf Antrag der Grünen, der FWG und des fraktionslosen Ratsherrn Ingo Buth wird die Stadt zunächst ihr grundlegendes Interesse an dem vom Land geförderten Projekt bekunden. Nächster Schritt wäre dann der offizielle Beschluss der Ratsversammlung, das Land zu bitten, wieder in das Städtebauförderungsprogramm aufgenommen zu werden.

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Ein Artikel von
Peter Thoms
Redaktion Ostholsteiner Zeitung/stellv. Ressortleiter

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