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Stress im Golferparadies

Bösdorf Stress im Golferparadies

Auf der Golfanlage Gut Waldshagen (Gemeinde Bösdorf) ist ein Streit um Mitgliedsbeiträge derart eskaliert, dass die Betreiber und Eigentümer des Platzes den Mitgliedern des dort beheimateten Golfclubs Holsteinische Schweiz - Gut Waldshagen das Spielrecht entziehen wollen – den Verein also vor den Tür setzen wollen.

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Schließen die Betreiber der Golfanlage Gut Waldshagen die Tore für die Mitglieder des Golfclubs Holsteinische Schweiz - Gut Waldshagen?

Quelle: Dirk Schneider

Bösdorf.. „Das Gesunde am Golf ist, dass man sich an der frischen Luft ärgert.“ Mit dieser Weisheit sollen Ärzte ihren Patienten das Hobby Golf schon schmackhaft gemacht haben. In Waldshagen (Gemeinde Bösdorf) ärgert man sich nicht nur an der frischen Luft

 Für viele Golfspieler kam der von Geschäftsführer Sven Timm und Gesellschafter Jan-Henning Siemen unterschriebene Brief aus heiterem Himmel: „Die Auseinandersetzungen um die vom Beirat … beschlossene Beitragserhöhung sind hierfür ausschlaggebend“, heißt es da, oder „seit Monaten wird gegen die Betreibergesellschaft Stimmung gemacht“ sowie „wir werden diesen Zustand nicht länger dulden und sehen uns gezwungen, den Nutzungsvertrag mit dem Golfclub zum 31. Dezember 2016 zu kündigen“.

 Was war passiert? Auf dem 85 Hektar großen Gelände am Vierersee treffen die Interessen der Eigentümer und des Vereins aufeinander, deren – salopp formuliert – Zusammenarbeit von einem dreiköpfigen Beirat geregelt wird. Der Beirat beschließt auch die Beitragsordnung. Vor zweieinhalb Jahren hatte der neu eingesetzte Geschäftsführer Sven Timm Mitgliedern über 70 Jahren eine Jahresmitgliedschaft zum halben Preis (rund 500 Euro) angeboten, die allerdings nur zum Spielen einer halben Golfrunde (neun Löcher) berechtigt. Auch das bedeutet schon einige Kilometer Strecke und zweieinhalb Stunden Bewegung an der frischen Luft. Es genügt denen, die das Angebot nutzen.

 Im Sommer 2015 beschloss der Beirat (dem auch Geschäftsführer Timm angehört) eine neue Beitragsordnung mit nur noch regulären Mitgliedsbeiträgen von rund 1000 Euro pro Jahr – „aus Fairnessgründen gegenüber Vollzahlern, die jede subventionierte Mitgliedschaft ja mittragen“, so Timm. 150 Mitgliedern wurde daher mitgeteilt, dass ihre Mitgliedschaft „aufgrund der neuen Beitragsordnung zum 31. Dezember 2015 automatisch endet“. Das entspricht einer Kündigung der Vereinsmitgliedschaft, die der Geschäftsführer der Golfanlage laut Satzung gar nicht aussprechen kann. Die teils langjährigen Mitglieder fühlten sich nachvollziehbar vor den Kopf gestoßen und schalteten das Vereinspräsidium ein, das sich seitdem nachdrücklich für ihre Mitglieder einsetzt – Timm nennt das „Torpedierung der neuen Beitragsordnung durch den Vorstand“.

 Der erst im März gewählte Präsident des Vereins, Oliver Sprick, widerspricht dem Wort „Torpedierung“ nicht. Gemeinsam mit seinen Stellvertretern Heiko Boness und Friederike Borchers kämpft er vehement gegen die höheren Beiträge. Der Beirat „hat nicht die Spur eines Entgegenkommens gezeigt“, und die Betreiber dächten nicht wirtschaftlich, so Sprick. Die spürbare Folge: Bislang 150 Austritte – rund ein Viertel der Vereinsmitglieder.

 Warum gibt es in Waldshagen diese konfliktträchtige Situation? Als der Golfplatz 1996 entstand, war das Konstrukt mit Betreiber, Beirat und Verein notwendig, weil man nur als gemeinnütziger Verein Mitglied im Deutschen Golfverband werden konnte. Das ist heute nicht mehr der Fall. Es sei in der Tat nicht mehr zeitgemäß, so Sven Timm, dass ein nur dreiköpfiger Beirat über die Höhe der Mitgliedsbeiträge entscheidet und sich dafür anfeinden lassen muss.

 Wie geht es weiter? Im nächsten Jahr mit teils höheren Beiträgen und voraussichtlich weniger Mitgliedern unverändert, während sich im Hintergrund Anwälte mit dem Problem beschäftigen dürften. Vereinspräsident Sprick sieht der Kündigung gelassen entgegen, denn „wir haben einen Vertrag bis 2026, mit Option auf zweimal zehn Jahre Verlängerung. Daher setzen wir uns anwaltlich zur Wehr“.

 Geschäftsführer Timm sieht die Zukunft des Platzes eher als betreibergeführte Anlage, wie es sie schon auf den Golfplätzen Apeldör (bei Hennstedt/Dithmarschen) und Gut Uhlenhorst (Dänischenhagen) gibt. Dort entrichten die Golfer ihre Beiträge direkt an die Platzbetreiber, ohne dass es einen Umweg über einen Verein gibt – gewissermaßen wie in einem Fitnessstudio.

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Ein Artikel von
Peter Thoms
Redaktion Ostholsteiner Zeitung/stellv. Ressortleiter

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