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Gratis-Äpfel für Naschkatzen

Streuobstwiesen in Preetz Gratis-Äpfel für Naschkatzen

Als Preetz im Mai zur bienenfreundlichsten Kommune in Schleswig-Holstein gekürt wurde, spielten auch die vielen Streuobstwiesen eine wichtige Rolle. Denn bei der Anlage und Pflege dieser besonderen Flächen ist Preetz eine Hochburg im Land. Und jeder darf das Obst pflücken.

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Selber pflücken und naschen: Frieda (5) von den Wühlmäusen in Preetz genießt es.

Quelle: Nadine Schättler

Preetz. „Die Streuobstwiesen gehen auf den Lehrer Jörg Fister von der damaligen Theodor-Heuss-Realschule zurück“, erzählt Umweltamtsleiter Jan Birk. Die Schüler hätten erste Obstbäume am Castöhlenweg gepflanzt und die Früchte ihrer Arbeit selbst geerntet. Mitte der 80er-Jahre habe die Stadt die Idee aufgegriffen, indem man Obstbäume in verschiedenen Bebauungsplänen festgesetzt und sie auch auf eigenen Flächen eingesetzt habe. In den 90er-Jahren sei die Glindskoppel ein Schwerpunkt gewesen. „Dort haben wir auf größeren Flächen gepflanzt.“

 Es sei schade gewesen, dass die Preetzer die Bäume lange Zeit nicht wahrgenommen hätten. „Oder sich nicht getraut haben, dort etwas zu pflücken“, so Birk. Doch genau das sei ausdrücklich erwünscht. „Erst nach einem Artikel in den Kieler Nachrichten vor einigen Jahren haben sie uns die Bude eingerannt und wollten wissen, wo genau die Obstwiesen sind“, erinnert sich der Umweltamtsleiter lachend. In der ersten Zeit wurde daraufhin alles abgeerntet. „Wir können und wollen das nicht reglementieren – und wenn die Bäume und Sträucher radikal leer gepflückt sind, müssen wir eben mehr pflanzen.“ Es sei doch auch ein Kompliment für die Arbeit der Stadt, wenn die Streuobstwiesen so gut angenommen würden. Allerdings sei die Pflege bei einer neuen Fläche anfangs sehr intensiv.

Ökologisch besonders wichtig

 Man habe nicht mit der Bepflanzung angefangen, weil die Bevölkerung mehr Vitamine brauche, sagt Birk schmunzelnd. Die Streuobstwiesen seien ökologisch besonders wichtig. Während der Blüte fänden die Bienen jede Menge Nektar, im Herbst diene das Obst als Nahrung für Vögel und Igel. Auch die besondere Rinde ziehe viele Insekten an und biete ihnen Lebensraum und Überwinterungsmöglichkeiten. Die Bäume würden zwar regelmäßig geschnitten, oberstes Ziel sei dabei aber nicht ein höherer Ertrag, betont er.

 Preetz habe nur ein relativ kleines Stadtgebiet mit einer Fläche von rund 1200 Hektar. „Mit einer Streuobstwiese pro 100 Hektar haben wir wirklich eine sehr gute Dichte“, erklärt Birk. Inzwischen sei die Stadt jedoch mit einigen Baumstandorten an ihre Grenzen geraten. Einige Grundstücke seien zu nass für Bäume, dort habe man stattdessen Johannisbeersträucher eingebuddelt. „In der Schellhorner Straße werden die Beeren fleißig gepflückt.“ Auch am Castöhlenweg gebe es viele neue Büsche. „Aber die sind noch nicht so weit und tragen noch nicht so viel.“ Man müsse Geduld haben, bevor man erntet, so Birk: „Die Äpfel zum Beispiel sollte man jetzt nicht zu früh herunterreißen, dann schmecken sie noch nicht und man kann sie auch nicht zu Saft verarbeiten.“

 Die Palette für alle Naschkatzen ist groß. Zum Angebot gehören Apfel, Birne, Walnuss, Kirsche, Johannisbeere und Pflaume. Mirabellen gibt es dagegen nirgends im Stadtgebiet. „Weil die Früchte gleichzeitig reif werden, aber nicht alle auf einmal gepflückt werden können, haben wir immer ein Problem mit Wespen.“ Eine Besonderheit seien die Mispeln auf der Fläche an der Schellhorner Straße. Die von außen pelzige Frucht in der Größe eines kleinen Apfels sei im Mittelalter sehr verbreitet gewesen. Viele verkochen sie zu Marmelade. „Ich persönlich finde sie nicht so aufregend, aber ich nehme gerne neue Rezepte entgegen“, meint Birk.

 Streuobstwiesen im Überblick:

Zudem gibt es noch den Kinderwald am Postsee vom Naturkindergarten.

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