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Sympathiewelle für das Freibad

diskussion in Schwentinental Sympathiewelle für das Freibad

Könnte eine Bürgerbewegung das marode Freibad in Raisdorf retten? Eine von rund 80 Zuhörern besuchte Diskussionsrunde der Grünen in Schwentinental zum Thema „Quo vadis, Freibad?“ brachte spontan 25 bis 30 Unterstützer zusammen, die sich für den Erhalt des Bades engagieren wollen.

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Wolfgang Schneider, vorübergehender Geschäftsführer der Stadtwerke Schwentinental, erläuterte etwa 80 Bürgern den Zustand des Freibads.

Quelle: Nadine Schättler

Schwentinental. Ob Geldspenden, Bürgerinitiative, Verein oder Zweckverband – die konkrete Form der Unterstützung war zunächst nicht entscheidend. „Ich wäre spontan bereit, ein paar tausend Euro zu spenden. Vielleicht würden das auch 500 andere Schwentinentaler machen“, erklärte ein Raisdorfer Unternehmer. Ein Familienvater aus Klausdorf forderte „mehr Aufbruchstimmung“ und bot ebenfalls seine Hilfe an: „Wir sollten uns von Schuldzuweisungen lösen und einfach mal anfangen, etwas zu tun. Ich habe das Lamentieren satt“, verkündete er, nachdem Vertreter der Grünen und der SWG-Fraktion über mangelnde Transparenz innerhalb der Stadtvertretung und verpasste Fördermöglichkeiten im Hinblick auf die Freibadsanierung diskutiert hatten.

 In seiner Funktion als vorübergehender Geschäftsführer der für den Betrieb des Freibads zuständigen Stadtwerke Schwentinental versuchte Wolfgang Schneider mit ein paar Fakten die Wogen zu glätten. Nach einer technischen Betrachtung durch einen Ingenieur und einen Architekten müsste eine Gesamtsumme von 4,7 Millionen Euro aufgebracht werden, um das Freibad zu sanieren. Eine günstigere Möglichkeit sei nach Auskunft der Fachleute ausgeschlossen, so Schneider. Das Problem: Technik und Becken könnten nur gemeinsam erneuert werden. Für Filter und Pumpen werde ein neues Technikhäuschen benötigt. „Aus meiner Sicht ist es fahrlässig, ein neues Haus zu bauen, ohne zu wissen, wo es hingeht“, so Schneider. Die Finanzierung einer Millionensumme würden die defizitäre Stadt Schwentinental und die Stadtwerke vor große Herausforderungen stellen. Schneider: „Das Kerngeschäft sind unsere Strom- und Gasnetze und nicht der Betrieb eines Freibads.“

 Auf Einladung der Grünen in Schwentinental berichtete im Anschluss Ulrich Hühn, Vorstandsmitglied der Initiative „Katzheide: Ja“, von seinen Erfahrungen. In Kiel hatten die Vereinsmitglieder 2015 ein Bürgerbegehren angestoßen, um das von der Schließung bedrohte Bad zu erhalten. „Freibäder erfüllen wichtige gesellschaftliche Funktionen wie Integration und Kultur und dienen als sozialer Treffpunkt“, bekräftigte Hühn. Dank eines großen Bürgerengagements, so der Vorsitzende, könne Katzheide im kommenden Jahr voraussichtlich umfangreich saniert werden. „Wir sind in Kiel als Diskussionspartner anerkannt. Ich kann Sie nur motivieren, sich als Bürger einzusetzen.“ Auch Michael Meggle, Vorsitzender des Fördervereins Hallenbad in Laboe, betonte die Notwendigkeit von Bädern insbesondere für den Schwimmunterricht von Kindern. „Ich halte diese Einrichtungen für ebenso wichtig wie Schulen und Bildung. Aber der Druck muss durch die Bürger kommen, sonst passiert nichts.“

 Um dem Verfall des Raisdorfer Freibads nicht weiter tatenlos zuzusehen, trugen sich am Mittwochabend spontan etwa 25 bis 30 Zuhörer in eine von den Grünen angefertigte Liste für eine Bürgerbewegung ein. Grünen-Vertreter Andreas Müller bot für die erste Koordination dieser Gruppe seine Unterstützung an.

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