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Keine Lösung bei Krisensitzung

TSV Germania Ascheberg Keine Lösung bei Krisensitzung

Der TSV Germania Ascheberg steckt in seiner schwersten Krise seit der Gründung des Vereins 1946. Eine außerordentliche Mitgliederversammlung verweigerte nicht nur dem Vorsitzenden, Wolfgang Schnack, die Entlastung, sondern auch der Kassenwartin Renate Schmidt.

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Es herrscht Stillstand auf der Baustelle in Ascheberg. Das halbfertige Sportlerheim ist nicht das einzige Problem des TSV Germania Ascheberg.

Quelle: Hans-Jürgen Schekahn

Ascheberg. Kein einziges der 32 erschienenen Mitglieder sprach Wolfgang Schnack und Renate Schmidt das Vertrauen aus. Gleichzeitig schaffte es die Versammlung nicht, einen neuen Vorstand zu wählen.

 Sechs Mitglieder stimmten offen gegen eine Entlastung von Schnack und Schmidt, die beiden letzten Mitglieder des Kernvorstandes, nachdem in der Vergangenheit schon einige Posten nicht besetzt werden konnten. Die übrigen Germanen enthielten sich. Ausgangspunkt des Misstrauens ist die schwere Krankheit der Kassenwartin, die bereits vor einem Jahr ihr Amt niederlegen wollte, dann aber weitermachte, weil sich kein Nachfolger fand. Die Folge: Sie kam mit dem Verbuchen der Belege nicht mehr hinterher oder bezahlte die Übungsleiter nicht zeitnah, sodass einige ihre Ämter niederlegten. „Es hat sich niemand gefunden, der gesagt hätte: Komm, Mädel, ich helfe Dir. Ich kann nicht mehr“, sagte sie in der Versammlung, nachdem sie von einigen Vereinsmitgliedern kritisiert worden war. Den Kassenabschluss 2014 erledigte daher ein Steuerberater. Einige Antworten auf Nachfragen zum Zahlenwerk blieben sie und Schnack schuldig. Daher gab es keine Entlastung.

 Unklar ist auch, wie es mit dem Umbau des Sportlerheims weitergeht. Schon seit Monaten ruhen die Arbeiten am Gebäude, das mit viel Eigenleistung entstehen sollte. Aber selbst das Dach ist noch nicht fertig eingedeckt. Die Schuld daran gab Schnack einem Handwerker: „Der Zimmermann kommt nicht in die Pötte.“ Er bezifferte die letzten Kosten bis zur Fertigstellung des Gebäudes auf 45 000 Euro. Wie dieses Geld noch aufgebracht werden kann, steht nicht fest. Schnack setzt dabei auf Zuschüsse des Kreises und der Gemeinde. Auch gebe es noch nicht abgerufene Mittel beim Landessportverband.

 Gleichzeitig kehren immer mehr Mitglieder dem Verein den Rücken. Aktuell gehören dem TSV Germania noch rund 550 Männer, Frauen und Kinder an. Vor drei Jahren waren es noch 750. Weniger Mitglieder bedeuten weniger Einnahmen, die für den Umbau dringend gebraucht werden.

 Der Versammlung gelang es zwar nicht, außer zwei Kassenprüfern einen Vorstand zu wählen, aber es zeichnet sich eine mögliche Lösung für die Führungskrise ab. Frank Pieters, der den Verein schon einmal zehn Jahre lang geführt hattee, erklärte sich bereit, wieder im Vorstand mitzuarbeiten, wenn ihm ein gutes Team zur Seite steht. Berufssoldat Pieters ist allerdings wochentags in Mainz beschäftigt, geht aber Mitte nächsten Jahres in Ruhestand. Viele Germanen sehen in ihm den einzigen, der den Verein noch retten kann. Pieters erhielt viel Zustimmung und Beifall für seine Wortbeiträge. Für den 9. Oktober ist die nächste außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen worden. Findet sich dann kein neuer Vorstand, steht der TSV Germania Ascheberg vor der Auflösung.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Schekahn
Ostholsteiner Zeitung

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TSV Germania Ascheberg
Der neue Vorstand des TSV Germania schaut gemeinsam nach vorne: (von links) zweiter Vorsitzender Roland Riedel, Vorsitzender Frank Pieters, stellvertretender Kassenwart Klaus Bonath, Pressewart Klaus-Dieter Sacht, stellvertretender Fußballobmann Patrick Forberger, Schriftwart Volker Harder, Kassenwart Ortwin Riedel und Fußballobmann Thomas Frenz.

Der TSV Germania Ascheberg startet durch: Ein komplett neuer Vorstand will die Probleme anpacken und den Verein aus der Krise führen. 17 der 33 Stimmberechtigten entlasteten den alten Vorstand für 2014 in einer zweiten außerordentlichen Mitgliederversammlung.

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