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Silber, Samt und Sommer-Songs

Tatort Hawaii in Stein Silber, Samt und Sommer-Songs

Tritt man auf den Deich vor Stein, scheinen der weite Himmel und das darunter liegende Meer wie in samtenes Silber gegossen an diesem „von Gott geschenkten und gelenkten“ (eine Zuhörerin) Sonabendabend, dem letzten des kleinen sechswöchigen Open-Air-Festivals, das Prinz Willy und die Surfschule Tatort Hawaii wie schon in den letzten Sommern veranstalteten.

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Nicht minder romantisch aufgeladen sind die Lieder des Berliners Almost Charlie (aka Dirk Homuth).

Quelle: Michael Kaniecki

Stein. Inmitten Sand, Dünen mit in diesem Licht silbrigem Gras und ebenso spitzblättrigen Palmen, einer Art norddeutschem Woodstock vier Singer/Songwriter solo und zuweilen miteinander klanglich vereint.
  
 Bernhard Eder, der seinen charmanten Wiener Akzent in den Ansagen nicht verhehlt, singt Songs aus seinem jüngsten Album „Nosleeper“. In „Bird Away“ evoziert er das alte poetische Bild von dem freien Vogel, der keine Grenzen kennt, in solcher Grenzenlosigkeit, die hier zwischen Himmel und Strand, Tag und Nacht mit Händen und Herzen greifbar ist, aber darin auch sanft verschwindet. Eichendorff ist nah, hätte der wie Eder auf Englisch gedichtet. Zwischen Wiens Gassen, ihrer sprichwörtlichen Todessehnsucht und dem Steiner – für heute nochmal bunt Hawaiis – Strand, wo sich das woodgestockte Völkchen in Strandkörben, entspannt auf den Holzbänken nah der Bühne oder im Gras des Deichs lagert, entsteht so eine eigentümliche Verbundenheit zwischen Ferne und Nähe, die Eders Songs ohnehin durchzieht.
  
 Nicht minder romantisch aufgeladen sind die Lieder des Berliners Almost Charlie (aka Dirk Homuth). Seine Balladen vom Album mit dem nachdenkenswerten Titel „Tomorrow’s Yesterday“ (bei dem man an McCartney und die Beatles denken darf) zeigen, dass die Molltonarten und Melancholie weniger mit Traurigkeit, denn mit federnd weicher Leichtigkeit zu tun haben. Seinen „Sandsong“ spiele er selten, sagt Homuth. Wo wenn nicht hier, am Steiner Strand, wo der Sand zwischen den nackten Zehen wie Perlmutt kitzelt? Für die zweite Stimme und das Glockenspiel assistiert Kollege Eder. Beiden gelingt so ein wundervoller Sommer-Song, der auch den nahenden Herbst als die Zeit der Erinnerung an den Sommer schon vorahnt.
  
 Denn noch silbrig blasser wird der schwüle Sommerhimmel jetzt über dem Tatort Hawaii, wenn vor dem Set von Paula Tebbens (Berlin) The Marble Man aus München von „Haidhausen“, so der Titel seines jüngsten Albums, singt. Den Titelsong, der einen Nirgendwo- und daher Überall-Ort beschwört, begleiten Eder und Homuth in himmlisch samtenem Background-Gesang. Der Soundtrack zum jetzt dahinten Dämmernden über dem Horizont und unter dem Himmel, wo sich die silbrige Sonne ins Meer versenkt. Und unter den Palmen zwischen den ergrauten Gräsern küssen einverstandene Liebespaare einander die versilberten Lippen. Romantik pur, samten besungen.

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