19 ° / 12 ° Gewitter

Navigation:
Tempokontrollen im Kreis Plön

Blitzer gegen Wildunfälle Tempokontrollen im Kreis Plön

Autofahrer sollten zurzeit besonders auf ihr Tempo achten. Zum einen besteht in der aktuellen Brunftzeit des Damwilds erhöhte Unfallgefahr. Zudem kontrolliert die Polizei verstärkt die Einhaltung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit.

Voriger Artikel
B404 am Wochenende gesperrt
Nächster Artikel
Eine Frau, ein Mann und die Drehleier

Auch dieser Autofahrer fuhr im Wildwechselbereich auf der K 25 deutlich zu schnell.

Quelle: Dirk Schneider

Plön. Der Grund: Die Beamten vom Bezirkspolizeirevier Kiel sind von ihrem Auftrag der Flüchtlingsbetreuung zurück und versehen wieder ihren gewohnten Dienst. Es wird also wieder häufiger geblitzt.

Großer Auftrieb herrschte am Freitagvormittag an der Kreisstraße 25 zwischen Lebrade und Grebiner Kreuz. Nicht nur die Polizisten hatten ihre Kamera in Höhe der Kossauer Tannen aufgestellt. Fernsehteams und ein halbes Dutzend Bildjournalisten dürften manchen Autofahrer erschreckt haben. Die Nebenstrecke von Lütjenburg nach Kiel ist viel befahren, in dem Waldstück gilt das ganze Jahr über Tempo 50. Vor allem während der Paarungszeit des Rehwilds im August und des Damwilds im Oktober ist hier größte Vorsicht geboten.

Die Zahl der von der Polizei registrierten Wildunfälle im Kreis Plön steigt seit 2013 stetig an. 1552 Unfälle waren es im vergangenen Jahr, 7,6 Prozent mehr als 2014 (1442). Fast 40 Prozent aller Unfälle waren auf Wildwechsel zurückzuführen, wie Michael Martins, Leiter des Polizeireviers Plön, berichtete. Dabei wurden etwa 15 Prozent der Rehwildstrecke (rund 3800 Tiere) im Kreis Plön getötet, sagte Hermann Ehlert, Forstmeister a. D. und über 30 Jahre Pächter des Hegerings 13. Beim Damwild beträgt der Anteil sieben Prozent der Strecke (rund 3000 Stück).

Dass sich immer mehr Wild auch auf den Straßen tummelt, ist nach Ehlerts Beobachtung unter anderem auf den verstärkten Maisanbau zurückzuführen: „Die fühlen sich wie im Schlaraffenland.“ Erhöhte Unfallgefahr bestehe in der Nähe von Rapsschlägen. „Früher sind die Tiere da nicht rangegangen“, sagt der Forstmeister, „aber die neuen Sorten schmecken ihnen, die sind nicht mehr so bitter.“

Um so wichtiger ist für Revierleiter Martins, der selbst vor Kurzem mit seinem Wagen auf der B76 bei Tempo 80 mit einem Wildschwein kollidierte, die polizeiliche Überwachung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit in diesen Bereichen. Dafür braucht er aber Hilfe aus Kiel, der Kreis Plön hat keine eigenen Geräte dafür. Ein halbes Jahr lang waren wegen der Flüchtlingssituation die unter Vielfahrern bekannten Blitzer-Standorte unbesetzt. Rechtzeitig zur Herbstsaison stehen die Beamten wieder zur Verfügung. Martins nutzte gleich die Gelegenheit und forderte in Kiel eine Überwachungseinheit an.

Und so bauten gestern früh Polizeioberkommissar Cord Wachholz und Polizeihauptmeister Frank Wehrend an den Kossauer Tannen ihre Kamera auf. Das Messgerät wurde auf 59 km/h eingestellt. Bis zum Abend passierten etwa 70 Autos stündlich den Bereich, jedes fünfte war zu schnell. „Die Stelle ist für eine Quote zwischen 20 und 30 Prozent bekannt“, erklärte Revierleiter Martins. Gleiches gilt für die Landesstraße 178 zwischen Altharmhorst und Kirchnüchel. Dort waren kürzlich 31 Verstöße bei 215 durchfahrenden Autos registriert worden (14 Prozent). Der schnellste Temposünder wurde mit 104 km/h in der 70-Zone gemessen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Ralph Böttcher
Ressortleiter Ostholsteiner Zeitung

Mehr aus Nachrichten aus Plön 2/3