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Protest gegen „Strafversetzung“

Theodor-Heuss-Gemeinschaftsschule Protest gegen „Strafversetzung“

An der Theodor-Heuss-Gemeinschaftsschule in Preetz wird es zu eng. Eine Begrenzung auf 100 Schüler für die neuen fünften Klassen hatte Schulrat Stefan Beeg abgelehnt. Nun wurde eine Auslagerung der zehnten Klassen an die Schulen am Hufenweg beschlossen. Vorher sollen aber Alternativen geprüft werden.

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Dicht gedrängt saßen und standen Schüler, Eltern und Lehrer der Preetzer Theodor-Heuss-Gemeinschaftsschule im Ratssaal. Sie protestierten gegen die geplante Auslagerung der zehnten Klassen an die Schulen am Hufenweg.

Quelle: Silke Rönnau

Preetz. Es war voll im Ratssaal. Dichtgedrängt umlagerten Schüler, Eltern und Lehrer am Mittwochabend die Mitglieder des zuständigen Haupt- und Finanzausschusses. Ausschussvorsitzender Wolf Bendfeldt (CDU/FWG-Fraktion) erläuterte, dass der Beschlussvorschlag Ergebnis der umfangreichen Diskussionen im Planungszirkel für die Schulen sei, dem Vertreter der Fraktionen und Verwaltung sowie Schulleiter angehören.

 Die Einwohnerfragestunde nutzten viele noch einmal für den Appell, den Beschlussvorschlag zu überdenken. Es gebe organisatorische Schwierigkeiten, wenn die Lehrer pendeln müssten, hieß es. „Für die Schüler ist es wie eine Strafversetzung“, meinte eine Vertreterin des Schulelternbeirats. „Sie werden kurz vor den Prüfungen rausgerissen.“ Die hohe Qualität der Ausbildung werde leiden. Man bitte darum, nochmals Alternativen zu prüfen. Dies könnten freie Räume im benachbarten Friedrich-Schiller-Gymnasium (FSG) oder Klassenzimmer in Containern sein. „Wir wollen eine Gemeinschaftsschule bleiben.“

 In die gleiche Kerbe schlug eine Schülerin. Es sei seit Jahren bekannt, dass die Schülerzahlen steigen. Warum werde erst jetzt entschieden, was passieren soll? „Wollen Sie, dass die Schule auseinandergerissen wird?“ Auch Schulsozialarbeiterin Christine Voß sprach sich gegen die Auslagerung aus. „Die Kinder unterstützen mich als Paten und Streitschlichter“, erklärte sie. Sie seien stark in das pädagogische Konzept eingebunden.

 Ein Vater wollte wissen, wie es mit dem Chemie- oder Physikunterricht aussehe. „Werden die benötigten Sachen zwischen den Schulen hin- und hergefahren?“ Und was sei mit dem Mittagessen? Beide Fragen beantwortete Bendfeldt: „In der Schule gibt es entsprechende Fachräume.“ Eventuell fehlende Ausstattung müsse beschafft oder transportiert werden. Die Schulen am Hufenweg hätten außerdem eine Mensa. Eine Neuntklässlerin wollte wissen, warum ausgerechnet der zehnte Jahrgang wechseln soll. „Das ist ein Vorschlag der Schulleitung, den wir aufgegriffen haben“, erwiderte Bendfeldt.

 In der anschließenden Diskussion fragte Axel Schreiner (CDU/FWG-Fraktion), was die Containerlösung koste. Bürgermeister Björn Demmin berichtete, dass diese Idee erst am Abend zuvor im Gespräch mit dem Schulelternbeirat an ihn herangetragen worden sei. Eine erste Erkundigung hätte Kosten von 220 000 Euro für zwei Klassenzimmer inklusive Nasszellen und Nebenkosten bei einer Mietlösung auf zwei Jahre ergeben. Für einen Kauf müsse man mit 450 000 Euro rechnen, für einen Neubau mit 780 000 Euro.

 Für das FSG habe man eine Anfrage beim Kreis Plön als Schulträger gestellt. Bisher sei nur ein Klassenraum frei. Das Gymnasium wisse noch nicht, ob es bei den fünften Klassen vier- oder fünfzügig arbeite und ob drei oder vier Profile angeboten werden. Diese Entscheidung solle im April oder Mai fallen. „Wir sollten diese Alternative mit in den Beschluss aufnehmen, es ist aber nur eine Art Strohhalm“, sagte Demmin

 Letztendlich beschloss der Ausschuss, die Auslagerung des zehnten Jahrgangs der THG zustimmend zur Kenntnis zu nehmen, sofern sich nicht Alternativen ergeben. Der Planungszirkel soll eine mittel- und langfristige Strategie für den Schulstandort Preetz mit Blick auf die räumliche Situation an der THG erarbeiten.

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Ein Artikel von
Silke Rönnau
Ostholsteiner Zeitung

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