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„Der Schulfrieden muss einkehren“

Thomas Wulff „Der Schulfrieden muss einkehren“

Als 2005 sein ältester Sohn an der Wilhelminenschule in Preetz eingeschult wurde, begann die zweite „Karriere“ von Thomas Wulff. Der Bundespolizist engagierte sich von Anfang an als Elternvertreter. Seit knapp einer Woche ist er Vorsitzender im Landeselternbeirat für Gymnasien (LEB).

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Thomas Wulff aus Preetz ist neuer Vorsitzender im Landeselternbeirat für Gymnasien.

Quelle: Archivfoto Silke Rönnau

Preetz. Die vorgezogene Neuwahl wurde notwendig, weil der bisherige Vorsitzende freiwillig sein Amt niedergelegt hatte: Er hatte damit auf Kritik reagiert, dass er als Elternvertreter eines Beruflichen Gymnasiums gar nicht gewählt werden durfte, obwohl das Bildungsministerium den Bestand der Wahl bestätigt hatte.

Die meisten Mütter und Väter ziehen den Kopf ein, wenn es in Elternabenden um die Wahl der Vertreter geht. Wie war es bei Ihnen? Thomas Wulff (lacht): Die Schulelternbeiratsvorsitzende kam rein, ging wie ein Feldmarschall durch die Reihen und sagte: Wir brauchen drei Elternvertreter. Bevor sich gar keiner meldet, dachte ich mir, ich mache mal mit. So fing das an. Das ist eine Arbeit, die mich sehr geprägt hat. Anfangs möchte man Mauern einreißen und Berge versetzen. Der damalige Schulleiter Lars Carstens hat mich geerdet. Man muss erkennen, wenn es nicht mehr weitergeht. Und man merkt, dass die Kopfschmerzen zunehmen, wenn man nur gegen die Mauer rennt.

Wie ging es weiter? Ich wurde in den Kreiselternbeirat der Grundschulen gewählt und als Delegierter in den Landeselternbeirat entsandt. Auch am Gymnasium habe ich mich engagiert. Wenn du Geschmack an Elternarbeit gefunden hast, machst du weiter. 2014 wurde ich zum Delegierten des Landesbeirats für Gymnasien gewählt.

Dann kam Ihre Kandidatur zur Bürgermeisterwahl in Preetz... Ich habe dafür eine lange Auszeit genommen. Alle haben Verständnis gezeigt. Nach der verlorenen Wahl bin ich dann wieder eingestiegen.

Die Wahl zum Landesvorsitzenden kam jetzt überraschend für Sie? Ja. Mein Vorgänger wollte das Ansehen des LEB nicht beschädigen. Er hat eine super Arbeit gemacht und hätte im Amt bleiben können. Ich wurde gefragt, ob ich mich bereit erklären würde, und wurde einstimmig gewählt.

Was wollen Sie als Erstes anpacken? Den Landeselternbeirat aus dem unruhigen Fahrwasser bringen und mich um die Sachthemen kümmern. Ich habe einen großen Karton voller Akten und einen USB-Stick mit vielen Daten mitbekommen. Jetzt muss ich mich erst mal einlesen und orientieren. Oft sitze ich bis spät in die Nacht am Computer. Ich bin froh, dass ich mit Heike Seeger eine Stellvertreterin habe, die schon so lange im Amt ist. Man braucht jemand mit Erfahrung.

Was ist die größte Herausforderung? 2017 sind Landtagswahlen. Der Landeselternbeirat wird die bildungspolitischen Sprecher einladen, um zu wissen, wie es mit der Bildungspolitik weitergeht. In jedem Wahlkampf gibt es ja neue Ideen. Es muss aber auch einmal ein Schulfrieden einkehren.

Sind die 100 Gymnasien in Schleswig-Holstein für die Zukunft gut aufgestellt? Ja, es sieht sehr gut aus. Die Anmeldezahlen sind 2015 um 174 Schüler im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Der Kreis Plön liegt übrigens ganz an der Spitze mit einer Steigerung von 69 Schülern. Wir fragen gerade ab, ob die weggefallene Schulartempfehlung eine mögliche Ursache für diese Steigerung ist.

Was ist mit den häufigen Beschwerden über den Unterrichtsausfall? Die Lehrerversorgung ist immer ein Thema. Wir erwarten eine 100-prozentige Unterrichtsversorgung.

Interview: Silke Rönnau

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Ein Artikel von
Silke Rönnau
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