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Schneckenplage: Das schwüle Wetter ist schuld

Tipps vom Nabu-Experten Schneckenplage: Das schwüle Wetter ist schuld

In der Umweltberatungsstelle Plön stellen viele Anrufer und Besucher zurzeit die gleiche Frage: Was kann man gegen die Nacktschnecken tun? „Wir haben im Moment tatsächlich eine Schneckenplage“, gibt Carsten Pusch vom Naturschutzbund (Nabu) zu. Schuld ist das schwül-warme Wetter.

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Kriechende Invasion: Durch das schwül-warme Wetter treten die braunen Nacktschnecken zurzeit verstärkt in den Gärten auf.

Quelle: Silke Rönnau

Plön/Preetz. Wer nach einem Regenguss durch den Garten oder durch die freie Natur wandert, stolpert schon fast über die Tiere. „Die Schnecken freuen sich über das Wetter“, so Pusch. Doch nicht alles, was nackt sei, fresse gleichermaßen grünen Salat und bunte Blütenpracht. „Übeltäter“ sei hier vor allem die erst in den 70er-Jahren aus Portugal eingeschleppte braune Spanische Wegschnecke, die sich mit Vorliebe über den Salat hermache. „Selbst ich als Naturschützer kann verstehen, dass der eine oder andere Gartenbesitzer eine Krise kriegt“, gibt er zu.

Tagsüber verschwinden die Tiere in dunklen Ecken, verkriechen sich mit Vorliebe unter feuchten Mulch oder schattige Laubreste. „Wenn man nachts mit der Taschenlampe in den Garten leuchtet, sieht man erst, wie viele Mitbewohner man hat“, erklärt Pusch lachend. Die früher häufig zu sehenden schwarzen Nacktschnecken seien von den braunen in die Wälder verdrängt worden.

Doch man sollte nicht auf alle Nacktschnecken schimpfen. Der Tigerschnegel beispielsweise, der bis zu 20 Zentimeter groß werden könne, fresse manchmal auch die braunen Artgenossen. „Wir haben tatsächlich schon Anfragen gehabt, ob man die züchten kann“, erzählt Carsten Pusch. Und erinnert an die indische Laufente, die vor einigen Jahren unter dem Motto „Rent-a-Ent“ bekannt geworden sei, weil sie mit Vorliebe Jagd auf die schleimigen Tierchen mache.

Die meisten Schnecken seien eine richtige Gesundheitspolizei, betont der Nabu-Berater. Sie bereiteten organische Reste auf. „Man tut ihnen Unrecht, wenn man da mit der Chemie-Keule kommt.“ Man sollte sich überlegen, ob man wirklich Schneckenkorn in seinem Gemüsegarten haben wolle. Ansonsten helfe vor allem konsequentes Absammeln.

Pusch hat aber auch noch einige andere Tipps parat. Für kleinere Beete (besonders Gemüsebeete) seien Schneckenzäune effektiv. Durch die Gestaltung eines Naturgartens würden möglichst viele Lebensräume für potenzielle Schneckenfeinde geschaffen. Feuchtbiotope, Trockenmauern und artenreiche Staudenbeete und Hecken mit heimischen Gehölzen böten Vögeln, Igeln, Maulwurf, nützlichen Insekten, Fröschen und Kröten Lebensraum. Helfen könnte auch der Anbau von stark aromatischen Pflanzen wie Heil- und Gewürzkräuter (Liebstöckel, Pfefferminze, Oregano, Eberraute, Wermut, Ysop, Lavendel, Rosmarin, Salbei oder Tomatenlaub). Abwehrend seien auch sehr haarige Pflanzenarten wie Boretsch, Beinweil oder Königskerze. Eine zeitige erste Bodenlockerung schrecke die Schnecken aus der Winterruhe. Vor einer Köderfalle warnt Pusch dagegen: „Eine Bierfalle funktioniert fantastisch, lockt aber auch erst die Schnecken des Nachbarn an.“

Pusch berichtet, dass die Umweltberatungsstellen im Kreis Plön gerade an einem Bingo-Projekt zum Thema „(Un)heimliche Mitbewohner in Haus und Garten“ arbeiten. Dazu werden Informationen zum Beispiel über Schnecken, Mäuse, Flöhe, Wespen oder Schaben zusammengetragen, die später als Lose-Blatt-Sammlung sowie im Internet präsentiert werden.

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Ein Artikel von
Silke Rönnau
Ostholsteiner Zeitung

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