18 ° / 9 ° wolkig

Navigation:
Schießübung in der Nacht

Todendorfer Ozelots Schießübung in der Nacht

Erstmals trainierte die Bundeswehr mit dem leichten Flugabwehrsystem Ozelot bei Nacht. Rund 20 Stinger-Raketen zogen am Dienstag ihre leuchtend weiße Bahnen in den Vollmond-Himmel über der Kaserne Todendorf. Die Auswerter im Kontrollturm waren mit der Übung zufrieden.

Voriger Artikel
Neue Erstaufnahmeeinrichtung in Lütjenburg
Nächster Artikel
„Elli“ lädt zum Besuch ein

Mit einem Feuerschweif rasen die Flugabwehrrakten des Luftwaffensystems Ozelot beim Nachtschießen in Todendorf auf das leuchtende Ziel über der Ostsee zu.

Quelle: Dirk Schneider

Panker. Der scharfe Schuss mit echter Munition ist der Höhepunkt des Jahres für die Ozelot-Kommandanten, erklärt Thomas Erken, Presseoffizier der Luftwaffe. Für vier von ihnen bildet die Übung zudem den Abschluss ihrer Ausbildung. Ein echter Raketenabschuss als letzte Prüfung.

 Die Spannung auf die nächste Zündung ist den Soldaten anzumerken, die auf dem Kontrollturm stehen. Sie gehören der dritten Staffel der Flugabwehrraketengruppe 61 an, die seit knapp drei Jahren in Todendorf stationiert ist. Viele ziehen hastig an ihren Zigaretten, blicken gespannt nach oben. Dann kommt aus dem Kontrollraum mit seinen vielen Bildschirmen der Ausruf „Hot run“. Soll heißen: Gleich geht es wieder los. Ein Learjet zieht langsam im klaren Himmel über der Küste vorbei. Hinter sich an einer über sechs Kilometer langen Leine ein Stoffsack, in dem Magnesiumfackeln brennen. Das Ziel. Auch wenn das Waffensystem Ozelot computergesteuert ist und die Stinger-Raketen mit ihren Wärmesensoren selbst ihren Weg finden, kommt es kurz vor dem Abschuss noch auf das gute Auge des Kommandanten an. Er muss den Leuchtpunkt am Himmel, den angenommen Feind, in ein Feld in seinem Visier bekommen. Erst dann darf er zünden. Ein bisschen Handarbeit trotz der modernen Waffenführung.

 Mit einem großen Knall schießt die Rakete aus der Halterung und nähert sich mit zweifacher Schallgeschwindigkeit dem leuchtenden Stoffsack. Anders als bei einer Drohne gibt es keinen Aufprall und damit auch keine Detonation. Die Stinger fliegt einfach durch ihr Ziel hindurch oder ganz knapp vorbei und zerstört sich nach wenigen Sekunden selbst. „Taktischer Treffer“ sagen die umher stehenden Soldaten, die sich über das gute Ergebnis freuen. Die einzige Panne des Abends: Am Learjet fällt eine Kamera aus, mit der der Pilot das Geschehen hinter sich verfolgt. Eine Art Rückspiegel. Aus Sicherheitsgründen muss er zum Airport Rendsburg-Schachtholm zurückkehren und die Kamera in Ordnung bringen lassen. So lange ist Pause auf der Schießbahn Delta und der Aschenbecher im Außenbereich ein beliebter Treffpunkt. Die Ozelot-Kommandanten sind vor dem Nachtschießen nicht mehr und nicht weniger aufgeregt als bei Übungen am Tag. Auf die Frage, was den Unterschied ausmache, antwortet einer der jungen Männer mit einem Schmunzeln: „Es ist dunkel.“

 Nicht nur der Treffer zählt für die Bewertung, auch die Handhabung der Kommandozentrale im kleinen Panzer wird überwacht. Eine Videokamera sitzt jedem Schützen im Nacken und zeichnet auf, welche Knöpfe er wann drückt. Das ermöglicht später eine detailgenaue Manöverkritik.

 Das Waffensystem Ozelot steht der Bundeswehr seit 2001 zur Verfügung. Den Kern bilden vier Panzer des Typs Wiesel. Das Führungsfahrzeug ist nur mit einem Radar ausgestattet. Es klärt die Objekte auf und weist sie seinen drei Raketen-Panzern zu, die die Bekämpfung übernehmen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Hans-Jürgen Schekahn
Ostholsteiner Zeitung

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

KSV-Liveticker!

KSV-Spielstand online
verfolgen, mit dem
KN-KSV-Liveticker

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Plön 2/3