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Top-Coach auf dem Plöner Court

Tennistrainer Milo Quiroz Top-Coach auf dem Plöner Court

Neuer Boom beim Plöner Tennisverein: In wenigen Wochen ist die Mitgliederzahl von 120 auf 160 explodiert – Tendenz steigend. Statt Steffi Graf und Boris Becker ist diesmal jemand anders „schuld“: Milo Quiroz, ein 32-jähriger Chilene, der seit einiger Zeit Tennistrainer in Plön ist.

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Den Ball stets im Blick hat Ex-Tennisprofi Milo Quiroz aus Chile, der im TSV Plön eine neue Heimat gefunden hat.

Quelle: Dirk Schneider

Plön. Es war ein besonders kalter Tag im Februar. So kalt, dass sich die Vorsitzende des Plöner Tennisvereins, Isolde Geerken, vergewissern wollte, dass die Frostschutz-Einstellung der Heizungsanlage im Clubheim auch funktionierte. Bei der Gelegenheit wurde sie auf zwei Zaungäste aufmerksam, die bei dem unwirtlichen Wetter die Tennisanlage interessiert in Augenschein nahmen: Milo Quiroz und seine Freundin Louisa Withold. Man kam ins Gespräch und die Renaissance des Tennissports in Plön nahm ihren Lauf.

 Milo Quiroz hatte sich nämlich in die Plöner Anlage verliebt: Sechs Plätze in Seenähe – das war es, was er in Eutin, Kiel oder Hamburg bereits gesucht, aber an diesem kalten Februartag in Plön gefunden hatte. Quiroz ist vor rund einem Jahr der Liebe wegen aus den USA nach Eutin gezogen, nachdem er und Louisa Withold sich in Chile kennengelernt hatten, und wollte beruflich das weiterführen, was er bisher erfolgreich gemacht hat: Tennistrainer.

 Der ehemalige Tennisprofi (vor sechs Jahren war er die Nummer 1 in Kalifornien) war in Kalifornien und Florida ein vielbeschäftigter Trainer: Er lehrte an insgesamt fünf Tennisakademien und coachte unter anderem das Davis-Cup-Team der USA, begleitete in Florida viele Kinder auf dem Weg vom Jugendspieler zum Profi, stand schon mit den beiden Tennis-„Pensionären“ Steffi Graf und Andre Agassi auf dem Platz, und hat dem reichsten Mann der Welt, Microsoft-Gründer Bill Gates, Tennisunterricht gegeben. Sein erfolgreichster ehemaliger Schützling ist John Isner, zurzeit die Nummer 17 der Weltrangliste.

 Viele Gründe, einen großen Bogen um den Tennissport in der Provinz zu machen, aber Quiroz liebt die ländliche Umgebung („I love the countryside!“), und er liebt die in seinen Augen perfekte Organisation und die Pünktlichkeit in Deutschland, die seinem Naturell entgegenkomme. Im Vergleich zu seinem Heimatland Chile und seiner ehemaligen Wahlheimat USA fühlt er sich jetzt wie im Schlaraffenland.

 Wie im Schlaraffenland fühlen sich auch die Plöner Tennisspieler: Isolde Geerken lobt, dass Milo den Stil seiner Schüler nicht grundlegend umstellen will. Er analysiert das Leistungsvermögen seiner Schützlinge und gibt dann Tipps, wie mit kleinen Änderungen spürbare Verbesserungen möglich sind. Die Fitness wird zusätzlich beim Cardiotraining, eine Mischung aus Tennisübungen und Ausdauertraining zu rhythmischer Musik (dienstags ab 18 Uhr), gefordert und gefördert.

 Das ist seine Arbeit als Coach, der werktags in Plön auf Honorarbasis arbeitet. Als Trainer, Angestellter und inzwischen guter Freund der Familie von Marcus Gutzeit aus Eutin fordert er im von Gutzeit betriebenen „Milos Tenniszentrum“ in Eutin deutlich mehr Engagement von seinen Schülern. Aktuell besonders von Miezi Lina Gutzeit und Clara von Peschke. Die beiden zehnjährigen Eutinerinnen streben im Tennissport nach Höherem, werden intensiv von Quiroz betreut und am Wochenende von ihrem Trainer zu Turnieren begleitet.

 Wer so viel lehrt und für so viel Aufschwung im Plöner und Eutiner Tennissport sorgt, darf auch mal verlieren: Er steht hin und wieder für den Verbandsligisten Hamburg-Glashütte auf dem Court und geht da nicht immer als Sieger vom Platz. Das nimmt er mit einem Lächeln und nennt das Erfahrungsammeln.

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Ein Artikel von
Peter Thoms
Redaktion Ostholsteiner Zeitung/stellv. Ressortleiter

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