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Tourismus und Kultur in einem Boot

Holsteinische Schweiz Tourismus und Kultur in einem Boot

Bei der Tourismuszentrale Holsteinische Schweiz bekommt die Kultur einen noch höheren Stellenwert: Kulturministerin Anke Spoorendonk hat entschieden, den Zweckverband zu einem Kulturknotenpunkt zu ernennen. In den nächsten fünf Jahren werden 100000 Euro in die Verknüpfung von Kultur und Tourismus gesteckt.

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Stegkonzerte im Rahmen der Reihe „Nachtgeflüster“ – hier für ein interessiert lauschendes Publikum in Bosau an einem Spätsommerabend im vergangenen Jahr – sind nur ein Faden, aus dem der Kulturknotenpunkt Plön/Eutin geknüpft ist.

Quelle: Dirk Schneider

Plön. Mal ist gar nichts los, an anderen Tagen finden zeitgleich hochkarätige Konzerte statt. Kulturfreunde haben dann die Qual der Wahl, während die Kulturschaffenden sich ihr Publikum teilen müssen. Um solche Überschneidungen zu vermeiden und Angebote im ländlichen Raum besser zu koordinieren, muss kein gordischer Knoten zerschlagen, sondern lediglich ein Kulturknoten geschnürt werden.

 Die Fäden werden ab sofort bei der Tourismuszentrale Holsteinische Schweiz zusammengeknotet: Dort entsteht der Kulturknotenpunkt für die Region Plön/Eutin, hat Kulturministerin Anke Spoorendonk nach Auswertung von Ausschreibungsergebnissen entschieden: „Ich freue mich, dass wir damit die Vernetzung der Kultur im ländlichen Raum ausbauen können.“

 Eine Freude, die man in der Tourismuszentrale mit Sitz in Plön teilt: Geschäftsführerin Caroline Backmann hatte mit ihrer Bewerbung sieben Mitbewerber (darunter das Kulturforum Schwimmhalle Schloss Plön) hinter sich gelassen. Eine Bewerberzahl, die auch den Sprecher des Ministeriums für Justiz, Kultur und Europa, Oliver Breuer, erstaunt: „Das zeigt das große Interesse an der Kulturkonzeption des Landes.“ Interesse allein reichte angesichts von insgesamt acht Bewerbern nicht, um den Zuschlag für dieses über fünf Jahre laufende Projekt zu bekommen, das mit insgesamt 100000 Euro gefördert wird – man brauchte auch zündende Ideen. Caroline Backmann und ihr Team hatten in ihrer Bewerbung – landesweit als erste – den Schwerpunkt auf die Verknüpfung von Kultur und Tourismus gelegt.

 Während bisherige Knotenpunkte im Land (vor allem an der Westküste) eher bei den klassischen Fortbildungseinrichtungen wie Volkshochschulen oder Akademien angesiedelt wurden, betritt man in der von Fremdenverkehr geprägten Region rund um Plön und Eutin nun Neuland und wagt die Verknüpfung von kulturellen mit touristischen Angeboten. Für die Plöner Spezialisten war das jedoch kein fremdes Terrain, sondern schon erfolgreich in die Tat umgesetzte Marketing-Idee: „Tage des offenen Ateliers“ und viele Veranstaltungen im Rahmen der Reihe „Nachtgeflüster“ waren ideale Fixpunkte für die Bildung eines Kulturknotenpunktes.

 In der Bewerbung als Kulturknotenpunkt hatte der Zweckverband Tourismuszentrale mit all seinen Pfunden gewuchert: Neben den bisher angeschobenen Dingen sind das der geplante Ausbau bestehender Kooperationsstrukturen mit Museumsangeboten und Künstlern in ihren Ateliers oder Proberäumen. Neue Ideen könnte die Zusammenarbeit mit Schulen und Hochschulen bringen, und weitere Themen wie Film und neue Medien sind bereits in der Planung. Auch die bessere Vernetzung von Stadt- und Fahrbüchereien sowie ehrenamtlichen Buchverleihern war eine Idee der Tourismuszentrale, die von der Jury honoriert wurde.

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Ein Artikel von
Peter Thoms
Redaktion Ostholsteiner Zeitung/stellv. Ressortleiter

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