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Stahlkoloss trifft auf Muskelkraft

Trafo-Transport Stahlkoloss trifft auf Muskelkraft

Die Schleswig-Holstein Netz AG rüstet das Umspannwerk in Stolpe auf, um der steigenden Produktion von Windenergie gerecht zu werden. Am Dienstag wurde ein 70 Tonnen schwerer Großtransformator per Schwerlasttransport angeliefert und in die Anlage integriert. Das Unternehmen investiert dafür 1,3 Millionen Euro.

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Mit Muskelkraft und Kettenzügen ziehen Lutz Lehmann und Max Siegrist den 70 Tonnen schweren Transformator auf Eisenbahnschienen vom Schwerlastanhänger auf das Fundament im Umspannwerk.

Quelle: Dirk Schneider

Stolpe. Als die Polizeieskorte und der Tieflader mit dem 70 Tonnen schweren Großtransformator am Dienstagmittag mit sechs Stunden Verspätung an der Sackgasse Schwarzer Weg in Stolpe ankamen, war den Mitarbeitern der Schleswig-Holstein Netz AG die Erleichterung anzumerken. „Ich dachte schon, wir müssten die Aktion heute abblasen“, stellte Projektleiter Nico Reer fest. Doch dank guter Vorbereitung reichte der Nachmittag aus, um den angelieferten Stahlkoloss von dem Anhänger auf das Fundament im Umspannwerk zu bewegen.

 „Eigentlich waren wir gut im Zeitplan“, berichteten die Berufskraftfahrer Lutz Lehmann und Max Siegrist. Doch am Autobahnrastplatz Buddikate bei Ahrensburg wurde der über 33 Meter lange Schwerlasttransporter mit einem Gesamtgewicht von über 140 Tonnen, der in Regensburg gestartet war, nach zwei Nachtfahrten für eine mehrstündige Kontrolle aus dem Verkehr gezogen. „Irgendwo war wohl eine Genehmigung verloren gegangen“, mutmaßte Lehmann. Mit einer Maximalgeschwindigkeit von immerhin 80 Stundenkilometern ging es dann auf der Autobahn 21 bis Stolpe.

 Vor Ort eingetroffen, musste zunächst der Tieflader des Gespanns, das bis zu diesem Zeitpunkt über 14 Achsen mit jeweils acht Rädern verfügte, um vier Achsen gekürzt werden. Dann ging es buchstäblich im Schritttempo rückwärts durch die enge Zufahrt in das Umspannwerk hinein. Auf den Zentimeter genau wurde der Auflieger so neben das Fundament manövriert, sodass der Großtransformator über eine Brücke aus Eisenbahnschienen an seinen neuen Standort gezogen werden konnte. „Diese letzten Zentimeter sind immer am Schwersten“, keuchten Lehmann und Siegrist, während sie die Last per Muskelkraft mit hydraulischen Pumpen und mechanischen Kettenzügen ins Rollen brachten.

 Nach anstrengenden zwei Stunden und 17 Minuten konnte das Aggregat schließlich verankert werden. Die Mitarbeiter der Schleswig-Holstein Netz werden den Trafo in den kommenden beiden Wochen ans Netz anschließen. Die Aufrüstung des Umspannwerks mit einer zweiten Anlage sei ein direkter Beitrag zur Energiewende, erläuterte Nico Reer. „Der neue Transformator hat eine Leistung von 40 Megavoltampere und kann soviel Windstrom aufnehmen und in das übergeordnete Hochspannungsnetz einspeisen, dass damit rund 42000 Haushalte versorgt werden könnten.“ Zudem, so Reer weiter, werde das Umspannwerk Stolpe, in dem der Windstrom von 20000 Volt Mittelspannung auf 110000 Volt Hochspannung umgewandelt würde, „eigensicher“. „Sollte ein Trafo ausfallen, kann der andere durch Umschaltungen die Stromversorgung in der Region aufrecht erhalten.“

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Dirk Schneider

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