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Flüchtlinge lernen Schwimmen

Turnverein Laboe Flüchtlinge lernen Schwimmen

Viele Flüchtlinge können nicht schwimmen. Das möchte der Turnverein Laboe (TVL) ändern. Als anerkannter Förderstützpunkt im bundesweiten Programm „Integration durch Sport“ kann der Verein jetzt noch mehr Kurse anbieten und setzt dabei vor allem auf das Schwimmen.

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Beim Turnverein Laboe können die Flüchtlinge in der Meerwasserschwimmhalle das Schwimmen lernen.

Quelle: Thomas Christiansen

Laboe. „Das sind alles Nichtschwimmer, auch die Kinder“, erklärt Andrea Erdmann, Vorstandsmitglied im TVL. Viele Flüchtlinge würden aber trotzdem ins Wasser gehen und dann oft schon nach einem Meter untergehen, sodass die Rettungsschwimmer aktiv werden müssen. „Mittlerweile geht das nun schon“, sagt Erdmann. Denn inzwischen erlernen einige Flüchtlinge beim TVL in der Meerwasserschwimmhalle das Schwimmen.

Schon im vergangenen Jahr hatte der TVL den Flüchtlingen, die in Laboe und Brodersdorf leben, die Möglichkeit gegeben, Sport zu treiben. „Im Sport können unabhängig von sozialer oder ethnischer Herkunft, Möglichkeiten zur Begegnung und zum Miteinander entstehen, können gegenseitige Grenzen und Vorurteile abgebaut werden, denn Sport benötigt keine Sprache“, betont Erdmann.

In den Sparten Kinderturnen, Basketball, Zumba und Fitness, vor allem aber beim Schwimmen wurde das Angebot des Vereins von vielen Flüchtlingen sehr schnell dankend angenommen. Die Schwimmtrainer stellten allerdings rasch fest, dass die neuen Mitbürger Nichtschwimmer sind und zunächst einmal in aufwändigen Sondertrainingseinheiten an das Schwimmen herangeführt werden müssen.

Ohne die finanzielle Unterstützung durch das Programm „Integration durch Sport“ wäre „es uns nicht möglich gewesen, dieses Training auf längere Sicht durchzuführen“, sagt Erdmann. Vor wenigen Wochen kam nun die Anerkennung als Stützpunktverein. Damit ist der TV Laboe einer von bundesweit 750 Vereinen, die durch das Bundesinnenministerium, das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge sowie den Landessportverband in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Olympischen Sportbund für ihre Arbeit mit Flüchtlingen gefördert werden.

Derzeit nehmen neun Flüchtlinge an dem besonderen Schwimmkurs teil – „so lange, bis sie schwimmen können“, erklärt Erdmann. Die nächsten warten schon auf ihr Training. „Der Bedarf ist da, vor allem bei den Kindern, aber auch bei den Erwachsenen“, sagt Erdmann.

Große Sorgen hat der TV Laboe jetzt aber wegen der immer noch vollkommen ungewissen Zukunft der Meerwasserschwimmhalle. Ohne die Halle in Laboe könnte natürlich auch der Schwimmunterricht für die Flüchtlinge im Rahmen des geförderten Programms „Integration durch Sport“ nicht fortgesetzt werden. „Jetzt ruhen unsere Hoffnungen und Erwartungen auf der Einsicht der Gemeindevertreter, den Bürgerentscheid zum Erhalt der Meerwasserschwimmhalle Laboe in Zusammenarbeit mit allen Beteiligten umzusetzen und damit auch einen Beitrag zum jetzt bundesweit beachteten Projekt ,Integration durch Sport’ beim TV Laboe auch über das Jahr 2016 hinaus zu leisten“, sagt Andrea Erdmann.

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Ein Artikel von
Thomas Christiansen
Ostholsteiner Zeitung

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