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U-Boot „Hai“: Gedenken an die Opfer

Ehrenmal Möltenort U-Boot „Hai“: Gedenken an die Opfer

Vor 50 Jahren sank das deutsche Unterseeboot „Hai“ bei Sturm in der Nordsee – 19 Besatzungsmitglieder kamen dabei um, nur einer überlebte. Gemeinsam mit den Angehörigen gedachte die Marine am Mittwoch der Opfer mit einer Zeremonie am U-Boot-Ehrenmal in Möltenort.

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Gedenkfeier für die Opfer des Untergangs von U-Boot „Hai“: Zu den geladenen Gästen gehörten die Angehörigen der Besatzung. Die Ansprache hielt Flottillenadmiral Jan Kaack (rechts).

Quelle: Frank Peter

Heikendorf. Der Festakt, der auch von einigen Zuschauern vom Fördewanderweg aus verfolgt wurde, war umfangreich abgesichert – sogar mit einem Schlauchboot auf dem Wasser. Die Ansprache hielt Flotillenadmiral Jan Kaack. Er würdigte nicht nur den Einsatz der U-Boot-Besatzung. Das Ehrenmal sei ein Ort der Erinnerung und der Ermahnung, aus dem eine Verpflichtung für das Heute erwachse: „Wir brauchen den Blick zurück.“ Und der Fall der U-„Hai“-Besatzung zeige, dass der Beruf selbst in Friedenszeiten mit Gefahr verbunden sei.

 Denn Ursache des Unglücks am 14. September 1966, dem ersten Totalverlust einer schwimmenden Einheit der Bundeswehr, war kein Gefecht und auch nicht das schlechte Wetter, sondern ein technisches Problem: Beim Ansaugen der Luft für den Dieselmotor durch einen Schnorchelschacht bei „Überwasserfahrt“ gelangte auch Wasser ins Boot, was letztlich zum Untergang führte. Das „Ausbildungs-U-Boot Hai“ unter dem Kommando von Oberleutnant zur See Peter Wiedersheim war in einem Verband Richtung Aberdeen unterwegs gewesen, allerdings außer Sicht geraten, weil das nachfolgende Boot einen Schraubenschaden hatte und von einem anderen in Schlepp genommen werden musste. Nur der Koch, Peter Silbernagel, konnte noch gerettet werden. Er war 13 Stunden im Wasser getrieben, bevor ihn ein britischer Trawler aufnahm. Er lebte noch bis 2013.

 Die Auswertung des Unglücks, so Kaack, wurde zum Beginn dessen, was heute „U-Boot-Sicherheit“ heißt – hohe technische Standards und umfangreiches Wissen bei allen Besatzungsmitgliedern. „Es ist eine Mahnung an uns alle: Eine solche Tragödie darf sich nicht wiederholen.“

 Zu den Gästen der Gedenkfeier gehörte neben den Angehörigen der U-„Hai“-Besatzung der Präsident des Verbands deutscher U-Bootfahrer, Norbert Hermann, Kiels Stadtpräsident Hans-Werner Tovar und Heikendorfs Bürgermeister Alexander Orth. Die Andacht hielten Jens Anders, der Militärgeistliche aus Eckernförde, wo sich heute das Ausbildungszentrum für U-Boote befindet, gemeinsam mit den früheren Kollegen Alfons Kordecki und Matthias Petersen. Am Ende der Zeremonie passierten die U36 und das Flottendienstboot „Oker“ das Ehrenmal.

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