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Unternehmern geht vieles zu langsam

Kreis Plön Unternehmern geht vieles zu langsam

Lücken in der Breitbandversorgung, Löcher in den Straßen, Luftnummern bei der Planung der Fehmarnbelt-Querung – die Wirtschaft in den Kreisen Ostholstein und Plön ist alles andere als zufrieden mit der Infrastruktur.

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Höchste Priorität beim Straßenbau im Kreis Plön hat für den Unternehmensverband die Bundesstraße 202, hier die Asphaltierungsarbeiten bei Bellin.

Quelle: Hans-Jürgen Schekahn

Plön/Eutin. „Es bewegt sich zwar etwas, aber viel zu langsam“, kritisierte der Vorstandsvorsitzende des Unternehmensverbandes (UV) Ostholstein-Plön, Werner Süß, in einem Pressegespräch in Eutin. Der Prozess der Versorgung mit schnellem Internet sei zu spät begonnen worden. Zu viele Zweckverbände im Land würden die Entwicklung erschweren. „Besser wäre ein Konzept für alle“, forderte Süß. „Man muss jetzt überall vernünftig Glasfaser hinlegen und darf nicht am Ortseingang stoppen.“

 „Breitband ist für die Wirtschaft das wesentlichste Argument für eine Ansiedlung“, bestätigte auch Karsten Kahlcke, im UV-Vorstand für Mentoren zuständig. Geschäftsführer Eberhard Rauch relativierte eine Aussage von Ministerpräsident Torsten Albig, wonach 26 Prozent der Landesfläche mit Breitband abgedeckt seien. „Das konzentriert sich auf Metropolen wie Kiel und Neumünster.“

 Breitband und Beltquerung – diese beiden Projekte greifen nach Ansicht des Verbandes ineinander. In beiden Fällen gehe es um die langfristige Ansiedlung von Betrieben. Dazu sei aber eine intakte Infrastruktur notwendig. „Schauen Sie in andere Länder, die bauen viel mehr“, sagte Süß. „In Dänemark stimmt die Infrastruktur, weil Projekte besser vorbereitet werden.“ Dabei sei die Konjunktur im Lande gut, so der Vorsitzende, innovative Betriebe seien vorhanden. Das hohe Steueraufkommen sei eine Verpflichtung, das Investitionsvolumen anzupassen. Die Landesgartenschau nannte er als positives Beispiel für nachhaltige Investition. „Wir müssen den Firmen keine Blomenburg hinstellen, sondern ein funktionierendes Gewerbegebiet.“ Wenn das Land das nicht schaffe, solle es Aufträge an die Wirtschaft vergeben, empfahl Süß.

 Zum Beispiel bei Bau und Sanierung von Straßen. Kahlcke und Rauch nannten den Ausbau der B202 zwischen Oldenburg und Kiel als wichtigste Maßnahme aus Sicht der Wirtschaft – tatsächlich genieße dieses Projekt jedoch bei Land und Bund keine Priorität. Ebenfalls vorrangig für den UV ist der Weiterbau der A21 zwischen Nettelsee und Kiel.

 Sorgen bereitet dem Verband weiterhin der Fachkräftemangel im touristischen Bereich. Vorstandsmitglied Hans-Ingo Gerwanski sprach von einer „dramatischen Situation“ im Gastronomiegewerbe. In einigen Betrieben werde schon über einen zweiten Ruhetag in der Woche nachgedacht. Nicht zufriedenstellend sei auch die Ausbildungsplatzsituation. Jede zweite Stelle in Ostholstein sei unbesetzt, sagte Geschäftsführer Rauch. Der Bedarf in Mecklenburg-Vorpommern sei inzwischen auch gedeckt, der Einsatz von Migranten scheitere oft an Sprachbarrieren. Eine gute Zukunft prophezeite Gerwanski hingegen der Gesundheitsbranche. Dort würden höhere Gehälter gezahlt als im Gastgewerbe.

 In dem 1989 in Eutin gegründeten Verband sind 340 überwiegend mittelständische Betriebe organisiert. Den Großteil stellt Ostholstein mit 250 Mitgliedern, davon rund 50 von der Insel Fehmarn. Auf der Mitgliederversammlung am 19. Mai in Lensahn wird über eine neue Satzung abgestimmt. Ziel ist die Installierung eines Präsidiums, das effektiver arbeiten soll als der zwölfköpfige Vorstand.

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Ein Artikel von
Ralph Böttcher
Ressortleiter Ostholsteiner Zeitung

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