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Erfolgreiches Projekt

Verein Pro Cell Erfolgreiches Projekt

Der Verein Pro Cell in Preetz schlägt mehrere Fliegen mit einer Klappe. Er verkauft nicht nur Möbel für wenig Geld, sondern bietet auch 13 Menschen, die vorher keinen Job hatten, einen Arbeitsplatz. Das Projekt ist erfolgreich: Der Verein hat gerade das bisher nur gemietete Grundstück am Bergweg gekauft.

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Eine neue Chance am Arbeitsplatz: Laabi Zaatan baut einen Tisch zusammen.

Quelle: Silke Rönnau

Preetz. Angefangen hat es 1997: Damals startete Pro Cell mit der Beschäftigung von Langzeitarbeitslosen im Recyclingbereich. Gefördert wurde das Projekt vom Sozialamt und später von der Arge. Heute finanziert der Verein seine Arbeit aus Spenden und Verkaufserlösen. „Wir dürfen aber keinen Gewinn erwirtschaften“, betont Betriebsleiter Klaus-Peter Bettin.

 Das wichtigste wirtschaftliche Standbein war zunächst die Produktion von Cellulose-Dämmstoffen aus recyceltem Material. Doch nach einem Feuer in der Halle vor neun Jahren wurde die Produktion eingestellt. Auch das Recyceln von CDs wurde nach dem Brand nur eingeschränkt weitergeführt. „Früher haben wir 30 bis 40 Tonnen CDs verarbeitet, heute sind es drei bis vier Tonnen“, berichtet Bettin bei einem Rundgang. Zunächst werden Hülle, Papier und CD getrennt. Die silbernen Scheiben gehen vorwiegend nach China. „Sie haben dort ein besonderes Verfahren für die Entschichtung“, so Bettin. Aus dem Rohmaterial werden wieder neue Produkte hergestellt.

 Martin Erichsen steht mit Gehör- und Mundschutz an seinem Arbeitsplatz. Er greift in die Kartons und wirft leere CD-Hüllen in eine Maschine, in der sie gemahlen werden. Das Granulat wird verkauft und beispielsweise für Stoßstangen oder Eierlöffel verwendet. „Hier wird nichts in den Müll geschmissen“, sagt Bettin. Das gelte auch für Folien und Pappkartons, die hier abgegeben werden können und ebenfalls dem Recycling zugeführt werden.

 Das bekannteste Standbein ist das Möbellager. Wer seine gebrauchten Sofas, Tische oder Schränke abgeben möchte, kann sich mit Pro Cell in Verbindung setzen. „Wir fahren dann hin und gucken uns das an.“ Wenn die Teile gut erhalten sind, werden sie abgeholt und aufbereitet. Dazu kommen Spenden aus einem Möbelhaus, die von Kunden zurückgegeben wurden oder beschädigt sind. „Das wird akribisch repariert“, so Bettin. In einem großen Regal in der ungeheizten Halle lagern einzelne Bretter. Wenn im gelieferten Karton ein Teil fehlt, könnte es hier schon lagern. „Unser Tischlermeister hat alles im Kopf und weiß genau, wo was liegt.“ In einer Ecke liegt ein Stapel Matratzen. Unbenutzt, wie Bettin betont. Meist war nur die Folie beschädigt, sodass sie gereinigt werden müssen.

 Laabi Zaatan steht in einer kleinen Werkstatt und baut einen Tisch zusammen. Er ist hör- und sprachbehindert und hatte auf dem Arbeitsmarkt keine Chance. Hier kann er in Ruhe die Aufbauanleitung studieren und die Teile zusammensetzen. „Einfach super“, lobt Bettin den Angestellten. Im nächsten kleinen Raum lagern Schrauben, Muttern und andere Kleinteile. Unter Anleitung eines Tischlermeisters werden aus Einzelteilen auch eigene Möbel konstruiert. In der Halle werden die zusammengebauten Möbel ausgestellt. Dabei kann es vorkommen, dass an einem weißen Regal Türen in Buche-Optik montiert sind. Aber das stört viele Kunden nicht, von denen manche mit einem Ersteinrichtungsgutschein von der Arge kommen. Im Sozialladen gibt es auch Lampen und Geschirr. Bei Bedarf werden die Möbel mit dem vereinseigenen Lieferwagen oder Lkw nach Hause gebracht. „Wir dürfen aber beim Aufbau nicht helfen“, sagt Bettin – fügt dann aber schmunzelnd hinzu, dass man ab und zu doch mal ein Auge zudrücke und mit anpacke, vor allem bei älteren Menschen.

 Jede Woche komme außerdem mindestens eine Bestellung von der Stadt oder dem Amt für die Einrichtung einer Wohnung: „Wir kommen da kaum noch nach.“ Bettin hat festgestellt, dass es mehr Bedürftige als in früheren Jahren gebe. Vor allem viele ältere Menschen wollten sich günstig einen Schrank oder eine Couch kaufen. „Die Rente reicht nur noch für die Miete und das Essen.“

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Ein Artikel von
Silke Rönnau
Ostholsteiner Zeitung

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