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Abwechselnd zweispurig

Verkehrsführung zwischen Schwentinental und Kiel Abwechselnd zweispurig

Vier Jahre lang wird auf der sieben Kilometer langen Strecke der Bundestraße 76 zwischen Kiel und Schwentinental gebaut. Ein Blick auf die Details verdeutlicht den Aufwand, der hinter dieser Baumaßnahme steckt. Viele Rädchen greifen ineinander, um den Ablauf so störungsfrei wie möglich zu halten.

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Verkehrssicherer Horst Egerland setzt zweimal am Tag die Spurwände und Signallampen um, damit der Verkehr wechselseitig geführt werden kann.

Quelle: Astrid Schmidt

Schwentinental/Kiel. „Alle Beteiligten stehen unter Dampf, aber darunter dürfen weder Qualität noch Sicherheit leiden“, erklärt Werner Schafer von der Landesbauverwaltung Schleswig-Holstein, Niederlassung Rendsburg.

 Die Kiesberge entlang des zwei Kilometer langen Abschnitts, an dem gerade gebaut wird, türmen sich auf. Bagger der von den Baufirmen Eurovia und SAW gebildeten Arbeitsgemeinschaft schaufeln tonnenweise das Frostschutzmaterial auf die Muldenkipper, die von Traktoren gezogen werden. Die 40-Tonner rollen im Fünf-Minuten-Takt.

 Während Baggerführer Julius Carstensen an der einen Stelle den alten Asphalt aufbricht, stellt am anderen Ende der Gräder schon das Profil für die neue Straße her.

 Der Kampfmittelräumdienst hat vier Stellen markiert: Zwei sind bereits als unbedenklich sondiert, zwei stehen noch aus. Unterdessen wird die Abdichtung der Brücke Klausdorfer Weg entfernt. Zwei Brücken sind im aktuellen Abschnitt zu sanieren. An manchen Stellen verlangt die Nachbarbebauung nach leichtem Gerät, um Schäden zu vermeiden.

 Es ist 11 Uhr. Verkehrssicherer Horst Egerland von der Firma Falko Steinberg steht bereit, wartet auf das Abebben der Autoschlangen in der Mittelspur. Die wird mittels LED-Beschilderung im Vorwege gesperrt. Dann endlich: Kein Fahrzeug mehr. Egerland greift zum Hubwagen, um die Leitwände umzuschwenken, quasi die Weiche zu stellen für den Rückverkehr aus Kiel in Richtung Preetz. Die Pfeife lässig im Mundwinkel, legt er den Haken über die etwa 70 Zentimeter hohe Betonwand und lässt eine alte Seilwinde die Arbeit erledigen.

 „Die ersten zwei Tage haben wir das von Hand gemacht“, erzählt Egerland. Der 70-jährige Rentner ist eigens für dieses Projekt noch einmal geholt worden. Denn ein „alter Hase“ wie er ist erfinderisch: Jetzt noch die Lauflichter und Warnbaken umstellen. Dann die Akkus kontrollieren und der Anruf in der Zentrale: „Die Mittelspur kann wieder freigegeben werden.“ Die LED-Schilder weisen den Autofahrern den Weg. Die nutzen allerdings meist die rechte Fahrbahn, die immerhin noch eine Breite von 3,25 Meter hat. „Die Mittelspur wird nicht so gern genommen“, weiß Egerland. Denn die ist nur gut zwei Meter breit.

 „Mehr war beim besten Willen nicht drin. Wir haben schon alles rausgeholt“, erklärt Werner Schafer von der Landesbauverwaltung. Die zwei Fahrbahnen samt Standstreifen auf jeder Seite messen gut zehn Meter. Dennoch hat man sich entschieden, eine Million Euro mehr auszugeben, um die in Norddeutschland erstmals praktizierte wechselseitige Verkehrsführung einzurichten. Soll heißen: Der Berufsverkehr aus Plön und Preetz in Richtung Kiel bekommt morgens zwei Spuren, zum Feierabend entsprechend umgekehrt. Deshalb wird zweimal am Tag umgeschwenkt. „Wir waren zuerst alle skeptisch, wie das klappt“, gesteht Egerland. Doch es hat sich eingespielt.

 „Wenn jeder die von uns gewünschten 60 Stundenkilometer fährt, passiert auch nichts“, so Schafer. Für den Fall, dass doch, gibt es am Anfang und am Ende der Baustelle jeweils eine Überwachungskamera. So können Polizei und Landesverkehrsbetrieb den Verkehrsfluss überwachen und notfalls eingreifen. „Die Kamera ist nicht frei zugänglich und es wird auch nichts aufgezeichnet“, versichert Schafer.

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