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Schock in Schellhorn

Vermögensaufteilung Schulverband Schock in Schellhorn

Nach langen Querelen war Ende vergangenen Jahres die Auflösung des Schulverbandes Preetz-Stadt und -Land offiziell besiegelt worden. Es kehrte Ruhe ein. Doch die war jetzt schlagartig vorbei, als die Zahlen des Gutachters zur Verteilung des restlichen Guthabens von immerhin 615 000 Euro bekannt wurden.

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Die Vermögensaufteilung des Schulverbandes sorgt für Missstimmung. Die beteiligten Amtsgemeinden beklagen einen hohen Sanierungsstau in den Grundschulen Schellhorn (Foto) und Trent.

Quelle: Silke Rönnau

Preetz. Der Schulverband war, wie berichtet, 1968 gegründet worden – dies war aber nie korrekt bekannt gemacht worden. Aus diesem Grund betrachtete ihn das Amt als nicht existent, nachdem der Wunsch der Gemeinde Rastorf auf einen Austritt zu heftigen Diskussionen geführt hatte. Der Versuch einer Neugründung scheiterte an Differenzen zwischen den beteiligten Kommunen.

 Die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC in Berlin erhielt den Auftrag, das Vermögen auseinander zu rechnen und zu verteilen. Das Ergebnis sorgte nun für Freude auf der einen und Schock auf der anderen Seite. Denn die Stadt Preetz soll neben der vollen Rücklage von 615 000 Euro auch noch weitere 58 551 Euro erhalten. Über eine Rückzahlung dürfen sich auch Kühren (44 698 Euro), Pohnsdorf (27 950 Euro), Rastorf (33 841 Euro), Wahlstorf (40 773 Euro) und Schlesen (23 350 Euro) freuen. Doch irgendwo muss dieses Geld ja herkommen. Und so berechnete der Gutachter, dass die beiden Gemeinden mit Grundschulen in den Topf einzahlen müssten: Schellhorn 200 790 Euro und Lehmkuhlen 28 366 Euro.

 „Wir hatten schon damit gerechnet, dass wir Anteile bekommen – dass sie so hoch ausfallen, war aber doch überraschend“, erklärte der Preetzer Bürgermeister Wolfgang Schneider. Die Gutachterfirma habe dem Vermögen (Grundstücke, Gebäude, Inventar) die Kreditverpflichtungen und Zuschüsse gegenübergestellt. Wer welche Anteile habe, sei auf Grundlage des letzten Berechnungsschlüssels im Schulverband ermittelt worden. Nun müssten Stadt- und Gemeindevertreter zustimmen. Sollte dies nicht der Fall sein, gebe es ein Schlichtungsverfahren. „Dann reicht es auch langsam mit dem Streit um den Schulverband“, meint Schneider. Er hoffe, dass man den letzten Schritt noch vernünftig abwickelt.

 „Ich hatte ein bisschen Schnappatmung“, gibt der Schellhorner Bürgermeister Kai Johanssen zu. Er sei schon erstaunt, zumal es ja schon vor zwei Jahren eine erste Aufstellung des gleichen Unternehmens gegeben habe, das für Schellhorn damals ein Plus von 100 000 Euro vorsah. „Wie kommt denn plötzlich die Differenz von 300 000 Euro zustande?“

 Amtsvorsteher Norbert Langfeldt, als Bürgermeister von Lehmkuhlen ebenfalls betroffen, reagierte „einigermaßen verschnupft“. Die Schulen in Preetz seien super saniert, während in Trent und Schellhorn Sanierungsbedarf bestehe. Bei einem Termin kommende Woche mit dem Gutachter wollen man sich genau erklären lassen, wie die Zahlen zustande gekommen seien. „Notfalls müssen wir auch etwas härter ins Gericht gehen.“ Er sei fest davon überzeugt, dass man zu einer Regelung mit Preetz kommen werde. „Es wäre schade, wenn mit dem neuen Bürgermeister schon Unstimmigkeiten entstehen.“

 Natürlich freue er sich, dass die Gemeinde Rastorf, die schon 2010 ausgetreten war, Geld erhalten soll. „Ich bin aber auch völlig überrascht, dass wir plötzlich wieder mit am Tisch sitzen“, sagt Bürgermeister Thomas Haß. Und er sei erstaunt: „Davon war vorher nie die Rede, dass Schellhorn und Lehmkuhlen Geld mitbringen müssen.“ Es gebe einen großen Sanierungsbedarf an der Grundschule in Schellhorn. Genau das habe man damals im Schulverband immer wieder angemahnt: „Denkt an die kleinen Schulen!“ Und man habe immer kritisiert, dass Preetz die kleinen Schulen immer nur am Rande gesehen habe. „Wir Gemeinden haben uns oft als Statisten empfunden.“

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Ein Artikel von
Silke Rönnau
Ostholsteiner Zeitung

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Foto: Die Vermögensaufteilung des Schulverbandes Preetz-Stadt und -Land ist noch nicht abgeschlossen.

Die ersten Zahlen zur Aufteilung des Vermögens des Schulverbandes Preetz-Stadt und -Land sind möglicherweise nicht korrekt. „Wir haben einen gravierenden Fehler gefunden. 1,7 Millionen Euro Zuschüsse sind als Soll verbucht worden“, sagt der Amtsvorsteher von Preetz-Land, Norbert Langfeldt.

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