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Versperrter Weg: Camper sind sauer

Wahlstorf Versperrter Weg: Camper sind sauer

Die Gäste auf dem Campingplatz Lanker See (Gemeinde Wahlstorf) sind sauer: Seit Saisonbeginn können sie die schöne Natur um die Anlage herum praktisch nicht mehr nutzen. Hintergrund ist ein laufender Rechtsstreit zwischen Platzbetreiberin und Verpächterin.

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Verärgerte Gäste auf dem Campingplatz am Lanker See: Plötzlich sind überall Zäune und Schilder.

Quelle: Andrea Seliger

Wahlstorf. Früher, berichtet Campinggast Paul Rüdiger Ohlsen, konnte man vom Platz zur Landspitze im See gehen und entlang der Freudenholmer Bucht zurückkehren. Der Weg begann auf dem Höhenrücken, wo man auch eine gute Aussicht auf den See hat. Früher standen dort auch zwei Bänke, die jetzt entfernt sind. Früher hätten die Campingplatzbetreiber den Weg mit Maschinen mähen können, die aber nicht durch das neue, schmale Tor passen, das die Eigentümerin habe einbauen lassen. Die Camper haben selbst mit Hand angelegt, um die Strecke wieder begehbar zu machen. Dass die Camper und Wanderer den Weg zum See nutzen dürfen, räumt Eigentümerin Susanne Först ein auf dem Schild am Tor ein. Erschwert wird der Zugang nun aber durch einen Stapel Balken – nicht unüberwindbar, aber ein Hindernis. Ein Teil des früheren Rundwegs ist inzwischen als Privatgelände gesperrt. „Ich bin da immer mit dem Hund hingegangen“, sagt Camperin Annette Sjöström: „Das kann es doch nicht gewesen sein!“

„Eingekesselt“ fühle er sich, sagt Ohlsen, der dem Platz schon seit 15 Jahren die Treue hält. Er ist gebürtiger Preetzer, den es aus beruflichen Gründen nach Norderstedt verschlagen hat. Die Sperrung der Wege hält er für rechtswidrig und sieht das Naturschutzgesetz auf seiner Seite. Mehr als 100 Unterschriften unter den anderen Gästen hat er gesammelt, um Eigentümerin Först zur Öffnung zu bewegen, und hat sich auch schon an den Kreis gewandt. „Wir Camper pochen auf die Begehbarkeit der Natur“ sagt er, macht sich aber auch Sorgen um die Attraktivität der Anlage: „Wenn der Platz Zukunft haben soll, müssen wir Luft haben“.

Früher, sagt Michael Abel, Dauergast aus Hamburg, durften die Leute auch einen Pfad neben dem Campingplatz nutzen, um daran vorbei Richtung Wasser zu laufen. Heute ist der Elektrozaun der Weide bis an die Grundstücksgrenze gezogen, eine Treppe endet am Draht. Susanne Först, Inhaberin der Reiterhofs Gläserkoppel, die sich in dieser Frage vom Schellhorner Architekten Birger Bastian beraten lässt, verweist auf den laufenden Rechtsstreit mit der Campingplatzpächterin und will sich deshalb nicht zu den Ursachen für die Wegesperrung äußern. Pächterin Sandra Schacher und ihr Mann Dirk Turtschan bleiben aus demselben Grund zurückhaltend. Das Paar hatte den Betrieb vor drei Jahren von Karl-Heinz Obitz übernommen, der den Platz aufgebaut hatte. Gestritten werde um die Gültigkeit des Vertrags und die daraus erwachsenden Rechte und Pflichten. Vom Landgericht Kiel sehen sie ihre Auffassung bestätigt, der Fall liegt aber inzwischen bei der nächsthöheren Instanz. Um die Absperrungen geht es in einem eigenen Verfahren vor dem Amtsgericht Plön. Auch dort steht ein endgültiges Urteil noch aus, bis dahin, so das Gericht, muss zumindest der Zugang zur Landspitze frei bleiben. Turtschan: „Es steht im Pachtvertrag, dass die Gäste die Wege nutzen dürfen.“

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