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Vertrauensverhältnis zerüttet

Feuerwehr-Protest in Laboe Vertrauensverhältnis zerüttet

Ein Konflikt zwischen der Gemeinde Laboe und der Freiwilligen Feuerwehr, der lange im Verborgenen schwelte, entwickelte sich am Mittwochabend zu einem Flächenbrand, der auf der öffentlichen Sitzung der Gemeindevertreter für alle sichtbar wurde.

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Ein Streit zwischen Gemeinde und Feuerwehr in Laboe bremst die freiwilligen Brandschützer derzeit aus.

Quelle: Nadine Schättler

Laboe. . Gut ein Dutzend Feuerwehrleute verließen zum Ende der Einwohnerfragestunde unter Protest den Sitzungssaal. Unmittelbar zuvor hatten sie Bürgermeisterin Ulrike Mordhorst (SPD) zu einer Stellungnahme aufgefordert, wie die Gemeinde „das zerüttete Vertrauensverhältnis“ wieder herstellen wolle. Die Antwort fiel kurz aus: Mordhorst bedankte sich für die Frage und schloss offiziell die Einwohnerfragestunde. „Sie hätte ja sagen können, dass sie die Frage aufgenommen hat und später beantworten wird“, sagt Wehrführer Kurt Jahn im KN-Gespräch, „dann wären wir auch sitzengeblieben.“

 Die Ursache für diesen Flächenbrand liegt in Streitigkeiten über verwaltungsrechtliche Vorgänge in der Vergangenheit. Dabei ging es unter anderem um Spendenbescheinigungen, die die Feuerwehr nicht rechtmäßig ausgefüllt hatte. „Das Vorgehen hatten wir mit den vorherigen Bürgermeistern so abgesprochen“, erläutert Kurt Jahn.

 Doch jetzt laufe ein disziplinarrechtliches Verfahren gegen ein Mitglied der Feuerwehr. „Wir sind uns nicht sicher, ob dies zwingend notwendig gewesen wäre.“ Der Wehrführer wünscht sich von der Gemeinde und der Amtsverwaltung verbindliche Informationen über die Vorgänge. Amtsdirektor Sönke Körber hatte in der Sitzung am Mittwochabend jedoch erklärt, dass der Sachverhalt der Feuerwehr „mehrfach“ erläutert worden sei. Er empfahl die Einschaltung eines unabhängigen Mediators, um über das Thema „Vertrauen und Zusammenarbeit“ zu sprechen. Das aktuelle Verhalten der Bürgermeisterin stößt den Freiwilligen sauer auf, sie fühlen sich in ihrem Wort abgeschnitten. Unterstützung bekamen sie aus den Reihen der Gemeindevertretung: „Ich finde es unmöglich, dass auf eine Frage nicht reagiert wird. So geht man nicht mit seiner Feuerwehr um“, entrüstete sich Stephan Matthiesen (Laboer Wähergemeinschaft/LWG) in der Sitzung und warnte die Bürgermeisterin vor möglichen Folgen: „Ich möchte nicht in deiner Haut stecken, wenn alle Aktiven bei dir ihre Helme abgeben.“

 Ob die ehrenamtlichen Brandschützer das wirklich tun, ist offen. Um das weitere Vorgehen zu klären, hatte Wehrführer Jahn für Donnerstagabend kurzfristig eine Versammlung einberufen. „Wir müssen uns fragen, was wir wollen. Wir wollen den Bürgern und Gästen doch zur Verfügung stehen, wenn sie Hilfe brauchen“, sagt Jahn, der um eine Deeskalation der Situation bemüht ist. Ein klärendes Gespräch hält er trotz der aktuellen Entwicklung nicht für ausgeschlossen. „Sicher ist das immer noch möglich.“

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