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Viel Herzblut für Historisches

Ingo Bubert aus Schellhorn Viel Herzblut für Historisches

Selbst mit 80 Jahren ist Ingo Bubert aus Schellhorn noch ein „Hans Dampf in allen Gassen“, auch wenn er den Wirkungskreis inzwischen ein wenig reduziert hat. Derzeit ist der hochgewachsene, schlanke Mann oft in der Probstei unterwegs, weil er mal wieder an einer Dorfchronik arbeitet.

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Wann immer Zeit und Wetter es erlauben, schmökert Ingo Bubert im Garten in einem seiner unzähligen Bücher.

Quelle: Anne Gothsch

Schellhorn. Schon von Brodersdorf, Lutterbek oder Stein hat er die historische Entwicklung zusammengefasst, jetzt sind Krummbek und Ratjendorf an der Reihe. Auch die Chronik seiner Heimatgemeinde Schellhorn trägt seine Handschrift. Seit 15 Jahren setzt sich der 1935 in Lübeck Geborene als Vorsitzender der Nedderdütsch Gill für die Pflege des Brauchtums und der plattdeutschen Sprache ein, die er einst von seinen Großeltern gelernt hat. Seit ihrer Gründung 1996 leitet Bubert die Dr.-Johanna-Brandt-Gesellschaft, die sich vor allem mit archäologischen und historischen Aspekten rund um die Stadt und das Kloster Preetz befasst. Dem Kloster ist er noch auf andere Weise verbunden: Als Leiter der Preetzer Volkshochschule initiierte er vor vielen Jahren eine Arbeitsgruppe, um Interessierte für Führungen durch das Preetzer Kloster auszubilden. „Der harte Kern ist heute noch dabei“, berichtet Bubert und er selbst natürlich auch.

 „Ich hatte immer gehofft, dass es mal aufhört. Dass sich die Familie endlich mal nicht mehr nach den Terminen meines Mannes richten muss“, stöhnt seine Frau Elisabeth und schmunzelt zugleich. Ingo Bubert lächelt beschwichtigend: „Immerhin sind wir seit mehr als 50 Jahren verheiratet, haben drei wunderbare Töchter und freuen uns an den drei Enkeltöchtern.“

 Wie ein roter Faden zieht sich das Interesse an Geschichtlichem durch sein ganzes Leben – geweckt durch seinen Vater. „Der war selbst sehr an historischen Dingen interessiert, ist sonntags mit mir und meinem Bruder in Lübeck oft in eines der vielen Museen gegangen“, erzählt Bubert. So verwundert es nicht, dass er später in Hamburg, Freiburg und Kiel Geschichte und Deutsch auf Lehramt studierte und ab 1965 gut 40 Jahre lang Generationen von Schülern am Friedrich-Schiller-Gymnasium in Preetz unterrichtet hat. „Als jüngster Kollege bekam ich dort gleich eine Zusatzaufgabe aufs Auge gedrückt und sollte im Vorstand der Preetzer Volkshochschule mitarbeiten.“ Schon bald wurde er zum Leiter ernannt, entwickelte die vorher auf Vorträge reduzierte VHS zur gefragten Bildungseinrichtung mit einem umfangreichen Angebot an Kursen, Workshops und Studienreisen und hielt sie schließlich 21 Jahre lang als Vorsitzender und pädagogischer Leiter in der Erfolgsspur. Wie viel Herzblut und Zeit er in diese ausschließlich ehrenamtliche Arbeit gesteckt hat, lässt sich kaum erahnen. „Immer, wenn sich meine Kollegen in die Sommer- beziehungsweise Weihnachtsferien verabschiedeten, habe ich das Herbst- oder Frühjahrsprogramm vorbereitet“, erzählt der Pensionär, der auch zwölf Jahre im Landesvorstand des Volkshochschulverbands aktiv war.

 Doch auch die Kommunalpolitik interessierte den umtriebigen Mann. 1972 trat er in die SPD ein, wurde in die Gemeindevertretung gewählt und engagierte sich mehr als 40 Jahre lang für die Entwicklung Schellhorns. Vielen Preetzern und Gästen dürfte Bubert noch als „Nachtwächter Otto Wachsam“ in Erinnerung sein, der 20 Jahre lang bei abendlichen Rundgängen auf amüsante Weise von den Besonderheiten der Schusterstadt erzählte. Auf besonderen Wunsch von Freunden schlüpft er heute noch manchmal in das Nachtwächter-Kostüm.

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