4 ° / 1 ° wolkig

Navigation:
Protestbrief an den Umweltminister

Wahlstorf Protestbrief an den Umweltminister

Der geplante Neubau einer Hähnchenmastanlage hat bei den Gemeindevertretern in Wahlstorf für Bedenken gesorgt. Diese schilderten sie in einem Schreiben an das Land – und fühlten sich abgekanzelt. Daraufhin schrieben sie einen Brief an Minister Robert Habeck. Auf eine Antwort warten sie immer noch.

Voriger Artikel
Stadt setzt auf Präventionsprojekte
Nächster Artikel
Flipflops im Winter sind keine gute Idee

Der Wahlstorfer Bürgermeister Sönke Först verlas in der Sitzung der Gemeindevertretung den Brief an Umweltminister Robert Habeck.

Quelle: Silke Rönnau

Wahlstorf. In der Sitzung der Gemeindevertretung schilderte Bürgermeister Sönke Först den Ablauf und las den Brief an den Umweltminister vor. Der Betreiber einer Hähnchenmastanlage habe am 21. April 2017 die Aufstockung von 39900 auf 40500 Plätze im bestehenden Stall sowie einen Neubau mit 44500 Plätzen beim Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) beantragt. Die Gemeinde habe daraufhin die Berücksichtigung von Umweltschutzmaßnahmen gefordert. Zwei Punkte seien wichtig: Der Einbau einer leistungsfähigen Filteranlage in den Abluftschornsteinen und von Feinstaubfiltern in der seitlichen Belüftung sowie der Einsatz einer Abwasserreinigungsanlage zur Behandlung des sieben Mal jährlich anfallenden Waschwassers. Bislang sei geplant, dieses auf den Flächen des Betriebes zu verrieseln. Die Gemeinde befürchte eine Kontamination des Grundwassers, aus dem sämtliche Einwohner durch Hausbrunnen ihr Trinkwasser entnehmen.

Bis zur endgültigen Klärung dieser Punkte habe die Gemeindevertretung ihre Entscheidung, das gemeindliche Einvernehmen zu erteilen, zurückgestellt und auf Anforderung des LLUR die Einwendungen nochmals konkretisiert. Daraufhin sei von der Behörde für den 9. September ein Termin zur Erörterung angesetzt worden. „Umso überraschter und vor den Kopf gestoßen“ war die Gemeindevertretung deshalb, als dieser Termin abgesagt wurde. „Eine Woche später erklärte das LLUR nach Gutsherrenart in einer Mail vom 22. August an das Amt Preetz-Land: Demnach gilt das gemeindliche Einvernehmen als erteilt.“

Im Brief wird der Minister gebeten, noch vor Genehmigung des Bauvorhabens dafür zu sorgen, dass die Einwendungen gewürdigt werden. Es sei nicht hinnehmbar, dass ehrenamtliche Gemeindevertreter Zeit und Mühe aufwenden und sich im Interesse der Bürger für deren Wohl einsetzen, „um dann im herablassenden Stil derartig geringschätzig von Mitarbeitern in Flintbek abgekanzelt zu werden“.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Silke Rönnau
Ostholsteiner Zeitung

Mehr aus Nachrichten aus Plön 2/3