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Abschiebung würde Familie zerreißen

Wankendorf Abschiebung würde Familie zerreißen

Freunde, Nachbarn und Flüchtlingshelfer sind bestürzt: Nach der Ablehnung der Asylanträge befürchten sie, dass die in Wankendorf lebende Familie Berisha auseinandergerissen wird.

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Afrim Berisha hofft, dass seine Ehefrau Lindita und die Kinder Lorena, Lorina und Loris (von links) nicht ausgewiesen werden. Freunde und Nachbarn wie Gerd Jensen (rechts) und Klaus Willhöft unterstützen die Familie.

Quelle: Sven Tietgen

Wankendorf. Afrim Berisha hat eine Duldung bis 2019, der Ehefrau Lindita und den drei Kinder im Alter von drei bis zehn Jahren droht jetzt aber die Abschiebung ins Kosovo. Unverständnis gibt es vor allem darüber, weil die 37-jährige Mutter Kriegsopfer ist und an schweren posttraumatischen Belastungsstörungen sowie schweren Depressionen leidet.

Seit rund drei Jahren lebt die fünfköpfige Familie im Ort. Die beiden Mädchen Lorena und Lorina gehen zur Schule, Sohn Loris besucht den Kindergarten. Vater Afrim Berisha hat bei einer Kieler Firma ein Praktikum gemacht und startete dort jetzt eine Ausbildung zum Bodenleger – deshalb hat der 40-jährige Kosovare trotz abgelehnten Asylantrags eine Duldungsmitteilung der Ausländerbehörde im Kreis Plön bekommen. Seiner Ehefrau hingegen wurde die freiwillige Ausreise mit den Kindern nahegelegt.

Die Ausländerbehörde weiß von den Gründen und den Erfahrungen, die Lindita Berisha im Kosovo machen musste. Eine Ermessensduldung komme aber nicht in Betracht, dennoch werde geprüft, ob eine Duldung aus anderen Gründen möglich ist. Die Grünenfraktion im Plöner Kreistag fordert unterdessen die Einrichtung einer Härtefallkommission. Im Gegensatz zu anderen Kreisen im Land würde die Plöner Behörde den vorhandenen Ermessensspielraum nicht nutzen.

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